BÄKground 12.07.2016

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Der 119. Deutsche Ärztetag ist zu Ende. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die Ärzteschaft hat auf ihrer Tagung in Hamburg viele Impulse gegeben, die die gesundheitspolitische Debatte der nächsten Monate mit bestimmen werden. Die aktuelle Ausgabe des BÄKground fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Mit Besorgnis beobachten die Delegierten die Entwicklung der Arzneimittelpreise. Sie riefen den Gesetzgeber dazu auf, die Regelungen für die Nutzenbewertung und Preisfindung neuer Arzneimittel zu verbessern. Ebenso konstruktiv wie kritisch begleitet die Ärzteschaft die Bemühungen der Großen Koalition, den Ärztemangel mit Hilfe eines „Masterplans Medizinstudium 2020“ zu bekämpfen. Hier ist schnelles Handeln gefragt. Bund und Länder müssen zügig die Zahl der Studienplätze erhöhen und mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin einrichten. Eine Landarztquote lehnten die Delegierten hingegen ab. Durchatmen heißt es bei der Flüchtlingskrise. Seit Wochen kommen in Deutschland nur noch wenige Asylsuchende an. Der Ärztetag sprach sich dafür aus, diese Atempause zu nutzen, um professionellere Strukturen zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung zu schaffen. Denn eins ist klar: Mittel- und langfristig kann das freiwillige Engagement tausender Ärztinnen und Ärzte hier keine Lösung sein.Mehr Zeit nimmt die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte in Anspruch. Sie hatte im Vorfeld des Ärztetags für erhebliche Spannungen gesorgt. Im Interview mit BÄKground zieht Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery eine positive Bilanz der Debatte: „Wir wissen jetzt genau, wo wir Verhandlungsspielraum haben und wo die Grenzen liegen.“  BÄKground Juli 2016 [PDF]
Tabakwerbung 06.07.2016

Montgomery: Tabakwerbeverbot schnellstmöglich umsetzen

Zur Aufschiebung der Bundestagsdebatte über das geplante Werbeverbot für Tabakerzeugnisse erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer: „Es gibt in Deutschland viele überflüssige Regelungen. Ein Verbot der Tabakwerbung zählt sicherlich nicht dazu. Wir müssen die Tabakwerbung endlich aus dem öffentlichen Raum verbannen. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Rund 80 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle werden darauf zurückgeführt. Wir wissen auch, dass gerade Kinder und Jugendliche besonders anfällig für eingängige Werbebotschaften sind. Es darf nicht sein, dass wir deren Leben und Gesundheit den wirtschaftlichen Interessen der Tabakindustrie unterordnen. Ich appelliere daher an die Abgeordneten der Großen Koalition, das geplante Verbot schnellstmöglich umzusetzen.“
Patienteninformationen 01.07.2016

Tuberkulose: Fremdsprachige Patienteninformationen erschienen

Berlin - Auf zwei Seiten informiert die kostenlose Kurzinformation „Tuberkulose – auch hierzulande ein aktuelles Thema“ über Risikogruppen, Krankheitszeichen, Meldepflicht und Behandlungsmöglichkeiten. Patientinnen und Patienten, die nicht deutsch sprechen, erhalten ab sofort auch Information zum Thema in Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Tuberkulose ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Weltweit erkranken nach Schätzungen jedes Jahr etwa 9 Millionen Menschen. In Deutschland ist die Krankheit dank guter Versorgung und Hygiene selten geworden. Aber auch hier sind jährlich über 4000 Menschen betroffen. Tuberkulose (kurz: TB oder Tbc) ist eine ansteckende Krankheit. Sie wird durch Bakterien hervorgerufen und von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien befallen überwiegend die Lunge. Bei etwa jedem Zehnten bricht die Krankheit aus und muss behandelt werden. Ein Arzt ist gesetzlich verpflichtet, eine behandlungsbedürftige Tuberkulose dem Gesundheitsamt zu melden. Betroffen sind vor allem enge Kontaktpersonen von Patienten mit einer ansteckenden Lungentuberkulose und Menschen mit geschwächten Abwehrkräften. Die Übersetzungen sind in der Reihe "Kurzinformationen für Patienten" erschienen. Im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zu über 60 Themen Informationsblätter erstellt. Sie beruhen auf dem besten derzeit verfügbaren Wissen. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen vor. Patienteninformationen
Ärztliche Atteste bei Asylverfahren 16.06.2016

