Bodo Melnik: Akne bei Neugeborenen und Kleinkindern

Bodo Melnik, Osnabrück

In der Praxis wird Akne bei Neugeborenen und Kleinkindern häufiger angetroffen als von den wenigen Literaturmitteilungen zu erwarten ist. Acne neonatorum besteht von Geburt an oder entwickelt sich innerhalb der ersten Lebenswochen mit geschlossenen Komedonen an den Wangen und an der Stirn. Sie heilt nach zwei bis drei Monaten meist spontan ab. Acne neonatorum sollte von der neonatalen zephalen Pustulose abgegrenzt werden, bei der vorwiegend Papeln und Pusteln in Folge einer verstärkten follikulären Besiedlung durch Malassezia-Spezies auftreten.

Von größerer Bedeutung ist die Acne infantum, die mit entzündlichen Effloreszenzen im Gesicht nach dem dritten Lebensmonat auftritt, länger persistiert und in eine Acne conglobata infantum übergehen kann. Konsequente topische Aknetherapie und orales Isotretinoin können bei konglobierenden Verläufen erforderlich sein. Acne venenata infantum, Steroidakne, hormon- und medikamenteninduzierte und toxische Akneformen sind differenzialdiagnostisch zu berücksichtigen. Neue pathophysiologische Erkenntnisse und therapeutische Entwicklungen lassen weitere Fortschritte auch bei der Behandlung von Akne im Säuglings- und Kleinkindalter erwarten.