Peer Review

Auf dem Weg zu einer Sicherheitskultur im deutschen Gesundheitswesen mit einem offenen, von Schuldzuweisungen freien Umgang mit  Qualitätsdefiziten und Fehlern leistet das Peer-Review-Verfahren einen konkreten Beitrag. Die auf Freiwilligkeit beruhende Methode zur Förderung von Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung setzt auf den innerärztlichen kollegialen Dialog vor Ort und verknüpft Qualitätsförderung mit dem Konzept des lebenslangen Lernens.

Mit dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“ der Bundesärztekammer ist dazu 2011 ein Standardwerk erschienen, welches die Methodik von  Peer-Review-Verfahren und die Qualifizierung für Peers beschreibt (seit 2013 in 2. Auflage). Nach diesem Curriculum werden Ärztinnen und  Ärzte, die beim Peer Review ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei der Qualitätsentwicklung unterstützen, durch die Landesärztekammern  geschult.

Peer Review mit seinem „Herzstück“ des sogenannten kollegialen Dialogs auf Augenhöhe ist keine Neuerfindung, sondern „bewährte ärztliche Tugend“, die insbesondere in den letzten fünf Jahren wiederentdeckt und unter Beteiligung der Bundesärztekammer auf systematischer Basis  weiterentwickelt wurde. Dabei reflektieren die externen Peers und die Kollegen der besuchten Abteilung gemeinsam und (selbst)kritisch ihr  ärztliches Handeln, identifizieren Verbesserungspotenziale und erarbeiten Lösungsvorschläge, die passgerecht vor Ort umgesetzt werden  können. Ein Grundprinzip ist dabei die Gegenseitigkeit – Besucher und Besuchte lernen voneinander. Im Anwendungsbereich fördert die Bundesärztekammer vor allem die Etablierung von Peer-Review-Verfahren in unterschiedlichen Versorgungsbereichen.

Im Bereich Intensivmedizin ist es gemeinsam mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)  gelungen, ein Verfahren zu implementieren, bei dem die Landesärztekammern seit 2010 die Koordinierung, Organisation und Qualitätssicherung von zahlreichen Peer Reviews auf Intensivstationen durchgeführt haben.

Die schnelle Verbreitung und hohe Akzeptanz von Peer Review in der Ärzteschaft ist vor allem auf seinen lösungsorientierten Ansatz und das unmittelbare Feedback vor Ort zurückzuführen. Bestätigt wird dies durch die ausnahmslos positiven Rückmeldungen aus den Peer-Schulungen  und aus den Einrichtungen, die an einem Review teilgenommen haben. Dem Verfahren wird bescheinigt, Qualität und Sicherheit zu verbessern,  die innerärztliche Vernetzung, Kommunikation und Kooperation zu fördern und damit zu einem Kulturwandel im Gesundheitswesen beizutragen.  Zur weiteren Förderung des Verfahrens und als Implementierungshilfe hat die Bundesärztekammer in 2014 ihr Curriculum um einen Leitfaden Ärztliches Peer Review ergänzt.

 

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