Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) – Zweite Richtlinienanpassung 2010

Für die Herstellung und Anwendung von Blutprodukten stellt die Bundesärztekammer seit langem gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut den allgemein anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik in Richtlinien fest. Diese Aufgabe ist seit 1998 mit dem Transfusionsgesetz (TFG) gesetzlich übertragen.

Die 2005 veröffentlichte Gesamtnovelle der Richtlinien wurde 2007 in einer ersten Richtlinienanpassung (Änderungen und Ergänzungen 2007) in wenigen Punkten im Interesse einer guten Praktikabilität geändert und ergänzt. Im Rahmen der nunmehr vorliegenden zweiten Richtlinienanpassung  werden nach einer systematischen Prüfung der Richtlinien weitere notwendige Änderungen vorgenommen. Diese ergeben sich insbesondere aus einzelnen Diskrepanzen zwischen Regelungen der Richtlinien und den Querschnitts-Leitlinien Hämotherapie der Bundesärztekammer bei Vorgaben zur Bestrahlung von Blutprodukten und zur Anwendung CMV-negativer Blutprodukte sowie aus einem Gutachten der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie zum Spendevolumen und der Spendefrequenz im Rahmen einer Plasmapherese. Zusätzlich wurden deklaratorische Verweise auf arzneimittelrechtliche Regelungen nach Verabschiedung der 15. AMG-Novelle an die veränderte Rechtslage angepasst.

Die Richtlinienänderung wurde im Bundesanzeiger am 09.07.2010 bekannt gemacht und trat am Folgetag in Kraft (BAnz. Nr. 101a, Jahrgang 62). Eine Neuauflage der Richtlinien ist im Deutschen Ärzteverlag (ISBN-Nr. 978-3-7691-1294-8) erschienen. Maßgeblich ist der im Bundesanzeiger veröffentlichte Wortlaut der Richtlinien.