eGK 14.04.2016

Praxistest der Notfalldaten beginnt

Berlin, 14.04.2016 – In einem Zeitraum von sechs Monaten werden ab Juni 2016 Ärzte aus der Region Münster und Umgebung für rund 4000 Patienten Notfalldatensätze anlegen. An dem Test nehmen 32 Hausärzte und Internisten zusammen mit Kollegen am Universitätsklinikum Münster teil. Gestern kamen sie zu einer ersten Informationsveranstaltung zusammen. Ziel des Pilotprojekts „NFDM-Sprint“ ist es, zu untersuchen, ob die Anlage von Notfalldaten unter realen Bedingungen in Praxen und einem Krankenhaus funktioniert. Dieser Test ist ein wichtiger Schritt für die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte, deren Einführung der Gesetzgeber ab 01.01.2018 vorschreibt und die anschließend jedem gesetzlich Versicherten freiwillig zur Verfügung stehen werden. „Um zukünftig Akzeptanz für die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte zu erreichen, muss diese Anwendung praktikabel sein, also im medizinischen Alltag den Bedürfnissen der Ärzteschaft und der Patienten entsprechen. Das wollen wir mit NFDM-Sprint sicherstellen“, sagt Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer. Die Bundesärztekammer verantwortet als beauftragter Gesellschafter der gematik die Entwicklung des Notfalldaten-Managements. „Eine gute Anwendung wird nur dann gelingen, wenn sie zusammen mit ärztlichen Kollegen entwickelt wird. Daher bin ich besonders für das Engagement aller Beteiligten dankbar“, betont Bartmann. Bis zum Projektstart werden das Universitätsklinikum Münster und der westfälische Hersteller von Arztsoftware, InterData Praxiscomputer GmbH, als Auftragnehmer der gematik die Projektteilnehmer schulen und die Praxis-IT vorbereiten. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts NFDM-Sprint übernehmen der Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der  Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Westfälische Wilhelms-Universität zu Münster. Der Begriff Notfalldaten-Management (NFDM) steht für den Umgang mit Informationen, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgelegt werden und den Behandelnden in einer medizinischen Notfallsituation weiterhelfen. Im NFDM wird unterschieden zwischen dem Notfalldatensatz (NFD) mit notfallrelevanten medizinischen Informationen und dem Datensatz Persönliche Erklärungen (DPE) des Patienten. Beide werden künftig auf der eGK getrennt voneinander gespeichert und lassen sich im Notfall auch separat lesen. Der NFD kann zum Beispiel Angaben zu Diagnosen, Medikation oder Allergien enthalten, der DPE Hinweise zum Aufbewahrungsort etwa einer Patientenverfügung. Der Patient entscheidet, ob er einen NFD für sich anlegen lässt. Im Notfall können Ärzte oder Notfallsanitäter diese Informationen unter Nutzung ihres elektronischen Heilberufeausweises auch ohne zusätzliche Einwilligung des Patienten lesen. Vor weiteren Erprobungen und schließlich der bundesweiten Einführung sollen im Pilotprojekt NFDM-Sprint vor allem zwei Punkte untersucht werden: Wie gut funktioniert der Prozess der Anlage von NFD und DPE durch Ärzte mithilfe ihres Praxisverwaltungs- oder Krankenhausinformationssystems und wo liegen Verbesserungspotenziale. Die Daten werden in diesem Pilotprojekt noch nicht auf der eGK gespeichert. Weitere Informationen zum Projekt NFDM-Sprint finden Sie unter www.nfdm.gematik.de.
MFA 14.04.2016

