31. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin"

Rudolf Weiner: Adipositaschirurgie – effektive Therapie der morbiden Adipositas und ihrer Begleiterkrankungen

Prof. Dr. med. Rudolf  Weiner, Frankfurt a. M.

Die operative Intervention bei morbider Adipositas ist im Zeitalter der minimal-invasiven Operationstechniken sicherer geworden und zeigt hinsichtlich des Therapieeffektes eine Überlegenheit gegenüber konservativen Behandlungsansätzen. Es existieren verschiedene restriktive Verfahren, die eine Nahrungszufuhr für feste Speisen einschränken. Am häufigsten verbreitet ist das steuerbare Magenband (englisch: gastric banding), welches jedoch eine hohe Compliance des Patienten erfordert. Malabsorptive Verfahren zielen auf eine Einschränkung der Fettassimilation. Die biliopankreatische Diversion (englisch: biliopancreatic diversion; BPD) findet eine zunehmende Verbreitung für extrem adipöse Patienten und solche Adipöse, die mit einem restriktiven Verfahren versagt haben. Gemischte Verfahren, wie der proximale Magenbypass (englisch: gastric bypass), sind in ihrem Therapieeffekt sicherer als rein restriktive Verfahren. Adipositas ist eine chronische Krankheit, die eine lebenslange Behandlung erfordert. Das trifft auch auf die erfolgreich Operierten zu. Die therapeutischen Effekte der Bypass-Verfahren auf das metabolische Syndrom sind nicht allein auf die Gewichtsreduktion zurückzuführen, sondern basieren auf spezifischen hormonalen Effekten. Der Diabetes Typ II bei Übergewicht und Adipositas kann, sofern er noch nicht über 15 Jahre besteht, durch Bypass-Verfahren beseitigt werden. Die Langzeiteffekte der Adipositaschirurgie auf die Komorbiditäten sind in Langzeitstudien inzwischen belegt.