BÄK weist Vorwürfe von Gefälligkeitsgutachten zurück

Berlin - Zu den Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere zu ärztlichen Attesten bei Abschiebeverfahren erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Ärztliche Gutachter in Abschiebeverfahren geraten  immer wieder zwischen die Fronten. Mal wird ihnen vorgeworfen, sie erstellten Gefälligkeitsgutachten im Sinne der Asylbewerber,  dann heißt es wieder, sie seien Erfüllungsgehilfen staatlicher Stellen. Solche Unterstellungen – egal aus welcher Richtung sie kommen - entbehren jeder Grundlage und bringen uns nicht weiter. Wichtig ist, dass ärztliche Gutachter die Möglichkeit erhalten, jeden einzelnen Fall genau zu prüfen und dass sie dafür entsprechend qualifiziert sind. Wir haben deshalb ein Curriculum mit Standards für die Qualifizierung von Gutachtern erstellt.  Wir haben ein Modellprojekt zur Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Flüchtlinge entwickelt, das auch die Vermittlung asylrechtlicher Kompetenzen vorsieht. Die Ärztekammern stellen zudem Informationen über die formal und inhaltlich korrekte Erstellung von Attesten zur Verfügung (*). Und natürlich können Behörden jederzeit für die Benennung qualifizierter Gutachter die jeweils zuständige Landesärztekammer ansprechen. Dies wird jedoch kaum genutzt. Nun ist  die Politik am Zug. Statt den öffentlichen Gesundheitsdienst weiter kaputt zu sparen, sollten seine Ressourcen den steigenden Anforderungen durch die Flüchtlingsversorgung angepasst werden. Und wir müssen ärztlichen Gutachtern für eine gründliche Diagnose körperlicher und seelischer Krankheiten ausreichend Zeit und ausgebildete Dolmetscher zur Verfügung stellen. Gerade bei  den beschleunigten Abschiebeverfahren nach dem Asylpaket II ist das nicht mehr gewährleistet.“ (*)Broschüre „Das ärztliche Attest – Bedeutung und Anforderungen im Asylverfahren“ der Ärztekammer Westfalen-Lippe:
Patienteninformation 09.06.2016

Marfan-Syndrom – eine seltene erbliche Erkrankung des Bindegewebes

Berlin - Das Marfan-Syndrom ist eine erblich bedingte Erkrankung, welche etwa 1 bis 2 von 10.000 Menschen betrifft. Durch einen genetischen Fehler wird das Bindegewebe nicht normal gebildet. Da Bindegewebe fast überall im Körper vorkommt, sind viele verschiedene Organe und Körperstrukturen betroffen. Am häufigsten finden sich Veränderungen an Herz, Blutgefäßen, Knochen und Augen. Die Betroffenen sind häufig hoch gewachsen, mit schmalen, langen Gliedmaßen und sehr dehnbaren Gelenken. Typischerweise ist die Hauptschlagader, die Aorta, von Erweiterungen betroffen. Im schlimmsten Fall kann es zum Reißen des Gefäßes kommen. Dies ist ein Notfall. Welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen und welche Vorsichtsmaßnahmen Betroffene mit Marfan-Syndrom berücksichtigen sollten, werden in der neu erschienenen Patienteninformation „Marfan-Syndrom: Was ist das?“ verständlich erläutert. Auf zwei Seiten informiert die Kurzinformation über Krankheitszeichen und Behandlungsmöglichkeiten dieser seltenen Erkrankung. Betroffene finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Krankheit. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) entwickelt im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) Kurzinformationen für Patienten. In einem Kooperationsprojekt erstellt das ÄZQ gemeinsam mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e. V. Kurzinformationen für Patienten zu ausgewählten seltenen Erkrankungen, um die Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erhöhen. Die Informationen stehen allen niedergelassenen Ärzten zum Ausdrucken kostenlos zur Verfügung, um sie bei Bedarf Betroffenen persönlich auszuhändigen. Marfan-Syndrom: Was ist das? Weitere Patienteninformationen
119. Deutscher Ärztetag 27.05.2016

Bereitschaftsdienst muss Arbeitszeit bleiben

Hamburg – Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat die Arbeitgeber im Gesundheitswesen und die politisch Verantwortlichen dazu aufgefordert, die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sicherzustellen und sich einer Aufweichung der EU-Arbeitszeitrichtlinie entschieden entgegenzustellen. Eine geplante Novellierung der EU-Arbeitszeitrichtlinie, die eine Erweiterung der Wochenhöchstarbeitszeit sowie eine Neubewertung der inaktiven Zeit während des Bereitschaftsdienstes vorsieht, würde zu einer unzumutbaren Arbeitsbelastung der am Krankenhaus Beschäftigten führen. Ziel des Arbeitszeitgesetzes sei es, die Arbeitnehmer vor überlangen Arbeitszeiten zu schützen und die Einhaltung ihrer Ruhezeiten zu garantieren. Die gesamte Bereitschaftsdienstzeit müsse daher auch weiterhin als Arbeitszeit gewertet werden, so der Ärztetag. Durch eine Lockerung des Arbeitsschutzes für Ärztinnen und Ärzte sowie des Pflegepersonals werde nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern auch die Patientensicherheit gefährdet. Personalmangel dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.
119. Deutscher Ärztetag 27.05.2016