Einigung auf neue Tarifverträge für Medizinische Fachangestellte

Berlin, 14.04.2016 - In der zweiten Tarifverhandlungsrunde am gestrigen Mittwoch in Berlin einigten sich die Tarifpartner der niedergelassenen Ärzte und der Medizinischen Fachangestellten auf drei neue Tarifverträge. Die Gehälter erhöhen sich gemäß neuem Gehaltstarifvertrag ab dem 01.04.2016 um linear 2,5 % auf Basis der Tätigkeitsgruppe I. Die Ausbildungsvergütung steigt in allen drei Ausbildungsjahren um 30,00 Euro monatlich, und zwar auf 730,00 Euro im 1. Ausbildungsjahr, auf 770,00 Euro im 2. Ausbildungsjahr und 820,00 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Der Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersversorgung erhöht sich für Vollzeitkräfte und Teilzeitkräfte mit 18 Wochenstunden und mehr um 10 Euro pro Monat auf 76,00 Euro, für Auszubildende und Teilzeitkräfte mit weniger als 18 Wochenstunden um 5 Euro pro Monat auf 53,00 Euro bzw. 43,00 Euro. Der Manteltarifvertrag wurde redaktionell angepasst Die Laufzeit des Gehalts- und des Manteltarifvertrages beträgt zwölf Monate bis zum 31.03.2017, die des Tarifvertrages zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung bis zum 31.12.2019. Die Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite, Frau Dr. Cornelia Goesmann, wertet den Tarifabschluss als eine angemessene Umsetzung der erwarteten Zuwächse beim ärztlichen Honorarvolumen für 2016. Die Erhöhung des Arbeitgeberbeitrags wird zur Sicherung der Alterseinkünfte der Medizinischen Fachangestellten beitragen. „Eine Anpassung der Ausbildungsvergütungen ist notwendig, um den Beruf der Medizinischen Fachangestellten in Zeiten des Fachkräftemangels weiterhin attraktiv zu gestalten“, erklärte die Verhandlungsführerin und Vizepräsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., Carmen Gandila. Die Einspruchsfrist endet am 22.04.2016, 12:00 Uhr. Ansprechpartner: Frau Rosemarie Bristrup Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte dezernat1@baek.de Frau Carmen Gandila Vizepräsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., Ressort Tarifpolitik cgandila@vmf-online.de Frau Heike Rösch Pressebüro des Verbandes medizinischer Fachberufe e. V. hroesch@vmf-online.de
Ärztestatistik 2015 12.04.2016

