Bedeutung von Nichtopioiden und Co-Analgetika

Prof. Dr. med. Raymond Voltz, Köln

Was ist neu?

In diesem Bereich gibt es noch viel zu wenig methodisch gute Studien. Daher gibt es nicht sehr viel Neues mit hoher Evidenzklasse zu berichten.

Was ist hiervon für die praktische Medizin wichtig?

  • ŸWundschmerz: 10 % von Tumorpatienten haben Schmerzen beim Verbandswechsel, jedoch nur 25 % davon erhalten eine adäquate Schmerz-Bedarfsmedikation.
  • Neuropathische Schmerzen: Nach Abwägung von Studienlage und Benefit sind am ehesten neben Opiaten Prägabalin/Gabapentin sowie die trizyklischen Antidepressiva zu empfehlen.
  • Knochenschmerzen: Mit dem Therapieziel Schmerzlinderung genügen 1-2 x 4-8 Gy Bestrahlung. An eine Radionuklidbehandlung z. B. mit Samarium-153-EDTMP zur Schmerzreduktion bei multiplen Knochenmetastasen wird noch zu wenig gedacht.

Ist Prävention möglich?

Ja, durch Beachtung relativ einfacher Prinzipien sind viele unnötige Schmerzzustände verhinderbar.

Welche Methoden sind obsolet?

Lamotrigin und Topiramat bei neuropathischem Schmerz, Standardschemata der Bestrahlung.

Welche Fehler werden erfahrungsgemäß häufig gemacht?

Fehler entstehen meist dadurch, dass keine differenzierte klinische Schmerzdiagnostik durch genaue Anamneseerhebung und einfache klinische Untersuchung am Kranken durchgeführt wird.

Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Konsequente Beachtung der Möglichkeiten der Nicht-Opiate zur Analgesie kann einige stationäre Einweisungen im Sinne der Patienten und der Kosten verhindern helfen.

Was muss deshalb dringend über die Fortbildung weitergegeben werden?

Eine differenzierte klinische Diagnose des Schmerzsyndroms führt zu therapierelevanter Einordnung.