31. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin"

Wolfgang Weidner: Entzündungen als Ursache männlicher Fertilitätsstörungen

Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Weidner, Gießen

Entzündungen und Infektionen des männlichen Genitaltraktes stellen einen wichtigen und potentiell therapierbaren Faktor männlicher Subfertilität dar. Voraussetzung einer exakten Bewertung von Ejakulatveränderungen ist eine standardisierte Diagnostik. Dies gilt in besonderem Maße für die verschiedenen Formen des Prostatitissyndroms und die Epididymitis. Verschiedene entzündungs- und infektionsbedingte Veränderungen des Ejakulats wurden beim Prostatitissyndrom und der Epididymitis gefunden und sollen die Ejakulatqualität mindern.

Neben den Auswirkungen der Leukozyto- und Bakteriospermie werden heute insbesondere Entzündungsmediatoren wie Zytokine oder reaktive Sauerstoffspezies als relevante Pathomechanismen diskutiert. Zunehmend wird versucht, diese Parameter in die Diagnostik zu integrieren. Klinische Studien zur Ejakulatqualität bei den verschiedenen Formen des Prostatitissyndroms sind uneinheitlich. Als therapeutische Option ist bisher nur die antimikrobielle Therapie ausreichend beschrieben. Entscheidend für die Zukunft wird die Integration funktioneller und molekularer Parameter für die Definition einer Interaktion zwischen urogenitaler Entzündung und männlicher Fertilität sein.