Medizinischer Versorgungsbedarf steigt schneller als die Zahl der Ärzte

Berlin – „Die Zahl der Ärzte steigt, aber der Bedarf steigt schneller.“ So fasste Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Ergebnisse der Ärztestatistik für das Jahr 2015 zusammen. Wie aus den Daten der BÄK hervorgeht, erhöhte sich die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten ärztlich tätigen Mediziner im vergangenen Jahr nur leicht um 1,7 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg um 6.055 Ärzte auf nunmehr 371.302 bundesweit. Davon arbeiteten 189.622 im Krankenhaus (+ 1,8 Prozent). Ambulant tätig waren 150.106 Ärzte (+ 1,5 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der Behandlungsfälle kontinuierlich an, und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Zwischen 2004 und 2014 erhöhte sich die Zahl der ambulanten Behandlungen in Deutschland um 152 Millionen. Ähnlich sieht es in den Krankenhäusern aus. Die Unternehmensberatung Deloitte prognostiziert bis zum Jahr 2030 eine Zunahme der Fallzahlen im stationären Bereich um mehr als zwölf Prozent. Verantwortlich dafür ist vor allem der steigende Behandlungsbedarf einer alternden Gesellschaft. Im Jahr 2015 betrug der Anteil der über 60-Jährigen Patienten in den Krankenhäusern 51,5 Prozent. Bis zum Jahr 2030 erwarten die Experten von Deloitte einen Anstieg auf 60,8 Prozent. „Wenn wir jetzt nicht entschieden gegensteuern, steht die medizinische Versorgung in Zukunft vor immensen Problemen“, warnte Montgomery. Daher müsse die Zahl der Studienplätze bundesweit um mindestens zehn Prozent erhöht werden. „Noch im Jahr 1990 gab es in den alten Bundesländern 12.000 Plätze im Studiengang Humanmedizin. Heute sind es gerade noch 10.000, obwohl durch die Wiedervereinigung acht medizinische Fakultäten hinzugekommen sind“, so der Ärztepräsident. Er forderte die Bundesregierung auf, im Zuge ihres Masterplans Medizinstudium 2020 auch die Auswahlverfahren an den Universitäten zu reformieren: „Wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen ausgewählt werden, die hinterher auch in der Versorgung der Bevölkerung arbeiten wollen.“ Neben der Abiturnote müssten daher Faktoren wie psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung stärker berücksichtigt werden. Um den Ärztemangel im hausärztlichen Bereich zu mildern, sollten Medizinstudierende gleich zu Beginn des Studiums an die Allgemeinmedizin herangeführt werden. Montgomery sprach sich dafür aus, bis 2017 an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin einzuführen. Nicht nur die Gesellschaft insgesamt altert, sondern mit ihr auch die Ärzteschaft. Zwar stieg im Jahr 2015 der Anteil der unter 35-Jährigen Ärzte um 0,2 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent. Dem steht aber bei den über 59-Jährigen ein Zuwachs auf 17,3 Prozent gegenüber (Vorjahr: 16,4 Prozent). Weiterhin ist der Anteil der 40- bis 49-Jährigen von 25,2 Prozent auf 24,1 Prozent zurückgegangen, während der Anteil der 50-bis 59-Jährigen von 28,5 Prozent auf 28,6 Prozent anstieg. Damit gibt es viel mehr 50- bis 59-Jährige als 40- bis 49-Jährige Ärzte. Zudem verschieben sich bei den Jungmedizinern die persönlichen Prioritäten. „Es wächst eine sehr selbstbewusste Ärztegeneration nach. Sie ist verständlicherweise nicht mehr bereit, Versorgungslücken bedingungslos auf Kosten der eigenen Lebensplanung zu schließen“, so Montgomery. Wie Umfragen zeigen, räumen die angehenden Mediziner der Vereinbarkeit von Familie und Beruf die höchste Priorität ein. Knapp dahinter folgt der Wunsch nach geregelten und flexibel gestaltbaren Arbeitszeiten – noch vor guten Verdienstmöglichkeiten. Dementsprechend entscheiden sich immer mehr Ärzte gegen eine Vollzeitstelle. Betrug der Anteil der Teilzeitärzte an allen niedergelassenen Ärzten im Jahr 2009 noch fünf Prozent, so waren es im Jahr 2013 bereits 13,6 Prozent. Einer Studie des Forschungsinstituts Prognos zufolge sank die tatsächlich geleistete Wochenarbeitszeit der Ärzte in den Praxen von durchschnittlich 42,6 Stunden im Jahr 2011 auf 40,2 Stunden im Jahr 2014. Bei den Krankenhausärzten ging die Zahl der geleisteten Wochenstunden zwischen den Jahren 1991 und 2013 von 37,6 auf 29,8 Stunden zurück. „Gerade im Hinblick auf die Patientensicherheit müssen Bund und Länder daher in den Krankenhäusern für eine ausreichende Personalausstattung und Personalfinanzierung sorgen“, forderte Montgomery. Notwendig seien darüber hinaus Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse, zur Reduktion der Arbeitsverdichtung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig ging die Zahl der Ärzte mit eigener Praxis im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent zurück. Dagegen stieg die Anzahl der im ambulanten Bereich angestellten Ärzte um 3.066 auf 29.373. Dies entspricht einem Plus von 11,7 Prozent. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die exzellente Arbeitsmarktsituation. So liegt die Arbeitslosenquote in Bezug zu der Zahl der berufstätigen Ärzte bei 1,0 Prozent. „Auf dem Arbeitsmarkt für Ärzte herrscht Vollbeschäftigung. Das ist eine gute Nachricht für unsere Ärztinnen und Ärzte. Problematisch ist aber, dass schon jetzt viele offene Stellen nicht besetzt werden können“, erklärte der BÄK-Präsident. Daran ändert auch die Zuwanderung von 3.560 Ärzten aus dem Ausland nur wenig (+7,4 Prozent), zumal im selben Zeitraum 2.143 Ärzte aus Deutschland abgewandert sind. Insgesamt waren im Vorjahr 42.604 ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland gemeldet. In den Krankenhäusern stieg der Anteil der Ärzte aus dem Ausland um 9,2 Prozent (2014: 11,6 Prozent). Der Anteil der Ausländer an den Erstmeldungen bei den Ärztekammern betrug im vergangenen Jahr 31,1 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten mit 1.421 die Ärztinnen und Ärzte aus den europäischen Staaten und aus Asien mit 1.079. Der größte Zustrom konnte aus Syrien (+ 493) verbucht werden, es folgen Serbien (+ 206), Rumänien (+ 205), Russland (+ 159), Bulgarien (+ 127) und Ägypten (+ 125). Einen größeren Rückgang gab im Jahr 2015 lediglich bei Ärzten aus Österreich (- 122). Die größte Zahl ausländischer Ärzte kommt aus Rumänien (4.062), Griechenland (3.017) und Österreich (2.573), gefolgt von Syrien (2.149). Ärztestatistik 2015...
GOÄ-Novelle 01.04.2016

