PET/CT in der Onkologie – kostenintensiv und kosteneffizient?

Prof. Dr. med. Markus Schwaiger, München

Die Positronen-Emissionstomographie (PET) hat den Diagnose-Algorithmus bei einer Vielzahl von onkologischen Erkrankungen verändert. Das Verfahren kann anhand charakteristischer Stoffwechselveränderungen maligne Tumore und bislang unbekannte Fernmetastasen im gesamten Organismus nachweisen, wodurch z.B. überflüssige, in kurativer Zielsetzung durchgeführte Operationen vermieden werden können. Die Wirtschaftlichkeit der PET für das Staging und Restaging des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms und die Dignitätsbeurteilung solitärer Lungenrundherde wurde kürzlich vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgestellt und das Verfahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Weitere, in europäischen Nachbarstaaten und den USA anerkannte Indikationen beinhalten das Staging und Restaging von Ösophagus-, kolorektalem und Mamma-Karzinom, malignem Lymphom, Melanom und Kopf-Hals-Tumoren. Der klinische Nutzen ist für diese Indikationen gezeigt. Ob die PET auch kosteneffektiv eingesetzt werden kann, wurde hingegen nur zum Teil nachgewiesen.

Die aufgrund der eingeschränkten anatomischen Information reduzierte Ortsauflösung der PET kann durch Koregistrierung der Computertomographie kompensiert werden. Bereits durch visuelle Korrelation von CT und PET lässt sich die Genauigkeit des Stagings verbessern. Allerdings ist die Zuverlässigkeit der visuellen Koregistrierung aufgrund von Bewegungsartefakten und unterschiedlicher Lagerung reduziert. Hybrid-PET/CT-Scanner haben zu einer verbesserten Integration von morphologischer und funktioneller Bild-Information geführt. Jedoch muss der Einfluss dieser Technologie auf das Patienten-Management, den Krankheitsverlauf und das Gesamtüberleben in größeren klinischen Studien untersucht werden.

Aufgrund der einzigartigen Möglichkeit der Definition biologischer Zielvolumina wird PET auch zur Bestrahlungsplanung an Bedeutung gewinnen. Jedoch sind randomisierte Validierungsstudien erforderlich, in welchen PET für die Bestrahlungsplanung implementiert wird. Das Verfahren ist auch für die Beurteilung der individuellen Prognose geeignet und hinsichtlich der Unterscheidung von Respondern und Patienten, die nicht auf eine Therapie ansprechen, den morphologisch basierten Verfahren (CT, MRT) überlegen. Allerdings sind auch bezüglich der Beurteilung des Therapieansprechens prospektive, randomisierte Studien erforderlich, um positive Auswirkungen auf das therapeutische Management und den weiteren Krankheitsverlauf nachzuweisen. Insbesondere müssen standardisierte Protokolle erarbeitet werden, um die Reproduzierbarkeit der Befunde sicherzustellen.