Rekrutierung, Aus- und Fortbildung von Medizinischen Fachangestellten für die ambulante medizinische Versorgung

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat im Januar 2010 ein Handlungskonzept verabschiedet, das zeigt, wie die Landesärztekammern als „zuständige Stellen“ und die Bundesärztekammer den zukünftigen Fachkräftebedarf in der ambulanten medizinischen Versorgung durch konkrete Maßnahmen zur Rekrutierung und Ausbildung geeigneter Auszubildender und Mitarbeiter/innen zielorientiert und wirkungsvoll unterstützen können. Stand: 09.08.2011

Rekrutierung, Aus- und Fortbildung von Medizinischen Fachangestellten für die ambulante medizinische Versorgung [PDF]


Ausschuss und Ständige Konferenz „Medizinische Fachberufe“ haben am 11.12.2008 beschlossen, sich in ihrer nächsten Sitzung angesichts der absehbaren personellen und strukturellen Entwicklungen im Gesundheitswesen mit den Personalressourcen in der ambulanten medizinischen Versorgung unter dem Aspekt der Rekrutierung und Qualifizierung von auszubildenden Medizinischen Fachangestellten zu beschäftigen. Es zeichnet sich ab, dass wegen des prognostizierten Rückgangs der Schulabgängerzahlen bei gleichzeitig veränderten Versorgungsbedarfen eine zunehmende Konkurrenz um geeignete Bewerber/-innen für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten entsteht. Die Ärztekammern als für die Aus- und Fortbildung von Medizinischen Fachangestellten „zuständige Stellen“ nach dem Berufsbildungsgesetz sollten sich daher rechtzeitig mit dieser Entwicklung auseinandersetzen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Engagement in diesem Bereich kann auch den Status und die Reputation der ärztlichen Selbstverwaltung unterstreichen.

Ausschuss und Ständige Konferenz haben angeregt, dass diese Diskussion auf der Basis einer Umfrage bei den Landesärztekammern zu den von diesen hierzu geplanten Aktivitäten und Maßnahmen erfolgt. Zur rechtzeitigen und strukturierten Vorbereitung der Diskussion in den Fachberufegremien wurden die Landesärztekammern gebeten, folgendes mitzuteilen:

  1. Welche konkreten Maßnahmen zur Rekrutierung von Auszubildenden sowie ausbildenden Praxen werden durchgeführt oder sind in Planung?
  2. Welche Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität/Qualität der Ausbildung sowie der Fortbildung finden statt bzw. sind geplant?
  3. Welche Fördermaßnahmen auf Landesebene werden hierfür ggf. in Anspruch genommen?

Vor diesem Hintergrund ist das Papier wie folgt aufgebaut:

Zunächst erfolgt eine Darstellung ausgewählter statistischer Daten und Prognosen zum Arbeitskräftebedarf sowie zur Morbiditätsentwicklung, die zur Begründung des Themas und zur Verwendung für Rekrutierungsaktionen nutzbar sind (Abschnitt 2). Unter dieser Zielsetzung werden dann die oft kritisch gesehenen Kosten-Nutzen-Argumente analysiert (Abschnitt 3) sowie die Funktion der Medizinischen Fachangestellten in der zukünftigen ambulanten Versorgung betrachtet (Abschnitt 4). Die Rückmeldungen aller Ärztekammern zu laufenden oder geplanten Maßnahmen sind im Abschnitt 5 zusammengefasst und im Anhang dokumentiert. Abschnitt 6 enthält eine Zusammenstellung von Förderprogrammen zur Rekrutierung und Qualifizierung.

Das Papier mündet in Handlungsempfehlungen der Gremien für vorausschauende, die niedergelassenen Ärzte unterstützende Maßnahmen zur Rekrutierung von Personal (Abschnitt 7).

Das Papier wurde am 17. Dezember 2009 von Ausschuss und Ständiger Konferenz Medizinische Fachberufe diskutiert und verabschiedet sowie vom Vorstand der Bundesärztekammer am 22. Januar 2010 beschlossen und den Landesärztekammern zur Umsetzung empfohlen.

Der Deutsche Ärztetag hat auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer die Thematik ebenfalls diskutiert und mit großer Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst (DS V-11).