Montgomery: „Weder Systematik noch Bewertungen waren nachvollziehbar“

Berlin - Frank Ulrich Montgomery erläutert im Deutschen Ärzteblatt, warum der Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) Mitte März der Weiterleitung der GOÄneu an das Bundesgesundheitsministerium nicht zugestimmt hat und wie das weitere Vorgehen aussieht. Bis vor kurzem hieß es noch, die GOÄ sei auf einem guten Weg. Jetzt hat der Vorstand der BÄK eine Art Moratorium festgelegt. Was war der Grund für diesen abrupten Halt? Montgomery: Bis zur letzten Vorstandssitzung hatten die Verhandlungsführer dem Vorstand lediglich die Textvorschläge zur Bundesärzteordnung und zum Paragrafenteil der GOÄ vorgelegt. Die sind im Vorstand immer einstimmig befürwortet worden. Jetzt wurde erstmals ein Leistungsverzeichnis mit Bewertungen vorgelegt, das auf vom PKV-Verband beauftragte Berechnungen durch ein Beratungsunternehmen basierte. Und dieses ist schlicht nicht akzeptabel. War das ablehnende Votum des Vorstandes eine einstimmige Entscheidung? Montgomery: Ja, es gab niemanden – meine Person und den Verhandlungsführer eingeschlossen – die diese einseitige Liste akzeptiert hätten. Was waren die Gründe für das Votum des Vorstandes und was war für die Entscheidung auschlaggebend? Montgomery: Wir konnten weder die Systematik noch die Bewertungen nachvollziehen. Deswegen mussten wir das Leistungsverzeichnis ablehnen. Es handelte sich dabei nicht – wie manche immer wieder fälschlich behaupten – um ein mit der PKV konsentiertes Papier, sondern ausschließlich um eine Vorlage der PKV. Es heißt, mit dieser Verzögerung sei für die laufende Legislaturperiode eine GOÄ-Novelle kaum noch wahrscheinlich. Wie sehen Sie jetzt die weitere Vorgehensweise? Montgomery: Es ist richtig, dass seit den Landtagswahlen vom 13. März in der SPD keinerlei Bereitschaft mehr besteht, eine GOÄ noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. Dies hat uns die Fraktionsführung nachdrücklich schon vor der Abstimmung im Vorstand bestätigt. Damit haben wir jetzt zwar keine Chance mehr in dieser Legislaturperiode, wohl aber Zeit gewonnen, um nun die „Preise“ für die Leistungen auf der Basis nachvollziehbarer Kalkulationen zu verhandeln. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte noch kurz vor der Vorstandsberatung seine Bereitschaft bestärkt, die GOÄ-Novelle voranzutreiben. Gibt es schon Reaktionen seitens des Ministeriums zum neuen Vorstandsvotum? Montgomery: Mit dem Minister habe ich gesprochen. Er steht nach wie vor zur Notwendigkeit einer neuen, rechtssicheren GOÄ. Er betont dabei immer die Doppelschutzfunktion einer GOÄ: Auf der einen Seite soll sie die Patienten vor Überforderung schützen, auf der anderen Seite eine auskömmliche Bezahlung der Leistungen garantieren. Hat sich der Vorstand gegen das gesamte Leistungsverzeichnis beziehungsweise sämtliche Leistungslegenden ausgesprochen? Stehen im Rahmen der jetzt anstehenden Diskussionen auch die geplanten Änderungen der Bundesärzteordnung zur Disposition? Montgomery: Der Vorstand hat das vorgelegte Leistungsverzeichnis ohne Wenn und Aber und einstimmig zurückgewiesen. Es ist weder in seiner Struktur noch in seiner Kalkulation nachvollziehbar. Über die dem Außerordentlichen Ärztetag am 23. Januar vorgelegten und von ihm mit überwältigender Mehrheit befürworteten Änderungen ist gar nicht mehr gesprochen worden. Diese hatte der Vorstand ja mit lediglich einer Gegenstimme dem Ärztetag zur Annahme empfohlen. Seitens der Kritiker wurde immer der Vorwurf mangelnder Transparenz im Verhandlungsprozess aufgeworfen. Wie wird die BÄK dieser Kritik künftig begegnen? Wie werden die Verbände in den weiteren Prozess einbezogen? Montgomery: Wir haben bereits weitere Verbändegespräche angekündigt und werden die Verbände in den weiteren Abstimmungsprozess mit einbeziehen.  Zu hören ist auch, die BÄK führe gegenüber der PKV keine Verhandlungen mit „gleich langen Spießen“. Ist die Bundesärztekammer für den weiteren Weg besser gewappnet? Montgomery: Das Bild der „gleich langen Spieße“ stimmt nur bedingt. Beide Seiten müssen am Ende ja zustimmen – das heißt auch, jede Seite hat das gleiche Vetorecht. Richtig ist aber auch, dass wir über sehr unterschiedliche Datenbasen verfügen. Während die PKV auf ihre Ausgabenstatistiken zurückgreifen kann, gibt es bei der Bundesärztekammer keine Daten über die erstellten Rechnungen. Das unterscheidet uns übrigens von den KVen. Dieses Handicap versuchen wir durch die Beteiligung einiger großer Abrechnungsstellen auszugleichen und haben auch selbst ein Unternehmen, das über viel Erfahrung mit dem Schweizer „tarmed“ verfügt, beauftragt, uns bei den Berechnungen zu unterstützen. Fakt ist aber – wir haben hier einen taktischen Nachteil. Wer wird künftig die Verhandlungen in Sachen GOÄ führen? Montgomery: Im Moment führen die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des GOÄ-Ausschusses die Arbeit fort. Dies sind Herr Dr. med. von Knoblauch zu Hatzbach und Herr Dr. med. Reinhardt. Auf der nächsten Vorstandssitzung im April wird der Vorstand dann den Verhandlungsführer bestimmen.  Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatte sich im Vorfeld für die Vorlage des Entwurfs als Arbeitsmaterial für die Einführung einer Bürgerversicherung „bedankt“. Sie hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass mit dem Wahlkampfthema Bürgerversicherung eine GOÄ-Novelle in schwierige Fahrwasser gerate. Sehen Sie sich jetzt in dieser Auffassung bestätigt? Montgomery: Ich sehe die Gefahr einer Bürgerversicherung nur dann real am Horizont, wenn sich eine linke Mehrheit ohne Beteiligung von CDU/CSU und FDP ergäbe. Die halte ich im Moment aber für wenig wahrscheinlich. Dennoch ist es für die SPD unvereinbar, in einem Wahlkampf die Bürgerversicherung zu propagieren und zugleich eine die Ärzte besserstellende GOÄ zu befördern. Das mag zwar aus der Logik der SPD heraus stimmen, bedeutet aber, dass die SPD den Patienten eine sichere Gebührenordnung und den Ärzten eine rechtssichere, auskömmliche Finanzierung vorenthält. Welche Rolle wird der Deutsche Ärztetag für die weitere Befassung mit der GOÄ spielen? Montgomery: Der Deutsche Ärztetag wird sich in Hamburg mit der GOÄ ausführlich beschäftigen, wie schon auf den Ärztetagen zuvor. Und auch wenn die Debatte im Vorfeld nicht ohne Emotionen geführt wird, bin ich doch zuversichtlich, dass wir letztlich eine von Sachargumenten geprägte Diskussion erwarten dürfen. Wir brauchen vernünftige Beschlüsse, im Interesse der Kollegen und auch der von uns vertretenen Patienten. ...
GOÄ-Novelle 22.03.2016

