1. Berufsbezeichnung:
    Hebamme/Entbindungspfleger
  2. Welchen spezifischen Beitrag leistet der Beruf bei der Patientenversorgung?
    Die Betreuung und Versorgung von schwangeren Frauen, Gebärenden und Wöchnerinnen und deren Neugeborenen stellt eine zentrale gesellschaftliche Dienstleistung im Rahmen des Gesundheitswesens dar. Lt. geltendem Hebammengesetz von 1985 sind Hebammen/Entbindungspfleger befugt, schwangere Frauen zu beraten und zu betreuen, die normale Geburt eigenverantwortlich zu leiten sowie den Wochenbettverlauf und die Neugeborenenperiode zu überwachen. Dies beinhaltet Vorsorgemaßnahmen und Untersuchungen, das Erkennen von Regelwidrigkeiten bei Mutter und Kind, die Hinzuziehung des Arztes bei pathologischem Verlauf sowie die Durchführung von Notfallmaßnahmen. Hebammen/Entbindungspfleger nehmen neben der eigentlichen Geburtshilfe zunehmend ihre präventiven und gesundheitsfördernden Aufgaben im Bereich der Familienplanung, Schwangerenvorsorge und in der Versorgung junger Familien im Rahmen interprofessioneller Versorgungsstrukturen wahr. Dabei vertreten Hebammen/Entbindungspfleger national und international interventionsfreie Konzepte, in dessen Mittelpunkt die Frau und ihre Bedürfnisse stehen.
  3. Mit welchen drei Berufen erfolgt eine besonders intensive Zusammenarbeit?
    • Arzt / Ärztin (Fachärzte im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe)
    • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
    • Kinderkrankenpfleger/in
  4. Tätigkeitsorte:
    • Krankenhaus
  5. Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung bzw. zum Studium:
    • Realschulabschluss bzw. Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss
    • Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung, sofern der Bewerber
      - eine mindestens zweijährige Pflegevorschule erfolgreich besucht hat oder
      - eine Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei
        Jahren erfolgreich abgeschlossen hat oder
    • die Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer
  6. Mindestalter:
    lt. Hebammengesetz 17 Jahre
  7. Art der Ausbildung:
    • staatlich anerkannte Schule
  8. Dauer der Ausbildung:3 Jahre
  9. Ziel der Ausbildung:
    Die Ausbildung soll insbesondere dazu befähigen:
    • Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett Rat zu erteilen und die notwendige Fürsorge zu gewähren
    • normale Geburten zu leiten
    • Komplikationen des Geburtsverlaufs frühzeitig zu erkennen
    • Neugeborene zu versorgen
    • den Wochenbettverlauf zu überwachen
    • eine Dokumentation über den Geburtsverlauf anzufertigen
  10. Ausbildungsinhalte/ -fächer:
    Theoretische Ausbildung:
    • Berufs‐, Gesetzes‐ und Staatsbürgerkunde
    • Gesundheitslehre
    • Hygiene und Grundlagen der Mikrobiologie
    • Grundlagen für die Hebammentätigkeite
    • Grundlagen der Psychologie
    • Soziologie
    • Pädagogik
    • Biologie
    • Anatomie
    • Physiologie
    • Allgemeine Krankheitslehre
    • Allgemeine und Spezielle Arzneimittellehre
    • Erste Hilfe
    • Einführung in Planung und Organisation im Krankenhaus
    • Fachbezogene Physik und Chemie
    • Sprache und Schrifttum
    • Menschliche Fortpflanzung
    • Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
    • Praktische Geburtshilfe
    • Pflege
    • Wartung und Anwendung geburtshilflicher Apparate und Instrumente
    • Schwangerenbetreuung
    • Wochenpflege
    • Neugeborenen‐ und Säuglingspflege
    • Allgemeine und Spezielle Krankenpflege
    • Grundlagen der Psychologie, Soziologie und Pädagogik
    • Grundlagen der Rehabilitation
    Praktische Ausbildung:
    • Entbindungsabteilung
    • Wochen‐ und Neugeborenenstation
    • operative und nichtoperative Station
    • Kinderklinik
    • Operationssaal
    • eine Kannbestimmung: Externat bei einer freiberuflichen Hebamme bzw. Einrichtung.
  11. Gesetzliche Grundlage:
    • Gesetz über den Beruf der Hebamme und des Entbindungspflegers vom 4. Juni 1985 (HebG)
  12. Art des Gesetzes:
    • Bundesgesetz
  13. Letzte Änderung der gesetzl. Grundlage:
    24.07.2010
  14. Berufsverband:
    Logo
    Deutscher Hebammen Verband e. V.
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