Staatsangehörige mit einer ärztlichen Grundausbildung aus einem Drittland

Staatsangehörige der Europäischen Union (EU), Norwegen, Island, Liechtenstein sowie der Schweiz mit ärztlichem Basisdiplom aus einem Nicht-EU-Land sowie Staatsangehörige aus Drittstaaten mit einem ärztlichen Basisdiplom aus einem Nicht-EU-Land

Staatsangehörige der Europäischen Union (EU), Norwegen, Island, Liechtenstein sowie der Schweiz mit ärztlichem Basisdiplom aus einem Nicht-EU-Land sowie Staatsangehörige aus Drittstaaten mit einem ärztlichen Basisdiplom aus einem Nicht-EU-Land

 

Eine ärztliche Tätigkeit in Deutschland (assistenzärztliche Tätigkeit in der Weiterbildung bzw. fachärztliche Tätigkeit) kann nur mit einer gültigen Approbation (bzw. Berufserlaubnis) ausgeübt werden.

Die zuständigen Stellen für den Berufszugang sind die Obersten Landesgesundheitsbehörden in den jeweiligen Bundesländern. Eine Liste mit Ansprechpartnern und Adressen finden Sie auf unserer Website unter 

Zuständige Stellen zur Erteilung der Approbation und der Berufserlaubnis [PDF]

Die für den ärztlichen Berufszugang relevanten Rechtsgrundlagen -   Bundesärzteordnung sowie Approbationsordnung - können Sie hier einsehen:

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/aappo/gesamt.pdf

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/b_o/gesamt.pdf

Am 1. April 2012 ist das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen („Anerkennungsgesetz“) in Kraft getreten. Seither kann die Approbation unabhängig von der Staatsangehörigkeit beantragt werden.

Die Obersten Landesgesundheitsbehörden prüfen auf der Basis der gültigen Approbationsordnung die Gleichwertigkeit einer abgeschlossenen medizinischen Grundausbildung (Medizinstudium und Berufszugang im Herkunftsland). Ist diese nicht gegeben, wird geprüft, ob die Unterschiede in der medizinischen Grundausbildung durch einschlägige Berufserfahrung ausgeglichen werden können.  Ist das nicht der Fall, ist eine Kenntnisstandprüfung (medizinische Grundausbildung aus einem Drittstaat) bzw. Eignungsprüfung (medizinische Grundausbildung aus einem EU-Staat) zu absolvieren. In der Regel werden Prüfungsnachweise über ausreichende Sprachkenntnisse verlangt (z.B. Level B2 Mittelstufe, Europäischer Referenzrahmen).
Bei Detailfragen (behördeninterne Gleichwertigkeitsprüfung, eventuell zu absolvierende Kenntnisstandprüfung bzw. Eignungsprüfung, neue Rechtslage aufgrund des „Anerkennungsgesetzes", einzureichende Dokumente etc.) empfehlen wir die direkte Kontaktaufnahme mit den zuständigen Behörden.

Informationen zum Anerkennungsgesetz gibt es unter den folgenden Links in deutscher und englischer Sprache:

http://www.anerkennung-in-deutschland.de
http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/en/

Informationen zur Niederlassung finden Sie auf den Websiten der Kassenärztlichen Vereinigungen in den jeweiligen Bundesländern.

Weiterbildungsabschlüsse aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und der Schweiz werden in der EU nicht automatisch angerechnet. Die jeweiligen Diplome fallen nicht unter die Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. Die Landesärztekammern sind als Körperschaften des öffentlichen Rechts für die Prüfung und eventuelle Anrechnung von Weiterbildungszeiten sowie Facharztdiplomen zuständig. Bei Nicht-EU-Diplomen vergleicht die Weiterbildungsabteilung Ihrer zuständigen Landesärztekammer Inhalt und Dauer der abgeleisteten Weiterbildung mit den Anforderungen der für die Landesärztekammer gültigen Weiterbildungsordnung. Die Bundesärztekammer übt als Arbeitsgemeinschaft der Landesärztekammern keine Aufsichtsfunktion aus und hat in Fällen der Anerkennung von ausländischen Weiterbildungen keine Regelungskompetenz, da die Landesärztekammern als Körperschaften des Öffentlichen Rechts rechtlich eigenständig sind.

In der Regel ist bei der Prüfung auf Anrechenbarkeit von Drittstaatsdiplomen unter anderem der § 19 der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer maßgeblich. Diese können Sie jeweils online einsehen über die Websiten der Landesärztekammern, Menüpunkt „Weiterbildung“.

Die Musterweiterbildungsordnung ist nicht rechtlich bindend für die Ärztinnen und Ärzte, die auf Landesebene Pflichtmitglieder in den Landesärztekammern sind.

§ 19 der Musterweiterbildungsordnung:

Anerkennung von Weiterbildungen außerhalb des Gebietes der Europäischen Union (Mitgliedstaat) und außerhalb der anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Staat) und außerhalb eines Staates, dem Deutschland und die Europäische Union einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben (Vertragsstaat) als Facharztbezeichnung

(1) Wer einen Weiterbildungsnachweis besitzt, der in einem Drittstaat ausgestellt wurde, erhält auf Antrag die Anerkennung der Bezeichnung, wenn die Gleichwertigkeit des Weiterbildungsstandes gegeben ist.

Diese Personen führen die dafür in dieser Weiterbildungsordnung vorgesehene Bezeichnung.

(2) Für die Überprüfung der Gleichwertigkeit gilt § 18 Abs. 3 Sätze 3 bis 5 entsprechend.

Der Nachweis der erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten wird durch das Ablegen einer Prüfung erbracht.

Für die Prüfung gelten die §§ 13 bis 16 entsprechend.

Die erforderlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten sind nach Satz 2 auch nachzuweisen, wenn die Prüfung des Antrags nur mit unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand möglich ist, weil die erforderlichen Unterlagen und Nachweise aus Gründen, die nicht in der Person des Antragstellers liegen, von diesem nicht vorgelegt werden können.

(3) Für das Anerkennungsverfahren gelten die Vorschriften über Fristen, Unterlagen und Bescheinigungen sowie Auskünfte nach § 18 Abs. 4 Sätze 3 und 4, Abs. 5 Sätze 1 bis 6 sowie Abs. 6 entsprechend.

§ 19a Anerkennung von Weiterbildungen außerhalb des Gebietes der Europäischen Union (Mitgliedstaat) und außerhalb der anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Staat) und außerhalb eines Staates, dem Deutschland und die Europäische Union einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben (Vertragsstaat) als Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung

(1) Für die Fälle einer Anerkennung nach § 2 Abs. 3 und 4 gilt § 19 Abs. 2 und Abs. 3 entsprechend.

(2) § 18 Abs. 3 Satz 4 Nr. 1 findet keine entsprechende Anwendung. Wesentliche Unterschiede liegen vor, wenn sich die Dauer der nachgewiesenen Weiterbildung gegenüber der in dieser Weiterbildungsordnung geregelten Weiterbildung deutlich unterscheidet.