Alexander Mundinger: Aktueller Stand der bildgebenden Brustdiagnostik, Mammographie, MRT

Alexander Mundinger, Osnabrück

Das bundesweite Brustkrebs-Screening mit Mammographie befindet sich aktuell in Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen für Kassenpatientinnen zwischen 50 und 70 Jahren in der Einführungsphase. Die Organisation und Durchführung des Screenings obliegt den sogenannten programmverantwortlichen Ärzten, die eine intensive Schulung für diese Tätigkeit in Referenzzentren erfahren. Die digitale Mammographie ist inzwischen diagnostisch gleichberechtigt zur konventionellen Mammographie akzeptiert und kommt auch im Screening zum Einsatz. Ziel der Screening-Früherkennungsdiagnostik ist in erster Linie die Senkung der Brustkrebsmortalität durch Diagnose des Brustkrebs in einem prognostisch günstigen Stadium ohne brustspezifische Symptome.

Die sogenannte kurative Mammographie wird bei Patentinnen mit suspekten klinischen Zeichen oder Symptomen ab dem 30. Lebensjahr als bildgebendes Verfahren der ersten Wahl durchgeführt. Dabei kommen obligat die Palpation und Sonographie als additive Verfahren zur Anwendung. Prinzipiell wird jeder suspekte (BI-RADS 4) und hoch malignitätsverdächtige (BI-RADS 5) Befund in der Bildgebung mit anderen Verfahren korreliert und konsequent durch minimal-invasive oder operative Gewebebiopsie abgeklärt, sofern nicht eindeutig gutartige Befunde wie eine Zyste durch die Bildgebung belegt werden können.

Zugelassene KV-Indikationen für eine MR-Mammographie stellen dar: (a) V. a. Rezidiv nach brusterhaltender Therapie 12 Monate nach Bestrahlung oder nach Wiederaufbauplastik 6 Monate postoperativ, (b) gesicherte axilläre Lymphknotenmetastase bei unbekanntem Primärtumor und negativer Mammographie und Sonographie. International akzeptierte MRT-Indikationen umfassen zudem die Frage nach Prothesenruptur, die Abklärung bei schwieriger Beurteilbarkeit nach multiplen Biopsien, die Frage der Multifokalität, Multizentrizität oder kontralateraler Karzinomherde vor brusterhaltender Therapie, die Früherkennungsdiagnostik bei familiärem Brustkrebs und Verlaufskontrollen unter neoadjuvanter Chemotherapie.

Alle bildgebenden Verfahren können Karzinome übersehen oder Fehlalarme auslösen, die zu unnötigen Biopsien führen. Diagnostische Fehler können bei der Detektion und Charakterisierung von Brustläsionen auftreten. Typische Fehler umfassen ferner Spezialsituationen, in denen ein klinischer Befund unterschätzt wird oder Unstimmigkeiten zwischen Histologie und Bildgebung nicht kritisch genug bewertet werden