Thomas Jansen: Die Klassiker: Acne papulopustulosa und Acne conglobata

Thomas Jansen, Essen

Die Akne ist eine multifaktorielle, vorwiegend in der Pubertät auftretende, androgenabhängige Erkrankung, die durch nicht-entzündliche (Komedonen) und entzündliche Effloreszenzen (Papeln, Pusteln, Knoten) gekennzeichnet ist. Die Acne vulgaris umfasst abhängig von den vorherrschenden Effloreszenzen die Acne comedonica, Acne papulopustulosa und Acne conglobata. Die Unterscheidung der entzündlichen Akne in Acne papulopustulosa und Acne conglobata erfolgt in erster Linie anhand der Lokalisation und Art der Effloreszenzen. Therapeutischer Nihilismus ist bei der Akne in keiner Weise angezeigt. Verschiedene Behandlungsmaßnahmen können die Schwere der Erkrankung mildern, den Verlauf verkürzen und Narben verhindern. Aufgrund der verbesserten Kenntnis der pathogenetischen Faktoren steht heute eine Reihe von Aknetherapeutika zur Verfügung, die gezielt in den pathogenetischen Ablauf eingreifen. Aus der Differenzierung der verschiedenen Verlaufsformen ergibt sich die Notwendigkeit zur individuellen Therapiegestaltung. Bei leichten Akneformen ist in der Regel eine topische Therapie ausreichend. Bei schweren entzündlichen Akneformen mit Neigung zur Vernarbung oder bei unzureichendem Ansprechen auf eine topische Therapie sind systemische Aknetherapeutika einzusetzen. Durch eine Kombinationstherapie erzielt man einen rascheren Wirkungserfolg und synergistische oder additive Effekte bei gleichzeitiger Verringerung der Nebenwirkungsrate.