„Alle Chancen für ein besseres Verhandlungsergebnis offen“

Berlin - Der Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) sieht bei der Novelle zur Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) weiteren Diskussionsbedarf. Das war das Ergebnis der BÄK-Vorstandssitzung am letzten Donnerstag, in der man den aktuellen Diskussionsstand zum Leistungsverzeichnis der GOÄneu eingehend erörtert hatte. Das Deutsche Ärzteblatt hat Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), dazu befragt. DÄ:  Der Vorstand der BÄK hat am vergangenen Donnerstag der Weiterleitung der GOÄ an das Bundesgesundheitsministerium nicht zugestimmt. Ist die GOÄ-Novelle damit gescheitert? Montgomery: Nein, da ist nichts gescheitert. Richtig ist vielmehr, dass wir den Entwurf eines Leistungs­ver­zeichnisses mit angehängter Preisliste als ungenügend zurückgewiesen haben. Das ist ganz normal, das ist wie bei „Tarifverhandlungen“. Da nimmt man ja auch nicht den erstbesten Vergütungsvorschlag, da muss man dann weiter verhandeln. DÄ: Welche Auswirkungen hat das auf die Texte der GOÄ und der Bundesärzteordnung? Montgomery: Keine. Schließlich hat der außerordentliche Deutsche Ärztetag am 23. Januar diesen Formulierungen zugestimmt und dem Vorstand der BÄK grünes Licht zur Weiterleitung unter dem Vorbehalt gegeben, dass ein konsentiertes Leistungs­verzeichnis vorliegt. Genau das aber haben wir noch nicht. Und deshalb verhandeln wir weiter über Leistungen und Preise. DÄ: In der ärztlichen Öffentlichkeit ist viel Unruhe entstanden über dieses Vorgehen. Was sagen Sie dazu? Montgomery: Das ist nachvollziehbar, zumal die Analogie zu Tarifverhandlungen ja auch nicht jedermann so klar ist. Und einige Verbände versuchen sich über Irritationen zu diesem Thema ja auch regelmäßig zu profilieren. Einige dieser apokalyptischen Meldungen sind noch nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar. Das ist nicht gerade hilfreich für die Verhandlungen. DÄ: Der Vorsitzende der GOÄ-Gremien und Verhandlungsführer Theodor Windhorst ist am letzten Wochenende zurückgetreten. Wie geht es jetzt weiter? Montgomery: Zuerst einmal möchte ich Theo Windhorst den Dank des gesamten Vorstandes der BÄK übermitteln. Er hat wahnsinnig viel Arbeit, Zeit und Energie in die Verhandlungen gesteckt und war wohl auch von den erzielten Ergebnissen enttäuscht. Jetzt richten wir aber den Blick nach vorne. Das Dezernat wird verstärkt, der Vorstand hat in seinen Reihen gute Kandidaten für den Vorsitz der Verhandlungskommission und dann wird das Leistungsverzeichnis neu verhandelt. DÄ: Ein Kritikpunkt war, dass die BÄK die Verbände nicht ausreichend „mitgenommen“ und informiert hat. Wird sich das ändern? Montgomery: Ich bin sicher, dass ein neuer Vorsitzender der GOÄ-Gremien ganz schnell den Kontakt und den Schulterschluss zu den Verbänden suchen wird. Da ist ja viel Porzellan durch den Vorwurf von Intransparenz zerschlagen worden. Weil eine Verabschiedung in dieser Legislaturperiode ohnehin immer unwahrscheinlicher wird, haben wir Zeit für weitere Verhandlungen. Insofern sind alle Chancen für ein besseres Verhandlungsergebnis offen.
Behandlungsfehler 16.03.2016

BÄK-Statistik: Zahl der Behandlungsfehler rückläufig

Berlin – „Überall wo Menschen arbeiten, passieren Fehler – auch in der Medizin. Wir gehen aber offen mit unseren Fehlern um, wir lernen aus Ihnen und wir verhelfen betroffenen Patienten zu ihrem Recht.“ Das sagte Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer, bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik für das Jahr 2015 in Berlin. Crusius forderte, Ärztinnen und Ärzte bei ihrem Engagement für eine offene Fehlerkultur zu unterstützen. „Wir müssen wegkommen von Pauschalvorwürfen. Und ein Arzt, dem ein Fehler unterläuft, ist kein Pfuscher. Fehler können viele Ursachen haben. Pfusch dagegen beinhaltet immer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns.