31. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer "Fortschritt und Fortbildung in der Medizin"

Hans-Joachim Florek: Operative Behandlung cerebraler und peripherer Durchblutungsstörungen beim betagten Patienten

Dr. med. Hans-Joachim Florek, Dresden

Jeder Fünfte ist im höheren Lebensalter von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit betroffen. Die Indikationskriterien für eine Gefäßoperation sind nicht so eng gefasst wie im Bereich der Carotis-Chirurgie. In frühen Stadien der peripheren Verschlusskrankheit ist es durchaus angebracht, ausreichend konservative Therapie-Maßnahmen in Anwendung zu bringen. So kann zum Beispiel mittels medikamentöser Therapie, Gefäßsportgruppen und ausreichendem Gehtraining eine deutliche Besserung der beschwerdefreien Gehstrecke erreicht werden. Erst wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, die Lebensqualität der betroffenen erheblich eingeschränkt wird oder aber Ruheschmerzen und Nekrosen bestehen, ist die Indikation zur Gefäßrekonstruktion gegeben. Hierbei sollte man aber beachten, dass durch die vorhandenen Co-Morbiditäten die allgemeine Belastbarkeit für länger dauernde Gefäßrekonstruktionen eingeschränkt ist. Deshalb sollten vordergründig kürzere Operationsverfahren in Form von lokalen Thrombendarteriektomien und Patchplastiken zur Anwendung kommen. Erst wenn diese nicht möglich sind oder kein ausreichendes Ergebnis zeigen, muss zur Verhinderung der drohenden Amputation eine Gefäßrekonstruktion längeren Ausmaßes vorgenommen werden. Dem gegenüber steht die relativ hohe Letalität der primären Amputation im Unterschenkel- oder Oberschenkelbereich. Nach sorgfältigem Abwägen all dieser Faktoren muss die Entscheidung fallen: periphere Gefäßrekonstruktion oder primäre Amputation auch unter Beachtung der Lebenserwartung des Patienten.