1. Berufsbezeichnung:
    Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  2. Welchen spezifischen Beitrag leistet der Beruf bei der Patientenversorgung?
    Pflege umfasst die autonome und kollaborative Versorgung von Individuen aller Altersstufen, Familien, Gruppen und Gemeinschaften, ob gesund oder krank, in allen Settings. Pflege beinhaltet die Förderung von Gesundheit, die Verhütung von Krankheit und die Sorge für kranke, behinderte und sterbende Menschen. Anwaltschaft, Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik und des Patienten- und Gesundheitssystemmanagements und Bildung sind zentrale Pflegeaufgaben (ICN 2003).
  3. Mit welchen drei Berufen erfolgt eine besonders intensive Zusammenarbeit?
    • Arzt / Ärztin
    • Pflegefachpersonen
    • Heilmittelerbringer/in (z. B. Physio- oder Ergotherapeut/in)
  4. Tätigkeitsorte:
    • Krankenhaus
    • Reha-Einrichtung
    • ambulante Pflegeeinrichtung
    • öffentlicher Gesundheitsdienst
    • Forschungseinrichtung
    • zugelassene Praxis
    • Gesundheitswirtschaft
    • stationäre Pflegeeinrichtung
    • Beratungsstelle
  5. Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung bzw. zum Studium:
    • Realschulabschluss bzw. Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss
    • Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss
    zusammen mit:
    1. einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren oder
    2. einer Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/in oder einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe.
  6. Mindestalter:
  7. Art der Ausbildung:
    • Ausbildungsvertrag mit einem Krankenhaus oder mit Krankenhausträger im Verbund für die praktische Ausbildung und führt die theoretische Ausbildung an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule: mehrheitlich staatlich anerkannte Schulen und je nach Landesrecht vereinzelt als staatliche Berufsfachschule
  8. Dauer der Ausbildung:3 Jahre
  9. Ziel der Ausbildung:
    Die Ausbildung soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand pflegewissenschaftlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten vermitteln. Die Pflege ist dabei unter Einbeziehung präventiver, rehabilitativer und palliativer Maßnahmen auf die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der zu pflegenden Menschen auszurichten. Dabei sind die unterschiedlichen Pflege- und Lebenssituationen sowie Lebensphasen und die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Menschen zu berücksichtigen (Ausbildungsziel). Die Ausbildung für die Pflege soll insbesondere dazu befähigen:
    1. die folgenden Aufgaben eigenverantwortlich auszuführen: Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege, Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege, Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit sowie Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes
    2. Folgenden Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung auszuführen:
      - eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen
      - Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation
      - Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen
    3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen  und dabei multidisziplinäre und berufsübergreifende Lösungen von Gesundheitsproblemen zu entwickeln.
    Soweit in Modellvorhaben erweiterte Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten erprobt werden, hat sich die Ausbildung auch auf die Befähigung zur Ausübung der Tätigkeiten zu erstrecken, für die das Modellvorhaben qualifizieren soll. Das Nähere regeln die Ausbildungspläne der Ausbildungsstätten.
  10. Ausbildungsinhalte/ -fächer:
    Inhalte des praktischen und theoretischen Unterrichts sind:
    • Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten, Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und auswerten
    • Unterstützung, Beratung und Anleitung in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen fachkundig gewährleisten
    • Bei der Entwicklung und Umsetzung von Rehabilitationskonzepten mitwirken und diese in das Pflegehandeln integrieren, personenbezogen ausrichten und an pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten
    • Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbestimmungen sowie wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten
    • bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken
    • Lebenserhaltende Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes einleiten
    • Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu bewältigen
    • auf die Entwicklung des Pflegeberufs im gesellschaftlichen Kontext Einfluss nehmen
    • in Gruppen und Teams zusammenarbeiten
    Praktische Einsätze sind: Im allgemeiner Bereich: Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der stationären Versorgung in kurativen Gebieten:
    •  Innere Medizin
    • Geriatrie
    • Neurologie
    • Chirurgie
    • Gynäkologie
    • Pädiatrie
    • Wochen- und Neugeborenenpflege
    • sowie in rehabilitativen und palliativen Gebieten
    • in der ambulanten Versorgung (präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ)
    Im Differenzierungsbereich für die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege:
    • Pädiatrie
    • Neonatologie
    • Kinderchirurgie
    • Neuropädiatrie
    • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  11. Gesetzliche Grundlage:
    • Krankenpflegegesetz vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442), zuletzt geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 24. Juli 2010 (BGBl. I S. 983) (KrPflG)
    • Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege vom
      10. November 2003 (BGBl. I S. 2263), zuletzt geändert durch Artikel 35 des Gesetzes vom 2. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2686) (KrPflAPrV)
  12. Art des Gesetzes:
    • Bundesgesetz
  13. Letzte Änderung der gesetzl. Grundlage:
    24.07.2010
  14. Berufsverband:
    Logo
    Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwersternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e. V. (ADS)
    Logo
    Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e. V.
    Logo
    Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e. V. (BALK)
    Logo
    Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS)
    Logo
    Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF)
    Logo
    Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e. V.
    Logo
    Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V.
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