“ In diesem Zusammenhang wandte sich Crusius gegen immer wieder kolportierte Hochrechnungen zu Behandlungsfehlern. „Das sind Schätzungen auf Grundlage US-amerikanischer Uraltstudien, die keinerlei Bezug zu unserem Gesundheitssystem haben. Die Daten der Ärztekammern dagegen sind absolut valide, weil sie auf realen Fällen beruhen. Auch wenn sie nicht das gesamte Behandlungsgeschehen abdecken, kann man mit ihnen arbeiten und wirksam Fehlerprävention betreiben.“ Crusius betonte, dass die Ursachen für Behandlungsfehler komplex sein können. Ein Grund sei der stetig wachsende Behandlungsdruck in Kliniken und Praxen. So hat sich die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle zwischen den Jahren 2004 und 2014 um 152 Millionen auf 688 Millionen Fälle erhöht. Im stationären Sektor wurden 2014 mehr als 19 Millionen Patienten behandelt. „Da nützt es wenig, dass die Politik eine Qualitätsoffensive für das Gesundheitswesen ausgerufen hat. Qualität hat ihren Preis und deshalb brauchen wir auch eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten.“ Wie Kerstin Kols, Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, berichtete, liegt die Zahl der festgestellten Fehler gemessen an der Gesamtzahl der Behandlungsfälle im Promillebereich. Die Zahl der Sachentscheidungen sowie die Zahl der festgestellten Fehler sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. So haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2015 bundesweit insgesamt 7.215 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern getroffen (Vorjahr 7.751). Es lag in 2.132 Fällen ein Behandlungsfehler vor (Vorjahr 2.252). Davon wurde in 1.774 Fällen ein Behandlungsfehler/Risikoaufklärungsmangel als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, waren Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen. In 358 Fällen lag ein Behandlungsfehler / Risikoaufklärungsmangel vor, der jedoch keinen kausalen Gesundheitsschaden zur Folge hatte. „Auch wenn selten etwas passiert, ist jeder Fehler einer zu viel“, betonte Priv. Doz. Dr. Peter Hinz, leitender Oberarzt an der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Rehabilitative Medizin der Universitätsmedizin Greifswald. Er erläuterte, wie das Thema Patientensicherheit und Qualitätssicherung im ärztlichen Alltag gelebt wird. Darüber hinaus verwies er auf die vielfältigen Initiativen und Projekte der Ärzteschaft zur Förderung der Patientensicherheit und Qualitätssicherung. Allein die Datenbank ärztlicher Qualitätssicherungsinitiativen der Bundesärztekammer führt rund 160 absolut freiwillige Initiativen auf. Für den ambulanten Sektor führt der Qualitätsbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung rund 9.000 Qualitätszirkel mit mehr als 35.000 teilnehmenden Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten auf. Als vorbildliches Projekt zur Vermeidung von Behandlungsfehlern wurde auch auf das vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin betriebene Fehlerlernsystem „CIRSmedical“ hingewiesen. Über das System können Ärzte Beinahefehler anonym melden, damit potentielle Risiken abgestellt werden können. Dr. Walter Schaffartzik, Ärztlicher Leiter des Unfallkrankenhauses Berlin und Ärztlicher Vorsitzender der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, forderte betroffene Patienten auf, sich im Schadensfall an die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern zu wenden. „An unseren Stellen sind hochqualifizierte Fachgutachter tätig, die gemeinsam mit Juristen prüfen, ob ein Behandlungsfehlervorwurf gerechtfertigt ist, oder nicht. Es genügt ein formloser Antrag und das Gutachten sowie die abschließende Bewertung  ist für Patienten kostenfrei.“ In rund 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt. Wird nach Begutachtung durch diese Institutionen doch noch der Rechtsweg beschritten, werden die Entscheidungen der Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen überwiegend bestätigt. Weitere Informationen...
Schweigepflicht 14.03.2016

