1. Berufsbezeichnung:
    Sozialarbeiter/in, Sozialpädagoge/in (B.A., M.A.)
  2. Welchen spezifischen Beitrag leistet der Beruf bei der Patientenversorgung?
    Krankheit bedeutet für Patienten im Gesundheitswesen häufig nicht nur die Bewältigung medizinischer Probleme, sondern betrifft - besonders bei chronisch Kranken - viele Lebensbereiche. So kann zum Beispiel die Fähigkeit zur Bewältigung des Alltags eingeschränkt und die Teilhabe am beruflichen Leben gefährdet sein. Psychische Belastungen, finanzielle Probleme, aber auch Suchtprobleme, können durch Krankheit entstehen und verschärft werden. Es entwickeln sich häufig auch für die Familien der Erkrankten Belastungen, weil sich Angehörige um die Erkrankten kümmern oder weil die erkrankten Menschen selber ihre Verantwortung für Kinder oder pflegebedürftige Eltern nicht mehr wie gewohnt tragen können. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen zielt auf diese psychosozialen Probleme im Zusammenhang mit Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit. Zu ihren Leistungen gerhören u. a.:
    • Hilfe um Krankheit und Krankheitsfolgen zu verarbeiten, anzunehmen und ggf. das Leben mit krankheitsbedingten Einschränkungen zu organisieren.
    • Medizinische, berufliche und soziale Leistungen der Prävention, Akutbehandlung, Rehabilitation und Pflege aufeinander abzustimmen.
    • Hauptaufgabe der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen ist auf individueller Ebene die psychosoziale und sozialrechtliche Beratung sowie die Erschließung persönlicher, institutioneller und informeller Ressourcen sowie die Vernetzung der Leistungen.
    • Soziale Arbeit übernimmt Aufgaben der Stützung des Patienten in seiner Lebensumwelt, der Vermittlung von Angeboten zur Alltagsbewältigung, der sozialen Therapie, der sozialen Beratung und Hilfe. Ziel ist es dabei, alle Hilfen so zu vernetzen, dass sie optimal dem Bedarf der Patienten entsprechen.
    • Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit übernimmt auch Aufgaben in der Suchtberatung und ambulanten Suchttherapie, der Prävention und Elternbindung zur gesundheitsförderndem Verhalten, der Förderung von gesundheitsbezogener Selbsthilfe, der Beratung von Angehörigen und der Entwicklung von Konzepten für gesundheitsfördernde Lebendsbedingungen in Stadtteilen und Gemeinden.
    Gesundheitsfördernde und Krankheitsfolgen bearbeitende Sozialarbeit wird im ambulanten und stationären Bereich des Gesundheitswesens geleistet.
  3. Mit welchen drei Berufen erfolgt eine besonders intensive Zusammenarbeit?
    • Medizin
    • Pflege
    • öffentliche und wohlfahrtspflegerische Berufsgruppen
  4. Tätigkeitsorte:
    • Krankenhaus
    • Reha-Einrichtung
    • ambulante Pflegeeinrichtung
    • öffentlicher Gesundheitsdienst
    • Forschungseinrichtung
    • zugelassene Praxis
    • Gesundheitswirtschaft
    • stationäre Pflegeeinrichtung
    • Beratungsstelle
  5. Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung bzw. zum Studium:
    • Realschulabschluss bzw. Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss
    • Hochschulreife bzw. Abitur oder gleichwertiger Abschluss
  6. Mindestalter:
  7. Art der Ausbildung:
    • Hochschulstudium
    • Berufsakademie
  8. Dauer der Ausbildung:Mindestdauer für alte Studiengänge: 8. Sem (FH-Diplom) / 10 Sem. (Uni-Diplom) Mindestdauer für neue Studiengänge 6/7 Sem. für BA / 3/4 Sem. für MA
  9. Ziel der Ausbildung:
    Soziale Arbeit als Beruf fördert den sozialen Wandel und die Lösung von Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen und sie befähigt die Menschen, in freier Entscheidung ihr Leben besser zu gestalten. Gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse über menschliches Verhalten und soziale Systeme greift Soziale Arbeit dort ein, wo Menschen mit ihrer Umwelt in Interaktion treten. Grundlagen der Sozialen Arbeit sind die Prinzipien der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit. Die Aufgabe ist es, Menschen zu befähigen ihre gesamten Möglichkeiten zu entwickeln, ihr Leben zu bereichern und Dysfunktionen vorzubeugen. Professionelle Soziale Arbeit arbeitet schwerpunktmäßig auf Problemlösung und Veränderung hin. Professionelle Soziale Arbeit ist ein Netzwerk von Werten, Theorien und Praxis. Die Werte von Sozialer Arbeit sind in den „Codes of Ethics" in aller Welt enthalten. Die Arbeitsweise der professionellen Sozialen Arbeit beruht auf einem systemischen Wissen, das sich herleitet aus Forschung und Praxis. Professionelle Soziale Arbeit benennt die Grenzen, Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die in der Gesellschaft existieren. Sie antwortet auf Krisen und Gefahren ebenso, wie auf alltäglich auftretende persönliche und soziale Probleme. Professionelle Soziale Arbeit verfügt über eine Vielfalt von Methoden und Techniken so wie Handlungsmöglichkeiten, die sich sowohl auf den einzelnen Menschen wie auf die Umwelt konzentrieren. Die Intervention von professioneller Sozialer Arbeit reicht von rein personenbezogenen psychosozialen Prozessen, bis zur Beteiligung an sozialer Gesetzgebung, Planung und Entwicklung. Dies bezieht mit ein Beratung, klinische Sozialarbeit, Gruppenarbeit, sozial-pädagogische Arbeit, Familienberatung und -therapie. (Quelle: International Federation of Social workers (IFSW) - www.ifsw.com) (Weiteres s. Qualifikationsrahmen Soziale Arbeit)
  10. Ausbildungsinhalte/ -fächer:
    • Recht (insbes. Sozialrecht, Jugendhilferecht, Familienrecht, Verwaltungsrecht, BGB)
    • Soziologie
    • Psychologie
    • Pädagogik
    • Sozialmedizin
    • Geschichte der Sozialen Arbeit
    • Theorie Sozialer Arbeit
    • Methoden ( z.B. Case Management, Supervision, Gesprächsführung, Beratung)
    • Wissenschaftstheorie
    • Forschungsmethoden
    • Sozialpolitik
    • Ethik
    • Sozialökonomie
    • Diversity
    • Sozialmanagement
    • Projektmanagement
  11. Gesetzliche Grundlage:
    • Rechtliche Festlegungen im Gesundheitsbereich finden sich in der Zulassung zur Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapie (Psychotherapeutengesetz) und zur Soziotherapie (SGB V).
    • Ferner schreiben einige Landeskrankenhausgesetze den Einsatz von Sozialarbeitern im Krankenhaussozialdienst fest. Ihre Beschäftigung wird zudem in diversen bundesweit geltenden Richtlinien zur Reha vorgegeben.
    • Für den Bereich der Drogenhilfe ergeben sich weitere landesrechtliche Vorgaben.
  12. Art des Gesetzes:
    • Bundesgesetz
    • Landesgesetz
  13. Letzte Änderung der gesetzl. Grundlage:
  14. Berufsverband:
    Logo
    Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG)
    Logo
    Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. - DBSH -
    Logo
    Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS)
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