1. Berufsbezeichnung:
    Medizinisch-technische/r Assistent/in für Funktionsdiagnostik (MTAF)
  2. Welchen spezifischen Beitrag leistet der Beruf bei der Patientenversorgung?
    Der Gesetzgeber hat gem. Art 74 (1) Nr.19 des Grundgesetzes den Angehörigen der 4 MTA-Berufe (Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in, Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in, Medizinisch-technische/r Assistent/in für Funktionsdiagnostik, Veterinärmedizinisch-technische/r Assistent/in) vorbehaltene Tätigkeiten eingeräumt. Die Funktionsdiagnostik bedient sich komplizierter und empfindlicher elektronischer, häufig computergestützter Messverfahren, sowie der Telediagnostik. Dafür sind technisches Know how, hohe IT-Kompetenz neben naturwissenschaftlichem Fachwissen zwingend erforderlich, um der Verbesserung der Patientenversorgung und dem Patientenschutz zu dienen. Medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik (MTAF) wenden funktionsdiagnostische Methoden an, um den Zustand des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, der Sinnesorgane insbesondere Hals-Nasen-Ohren-Bereich, des Herz-Kreislaufsystems, der Lunge und der Atemmuskulatur zu erheben. Die durch eine/n MTAF erhobenen Untersuchungsergebnisse ermöglichen häufig erst eine Diagnosestellung durch den Arzt/Ärztin, ebenso kann damit das Ausmaß von Störungen beurteilt werden. Die erhobenen Befunde haben präventive und therapeutische Konsequenzen für den Patienten. Untersuchungsbefunde in der Funktionsdiagnostik sind sehr von der Kooperation und Anstrengung des Patienten abhängig, die maximale Mitarbeit ist für das Ergebnis eintscheidend. Die optimale Patientenführung und pädagogisches Geschick, aber auch Durchsetzungsvermögen und Empathie seitens der/s MTAF sind daher Voraussetzung für ein plausibles Ergebnis.
  3. Mit welchen drei Berufen erfolgt eine besonders intensive Zusammenarbeit?
    • Arzt / Ärztin
    • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
    • Medizinische/r Fachangestellte/r
  4. Tätigkeitsorte:
    • Krankenhaus
    • Reha-Einrichtung
    • öffentlicher Gesundheitsdienst
    • Forschungseinrichtung
    • Gesundheitswirtschaft
    • Beratungsstelle
  5. Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung bzw. zum Studium:
    • Realschulabschluss bzw. Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss
    • eine nach Hauptschulabschluss oder einem gleichwertigen Abschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer
  6. Mindestalter:
    Kein Mindestalter für den Beginn der Ausbildung; Personen unter 18 Jahren unterliegen bei Arbeiten in Kontrollbereichen und mit bestimmten Gefahrstoffen zusätzlichen Bestimmungen.
  7. Art der Ausbildung:
    Die Ausbildung erfolgt an staatlich anerkannten Schulen für technische Assistenten in der Medizin (§ 4 MTAG).
  8. Dauer der Ausbildung:3 Jahre
  9. Ziel der Ausbildung:
    Unter Anwendung geeigneter Verfahren legt die/der MTAF den folgerichtigen Ablauf der Untersuchung fest und entscheidet über die Notwendigkeit weiterführender funktionsdiagnostischer Verfahren, um den Funktionszustand des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, der Sinnesorgane, des Herzens und  Blutgefäßsystems, der Lunge und der Musklatur zu erheben. Medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik (MTAF) führen Untersuchungen selbstständig und eigenverantwortlich auf Anforderung des Arztes/Ärztin durch, beziehungsweise assistieren bei diagnostischen Untersuchungen und therapeutischen Maßnahmen.
  10. Ausbildungsinhalte/ -fächer:
    Laut MTA-APrV umfasst die Ausbildung zur MTAF: MTAF theoretischen und praktischen Unterricht von 2370 Stunden sowie eine praktische Ausbildung von 2030 Stunden. Fächer sind u.a.:
    • Neurophysiologische Funktionsdiagnostik
    • Audiologische und HNO-Funktionsdiagnostik
    • Kardiovaskuläre Funktionsdiagnostik
    • Pneumologische Funktionsdiagnostik
    • Biologie und Ökologie
    • Hygiene
    • Erste Hilfe
    • Physik
    • Statistik
    • EDV und Dokumentation
    • Anatomie
    • Physiologie / Phathophysiologie
    • Psychologie / Pädagogik / Soziologie
    • Arzneimittellehre
    • Gerätekunde
    • Allgemeine Krankheitslehre
    • Spezielle Krankheitslehre
    • Fachenglisch
  11. Gesetzliche Grundlage:
    • Gesetz über technische Assistenten in der Medizin (MTAGesetz-MTAG) vom 2. August 1993 (BGBl. I S. 1402) Ausbildungs – und Prüfungsverordnung für technische Assistenten in der Medizin (MTA-APrV) vom 25.04.1994 (BGBl. I S. 922)
  12. Art des Gesetzes:
    • Bundesgesetz
  13. Letzte Änderung der gesetzl. Grundlage:
    02.08.1993
  14. Berufsverband:
    Logo
    DVTA Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e.V.
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