Montgomery zum Germanwings-Untersuchungsbericht

Berlin - „Der Abschlussbericht zur Germanwingskatastrophe führt uns vor Augen, dass in verschiedenen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Eine generelle Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht gehört aber sicher nicht dazu. Vielmehr müssen die Airlines und das Luftfahrbundesamt dafür Sorge tragen, dass Piloten regelmäßig flugmedizinisch untersucht werden, einschließlich Checks ihrer psychischen Gesundheit. Dazu gehört auch, dass bei auffälligen Befunden kürzere Untersuchungsintervalle gewählt werden. Für Befunde und für Informationen über laufende, fliegerisch relevante  Behandlungen brauchen wir eine flugmedizinische Datenbank, auf die allerdings nur medizinische Experten des Luftfahrtbundesamtes Zugriff haben sollten, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. Diese könnten dann, wenn begründete Zweifel an einer Flugtauglichkeit bestehen, Konsequenzen ziehen. Besondere Beachtung verdienen aber auch die Arbeitsbedingungen der Piloten. Sie leiden unter mehr Stress, seit viele Airlines – so auch die Deutsche Lufthansa – die Tarif- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter verschlechtern. Ganz wichtig ist daher, dass Piloten über eine obligatorische Berufsunfähigkeitsversicherung durch ihren Arbeitgeber verfügen, damit Sie nicht aus Angst um ihren Job mögliche Erkrankungen verheimlichen."
Medizinische Fachangestellte 10.02.2016

Tarifverhandlungen werden im April fortgesetzt

Berlin – In der ersten Verhandlungsrunde über neue Tarifverträge für Medizinische Fachangestellte (Gehalts- und Manteltarifvertrag, Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung) trennten sich die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) und der Verband medizinischer Fachberufe ohne Ergebnis. Die Medizinischen Fachangestellten forderten um 175,00 Euro höheres Eingangsgehalt in Tätigkeitsgruppe I, die Anhebung der monatlichen Ausbildungsvergütungen um 100,00 -120,00 Euro sowie eine Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses zur betrieblichen Altersversorgung um 15,00 Euro monatlich für Vollzeitbeschäftigte. Die Arbeitgeberseite verwies auf die für 2016 vereinbarte Erhöhung des Orientierungswertes für ambulante Leistungen um 1,6% sowie auf die umfangreichen Neuerungen der Tarifreform 2013. Als Verhandlungsführer der AAA wurden in der Mitgliederversammlung vom 10.02.2016 Frau Dr. Cornelia Goesmann, Herr Sanitätsrat Dr. Gunter Hauptmann und Herr Erik Bodendieck wieder- bzw. neu gewählt. Die Verhandlungen werden am 13.04.2016 fortgesetzt. Bis zum Abschluss neuer Verträge gelten die bestehenden Tarifwerke fort. Ansprechpartner: Frau Rosemarie BristrupArbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestelltedezernat1@baek.de
Patienteninformation 22.01.2016