Ärzte fordern Widerruf der Glyphosat-Zulassung

Hamburg – Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg  hat die Bundesregierung und die Europäische Kommission aufgefordert, gemäß dem sogenannten Vorsorgeprinzip in Art. 191 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union keiner weiteren Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zuzustimmen. Glyphosat wird als Unkrautvernichtungsmittel seit 1974 verwendet. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) hat 2015 im Zusammenhang mit der wahrscheinlich krebserregenden Wirkung für Menschen festgestellt, dass "Glyphosat (...) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht". Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert. Dieser Effekt muss für eine weitere, langfristige Zulassung durch weitere unabhängige Studien in den Expositionsszenarien für Menschen sicher ausgeschlossen werden.
Patienteninformation 27.05.2016

Neue Patienteninformation: Durchblutungsstörungen der Beine – Was Sie wissen sollten

Berlin - Bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) sind die Blutgefäße, die Arterien, der Beine verengt. In seltenen Fällen sind auch die Arme betroffen. Die Arterien versorgen den Körper mit Blut, welches den lebenswichtigen Sauerstoff transportiert. Erhalten die Beine nicht mehr genügend Sauerstoff, treten Beschwerden auf. Üblicherweise kommt es zuerst zu Schmerzen bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe. Im schlimmsten Fall stirbt Gewebe ab. Die PAVK ist eine fortschreitende Erkrankung. Sie ist nicht heilbar, aber durch verschiedene Maßnahmen aufzuhalten. Auf zwei Seiten informiert die neu erschienene Kurzinformation „Durchblutungstörungen der Beine – Was Sie wissen sollten“ über Krankheitszeichen, Ursachen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der PAVK. Patienten finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps zum besseren Umgang mit der Erkrankung. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten (KiP)“ entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK). Durchblutungsstörungen der Beine - Was Sie wissen sollten [PDF] Weitere Patienteninformationen
GOÄ-Novelle 13.05.2016

Reinhardt: Wir brauchen dringend eine neue GOÄ

Berlin - Seit Ende April ist Dr. Klaus Reinhardt Vorsitzender des GOÄ-Ausschusses der Bundesärztekammer. In einem Videostatement erläutert er, warum es so wichtig ist, die Gebührenordnung für Ärzte auf den aktuellen Stand des Leistungsgeschehens zu bringen. Er gibt einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Verhandlungen und auf die anstehenden Beratungen auf dem 119. Deutschen Ärztetag in Hamburg.    
Patienteninformation 11.05.2016

Patienteninformation „Koronare Herzkrankheit“ in mehreren Sprachen

Berlin - Leicht verständlich und kompakt vermittelt die Kurzinformation wichtige Fakten zur koronaren Herzkrankheit (KHK). Außerdem finden Patienten unter dem Stichwort "Was Sie selbst tun können" hilfreiche Tipps. Die überarbeitete deutsche Version der Kurzinformation steht seit Längerem online. Jetzt gibt es sie auch in sechs Fremdsprachen: Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Das Besondere daran ist, dass alle übersetzten Texte von ehrenamtlichen Muttersprachlern überprüft wurden. Die Übersetzungen sind in der Reihe "Kurzinformationen für Patienten" erschienen. Im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK) hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) bislang zu über 50 Themen Informationsblätter erstellt. Sie beruhen auf dem besten derzeit verfügbaren Wissen. Zu ausgewählten Themen liegen Übersetzungen vor – darunter auch Arabisch. Übersetzungen unter Patienteninformationen- koronare Herzkrankheit

Beschlussprotokoll

des 120. Deutschen Ärztetages
2017 in Freiburg
(Stand: 26.05.2017)

Bundesweite Fortbildungssuche

Pilotprojekt für eine Übersicht aller in Deutschland von einer Landesärztekammer anerkannten Fortbildungsmaßnahmen 

www.baek-fortbildungssuche.de

Fortbildungsveranstaltungen der AkdÄ

Aktuelle Termine und Vorträge

Karriere trotz Teilzeit?
Karriere in Teilzeit!

Zur Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten, die trotz Teilzeittätigkeit eine Leitungsfunktion im Krankenhaus anstreben oder nach Erreichen einer Leitungsfunktion eine solche planen, beabsichtigt die Bundesärztekammer, eine Übersicht erfolgreicher Modelle aufzubauen.

Bitte melden Sie uns positive Beispiele unter Nennung der Fachrichtung und der Klinik an: karriere-in-teilzeit@baek.de.

Evaluation der Weiterbildung

Medizinische Fachangestellte

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