Besondere Aspekte der Tumorschmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen

PD Dr. med. Boris Zernikow, Datteln

Optimale Schmerztherapie ist in der pädiatrischen Onkologie eine große Herausforderung. Tumorbedingte Schmerzen – wie im Erwachsenenalter – durch Tumorinfiltration und -kompression kommen seltener vor, therapiebedingte Schmerzen häufiger. Die regelmäßige Schmerzmessung muss mit Hilfe altersgerechter Instrumente erfolgen. Psychologische Maßnahmen zur Therapie und Prophylaxe von Schmerzen, insbesondere bei invasiven Eingriffen, sind von gleicher Wichtigkeit wie die medikamentöse Schmerztherapie. Letztere orientiert sich am WHO-Stufenschema, wobei die einzelnen Stufen vom Kind nicht erklommen werden müssen – starke Schmerzen bedürfen starker Opioide. Opioide sollen, wenn möglich oral und "nach der Uhr", verabreicht werden – schnell wirksame Opioide zusätzlich bei Durchbruchschmerzen. Die Dosierung geschieht auf einer Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht Basis. Patientenkontrollierte Analgesie und Dauertropfinfusionen haben einen höheren Stellenwert als in der Tumorschmerztherapie bei Erwachsenen, transdermale Applikationsformen sowie Adjuvanzien werden selten eingesetzt. Die häufigste Nebenwirkung der Opioidtherapie ist die Obstipation. Diese und auch andere mögliche Nebenwirkungen müssen antizipiert und konsequent prophylaktisch behandelt werden.