Patienteninformation: „Gebärmutterhalskrebs – was ist das?“

Berlin - Jährlich erkranken in Deutschland etwa 4600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Davon werden etwa zwei Drittel so früh entdeckt, dass der Krebs in der Regel gut heilbar ist. Eine frauenärztliche Untersuchung sowie ein Zellabstrich (Pap-Test) können erste Hinweise auf den Krebs liefern. Auf zwei Seiten vermittelt die Kurzinformation „Gebärmutterhalskrebs – was ist das?“ wichtige Fakten zu Anzeichen, Diagnostik und Therapie von Gebärmutterhalskrebs. Zudem erhalten betroffene Frauen praktische Tipps, wie sie mit der Erkrankung umgehen können. Wenn der Krebs noch nicht in entfernte Lymphknoten oder Organe gestreut hat, empfehlen die Experten eine Operation oder Strahlen-Chemotherapie. Ist eine Heilung nicht wahrscheinlich, so können Medikamente (Chemo- und Antikörpertherapie) das Krebswachstum zeitweise zurückdrängen. Die Behandlungen gehen mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einher. Die Reihe „Kurzinformationen für Patienten (KiP)“ entwickelt das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK). Das ÄZQ erstellt dafür doppelseitige Dokumente im DIN-A4-Format zu über 50 Themen, die als PDF-Download zum kostenlosen Ausdrucken bereit stehen. „Gebärmutterhalskrebs – was ist das?“ Weitere Patienteninformationen
Medikationsfehler 15.01.2016

Projekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern: Start der Fallerfassung

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) führt seit Anfang 2015 ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Projekt (Förderkennzeichen: GE 2014 0106) zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durch. Mit dem Projekt wird u. a. untersucht, ob die systematische Analyse von Medikationsfehlern zu einer verbesserten Sicherheit der Patienten beitragen kann. In Deutschland sind etwa drei Prozent der notfallmäßigen stationären Aufnahmen in internistische Abteilungen auf Nebenwirkungen zurückzuführen. Insgesamt etwa 0,6 % aller internistischen Notaufnahmen werden als vermeidbare Medikationsfehler eingeschätzt. Geänderte europäische Regularien sehen vor, dass auch medikationsfehlerbedingte Nebenwirkungen in den nationalen Pharmakovigilanzsystemen dokumentiert werden sollen. Die AkdÄ führt daher ein Pilotprojekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durch. In dem Projekt sind Ärzte aufgerufen, medikationsfehlerbedingte Nebenwirkungen oder Beinahefehler zu melden. Aus der systematischen Analyse der Fallberichte sollen Ansätze zur Vermeidung von Medikationsfehlern entwickelt werden. Die Sammlung von Fallberichten konnte Anfang 2016 beginnen. 

Beschlussprotokoll

des 120. Deutschen Ärztetages
2017 in Freiburg
(Stand: 26.05.2017)

Bundesweite Fortbildungssuche

Pilotprojekt für eine Übersicht aller in Deutschland von einer Landesärztekammer anerkannten Fortbildungsmaßnahmen 

www.baek-fortbildungssuche.de

Fortbildungsveranstaltungen der AkdÄ

Aktuelle Termine und Vorträge

Karriere trotz Teilzeit?
Karriere in Teilzeit!

Zur Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten, die trotz Teilzeittätigkeit eine Leitungsfunktion im Krankenhaus anstreben oder nach Erreichen einer Leitungsfunktion eine solche planen, beabsichtigt die Bundesärztekammer, eine Übersicht erfolgreicher Modelle aufzubauen.

Bitte melden Sie uns positive Beispiele unter Nennung der Fachrichtung und der Klinik an: karriere-in-teilzeit@baek.de.

Evaluation der Weiterbildung

Medizinische Fachangestellte

Ausschüsse & Ständige Konferenzen

Liste der Ausschüsse und Ständigen Konferenzen

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