Ich möchte im Ausland eine Praxisvertretung machen, was muss ich tun?

Zunächst müssten Sie im Vorfeld Umfang und Art der Vertretungstätigkeit den jeweils national zuständigen Stellen melden.

Soweit eine Tätigkeit in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ausgeübt wird, ist diese unter dem Aspekt der Dienstleistungserbringung zu bewerten.

Nach der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen ist es Ärztinnen und Ärzten aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gestattet, vorübergehend und gelegentlich Dienstleistungen zu erbringen (Artikel 5 ff.). Außerdem wird vorausgesetzt, dass die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte automatisch anerkennbar ist (siehe Artikel 21 ff.).

Demnach besteht im Falle einer vorübergehenden Dienstleistungserbringung eine Anzeige- bzw. Meldepflicht bei den nationalzuständigen Behörden.
In Deutschland sind das die Obersten Landesgesundheitsbehörden bzw. Regierungspräsidien.

Die Dienstleistungserbringer haben beim Erbringen der Dienstleistung im Geltungsbereich der Richtlinie 2005/36/EG die Rechte und Pflichten eines Arztes/einer Ärztin und unterstehen den jeweiligen nationalen Berufsordnungen.

Außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sollten Sie bei den zuständigen Registrierungsbehörden die Zugangsvoraussetzungen zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit abklären. In unserem Länderverzeichnis finden Sie die national zuständigen Stellen.