Staatsangehörige der Europäischen Union (EU), Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz

Die Richtlinie 2005/35/EG [PDF] des Europäischen Parlaments und des Rates vom 07. September 2005 regelt die berufliche Anerkennung im Bereich der reglementierten Berufe. Sie gilt für alle Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union (EU), des sonstigen Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz, die ihre Qualifikation in einem Mitgliedsstaat erworben haben und gewährleistet ihnen den Zugang zu demselben Beruf unter denselben Voraussetzungen wie Inländern.   

Die Richtlinie 2005/36/EG sieht zwei Anerkennungssysteme vor: Die automatische Anerkennung ohne materielle Prüfung und die allgemeine Anerkennung.

Fachärztliche Weiterbildungen, die nicht unter das automatische Anerkennungssystem fallen, werden durch die zuständigen Landesärztekammern  nach dem allgemeinen Anerkennungssystem geprüft, indem die Inhalte und die Dauer der betreffenden Weiterbildung auf der Basis der aktuellen Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer sowie unter Beachtung der Richtinie 2005/36/EG verglichen werden.

Staatsangehörige eines Mitgliedsstaats der Europäischen Union (EU), des sonstigen Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz, die ihre ärztliche Ausbildung in einem dieser Staaten abgeschlossen haben, dürfen eine ärztliche Tätigkeit in Deutschland aufnehmen, nachdem sie von der Approbationsbehörde des Bundeslands, in dem sie die Aufnahme einer Tätigkeit anstreben, die Approbation als Arzt/Ärztin auf Antrag erhalten haben. Die Approbation nach § 3 der Bundesärzteordnung ist bundesweit gültig und ermöglicht den uneingeschränkten Zugang zur Ausübung des ärztlichen Berufes in Deutschland. Die Approbation berechtigt zur Ausübung des ärztlichen Berufes an Krankenhäusern, in Instituten etc. sowie in eigener Praxis.

Die für den Approbationsantrag einzureichenden Dokumente finden Sie auf den Websites der Approbationsbehörden.

Entsprechend § 39 („Antrag auf Approbation“) der Approbationsordnung (ÄApprO) für Ärzte sind dem Antrag auf Approbation bei der zuständigen Behörde folgende Dokumente beizufügen:

1.) ein kurz gefasster Lebenslauf,
2.) die Geburtsurkunde, bei Verheirateten auch die Eheurkunde
3.) Identitätsnachweis,
4.) ein amtliches Führungszeugnis, das nicht früher als einen Monat vor der Vorlage ausgestellt sein darf,
5.) eine Erklärung darüber, ob gegen den Antragsteller ein gerichtlichesStrafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist,
6.) eine ärztliche Bescheinigung, die nicht älter als einen Monat sein darf, aus der hervorgeht, dass der Antragsteller nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet ist und
7.) das Zeugnis über die Ärztliche Prüfung.

Soweit die Nachweise nicht in deutscher Sprache ausgestellt sind, sind sie zusätzlich in beglaubigter Übersetzung vorzulegen. Die zuständige Stelle des Landes kann die Vorlage weiterer Nachweise, insbesondere über eine bisherige Tätigkeit, verlangen.

Nach Erteilung der Approbation erfolgt die Anmeldung in der zuständigen Landesärztekammer.
Die Weiterbildungsabteilung der zuständigen Landesärztekammer prüft die eventuelle Anrechenbarkeit von internationalen Facharztdiplomen bzw. im Ausland absolvierten Weiterbildungszeiten und ob die Genehmigung zum Führen einer in Deutschland gültigen Bezeichnung erteilt werden kann.

Eine Tätigkeit im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Um gesetzlich Krankenversicherte ambulant behandeln zu dürfen, benötigen Ärztinnen und Ärzte eine Zulassung. Diese ist der zentrale Baustein für die Teilnahme an der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung, die in mehreren Arbeitsformen erfolgen kann. Ärztinnen und Ärzte können als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in einer Einzelpraxis, einer Praxiskooperation oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) an der ambulanten Versorgung teilnehmen oder z. B. als angestellte Ärztin oder angestellter Arzt bei einer zugelassenen Vertragspraxis. Vertragsärztinnen und -ärzte können darüber hinaus neben ihrer Praxistätigkeit auch als Belegärztinnen und -ärzte in einem Krankenhaus arbeiten. Krankenhausärztinnen und -ärzte können sich mit einer Sondergenehmigung des zuständigen Zulassungsausschusses an der ambulanten Versorgung beteiligen.

Die Zulassung auf Teilnahme an der kassenärztlichen Versorgung ist bei einer der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen zu beantragen. Voraussetzung ist der Besitz der Approbation und einer Facharztqualifikation sowie unter anderem auch die Eintragung in das Arztregister.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Kassenärztlichen Vereinigungen in den Bundesländern.