Leitlinie zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik

B Katalog spezifischer ärztlicher und aufnahmetechnischer Qualitätsanforderungen bei Röntgenuntersuchungen

Thorax

Thorax pa/ap

1 Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Symmetrische Darstellung des Thorax in Inspiration
  • Darstellung der Gefäße bis in die Lungenperipherie
  • Scharfe Darstellung der Trachea und der Stammbronchien
  • Darstellung der kostopleuralen Grenze von der Lungenspitze bis zum Zwerchfell-Rippenwinkel
  • Visuell scharfe Darstellung von Gefäßen, Hilus, Herz und Zwerchfell
  • Einsicht in retrokardiale Lunge und Mediastinum
  • Vermeidung der Überlagerung der Oberfelder durch die Scapulae

1.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Darstellung des Thymus (abhängig vom Alter) und des Herzen
  • Darstellung der Gefäßzeichnung im Lungenkern
  • Darstellung der zervikalen und thorakalen Trachea, ihrer
  • Bifurkation und der zentralen Bronchien
  • Darstellung der Wirbelsäule, der paraspinalen Strukturen, Schlüsselbeine und der Rippen
  • Visuell scharfe Darstellung des Zwerchfells und der Zwerchfellrippenwinkel
  • Darstellung aller Feldgrenzen

1.3 Wichtige Bilddetails:

  • rundlich: 0,7 – 1,0 mm
  • streifig: 0,3 mm breit

1.4 Kritische Strukturen

  • Kleine rundliche Details in Lungenperipherie und Lungenkern
  • Gefäßstruktur und lineare Elemente in der Lungenperipherie
  • Visuell scharf begrenzte Lungengefäße
  • Ausreichende Erkennbarkeit der retrokardialen Lunge und des
  • Mediastinums
  • Flächige Niedrigkontrastveränderungen

2 Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rasterwandgerät
  • Aufnahmespannung: 125 (110 – 150)  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 180 (150 – 200) cm
  • Belichtungsautomatik: seitliches Messfeld
  • Expositionszeit: < 20 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8), ohne
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400

2.2 Besonderheiten bei Aufnahme im Liegen

  • nur, wenn Aufnahme im Stehen nicht möglich ist
  • Aufnahmespannung: 70 – 110  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus-Detektor-Abstand: 90 – 120 cm
  • Expositionszeit: < 20 ms
  • Streustrahlenraster bei Adipositas, kann bei digitaler Radiographie entfallen
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400, der empfohlene Bereich des Stromzeitprodukts ist 1 – 5  mAs

2.3 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmen in aufrechter Position (Hängen, Sitzen, Stehen) Bei Neugeborenen und nicht kooperierenden Patienten im Liegen. Bei kooperierenden Patienten Aufnahmen in aufrechter Position pa-, bei nicht kooperierenden ap-Richtung
  • Aufnahmeart: Rasterwandgerät, Thoraxstativ, Aufnahmetisch
  • Aufnahmespannung: 60 – 80  kV, ab dem 8. Lebensjahr 100 – 120  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: Freie Einstellung an Hand körpergewichtsbezogener Tabellen ist bei Säuglingen und Kindern vorzuziehen. BLA nur bei größeren Kindern (ab dem 8. Lebensjahr) und Jugendlichen mit Streustrahlenraster.
  • Expositionszeit: ≤ 5 (10) ms
  • Streustrahlenraster: r 8, ohne
  • Bildempfängerdosis:
  • Frühgeborene (bis 1000 g Gewicht): ≤ 5  µGy, SC 400
  • Säuglinge, Kinder und Jugendliche: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar an die Einblendung des Nutzstrahlungsfeldes anschließenden Abschnitte des Körperstamms

Thorax seitlich

1 Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Exakte seitliche Einstellung mit erhobenen Armen
  • Sternum "tangential" und abstandsabhängige Deckung der dorsalen Rippen beider Seiten
  • Visuell scharfe Darstellung von Gefäßen, Hilus, Herz und Zwerchfell
  • Darstellung der Trachea und der Stammbronchien
  • Darstellung des Zwerchfells und der Zwerchfell-Rippen-Winkel

2 Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rasterwandgerät
  • Aufnahmespannung: 125 (110 – 150)  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus-Detektor-Abstand: 180 (150 – 200) cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 40 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400

2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • (wie Thorax ap/pa)
  • seitliche Thoraxaufnahmen nur bei besonderen Fragestellungen und nach Auswertung der ap/pa-Aufnahmen
  • bei Säuglingen und nicht kooperierenden Patienten seitliche Aufnahmen im Liegen, horizontaler Strahlengang mit angestellter Kassette/Detektor

Skelett/Extremitäten

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Darstellung in typischen Projektionen bei Standardlagerung mit einem angrenzenden Gelenk, in der Regel in 2 Ebenen, ggf. zusätzlich Schrägprojektion
  • Darstellung der regionaltypischen Strukturen von Kortikalis/Spongiosa
  • Visuell scharfe, überlagerungsfreie Darstellung der gelenknahen Knochenkonturen
  • Darstellung der skelettnahen Weichteile, abhängig von der Fragestellung

1.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Darstellung der Wachstumsfugen mit Epiphysen- und Apophysenkernen

1.3 Wichtige Bilddetails: 0,3 – 2 mm

1.4 Kritische Strukturen

  • Spongiosastruktur, Konturen der Kortikalis, gelenknahe Knochengrenzen

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

Hüftgelenk und Oberschenkel

2.1.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rastertisch oder Rasterwandgerät
  • Aufnahmespannung: 70 – 80  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 200 ms
  • Streustrahlenraster: r 8 (12)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Ovarialabdeckung, Hodenkapsel

2.1.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch nur bei größeren Kindern
  • Aufnahmespannung: 70 – 75  kV; bei Neugeborenen und Säuglingen 60 – 65  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: nur wenn Streustrahlenraster verwendet wird
  • Streustrahlenraster: r 8 nur bei Hüftgelenk von Kindern
    über 8 Jahren und Jugendlichen
  • Bildempfängerdosis: 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: bei Knaben immer Hodenkapsel; bei Mädchen Ovarienabdeckung oder indirekter Ovarienschutz durch Bleieinschub in die Tiefenblende, wenn diagnostisch möglich

Schulter, Oberarm, Klavikula, Rippen, Sternum

2.2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rastertisch oder Rasterwandgerät
  • Aufnahmespannung: 60 – 75  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Feld
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 8 (12)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Gonadenschutzschürze, wenn möglich
  • Schilddrüsenschutz

2.2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch
  • Aufnahmespannung: 60 – 70  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: ohne
  • Streustrahlenraster: r 8, bei Aufnahmen der Rippen und des Sternums bei Säuglingen über 6 Monaten, Kindern und Jugendlichen
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms

Kniegelenk, Unterschenkel

2.3.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: ohne Raster (bei größeren Objektdurchmessern mit Raster r 8)
  • Aufnahmespannung: 60 – 75  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 105 cm (115 cm)
  • Belichtungsautomatik: ohne ( mittleres Feld)
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: ohne
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400

2.3.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: ohne
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms

Ellenbogen, Unterarm, Sprunggelenk

2. 4.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch
  • Aufnahmespannung: 50 – 60  kV
  • Brennflecknennwert: 0,6 ( ≤ 1,3)
  • Fokus- Detektor-Abstand: 105 cm
  • Belichtungsautomatik: ohne
  • Streustrahlenraster: ohne
  • Bildempfängerdosis: ≤ 10  µGy, SC 200

2. 4.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 ( ≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: ohne
  • Streustrahlenraster: ohne
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms.

Hand, Finger, Fußwurzel, Vorfuß, Zehen,

2.5.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch
  • Aufnahmespannung: 50 – 60  kV
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Fokus- Detektor-Abstand: 105 cm
  • Belichtungsautomatik: ohne
  • Streustrahlenraster: ohne
  • Bildempfängerdosis: ≤ 10  µGy, SC 200

2.5.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar
  • anschließenden Abschnitte des Körperstamms

Schädel

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale: Schädelaufnahmen pa/ap

  • Symmetrische Darstellung beider Schädelhälften mit Kalotte, Orbitae und Felsenbeinen
  • Projektion der Pyramidenoberkanten in die Mitte bei ap Projektion in das untere Drittel der Orbitae
  • Visuell scharfe Darstellung der Stirnhöhlen, Siebbeinzellen und Pyramidenoberkanten mit innerem Gehörgang
  • Darstellung der Lamina externa

1.2 Bildmerkmale: Schädelaufnahme seitlich

  • Weitgehende Deckung der Konturen der vorderen Schädelgrube, der kleinen Keilbeinflügel, der Klinoidfortsätze, der Kieferwinkel und der aufsteigenden Unterkieferäste
  • Visuell scharfe Darstellung des Sellabodens und der Klinoidfortsätze
  • Visuell scharfe Darstellung der Gefäßkanäle und der Spongiosastruktur des anliegenden Knochens
  • Visuell scharfe Darstellung der randbildenden Schädelkalotte
  • Visuell scharfe Darstellung des kraniozervikalen Überganges bis zum 2. Halswirbel

1.3 Wichtige Bilddetails: 0,3 – 0,5 mm

1.4 Kritische Strukturen

  • Begrenzung der Stirnhöhle und der Siebbeinzellen sowie der Pyramidenkanten, der Konturen der Sella und der Gefäßkanäle

1.5 Pädiatrische Besonderheiten

  • Darstellung der Fontanellen, Schädelnähte und Synchrondosen in ihrem ganzen Verlauf, Zahnkeime, Zähne
  • Darstellung der Nasennebenhöhlen, soweit entwickelt
  • Aufnahme bei ventilversorgtem Hydrozephalus muss den Halsabschnitt einschließen

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rastertisch, Rasterwandgerät, Spezialgerät
    Aufnahme seitlich in Rückenlage bei angestellter Rasterkassette
    Die pa Projektion ist, falls möglich, der ap Projektion vorzuziehen
  • Aufnahmespannung: pa/ap 70 – 85  kV, seitl. 70 – 80  kV
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 (90 – 150) cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 8 (12)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: wenn möglich Schilddrüsenschutz

2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmespannung: pa/ap 65 – 75  kV
  • Streustrahlenraster: r 8
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1mm Cu
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)

Wirbelsäule

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Strichförmige Darstellung der Deck- und Bodenplattenflächen im Zentralstrahlbereich
  • Guter Einblick in die Zwischenwirbelräume
  • Weitgehende Deckung der strichförmigen dorsalen Wirbelkanten
  • Darstellung der ovalen Bogenwurzeln
  • Wirbellöcher mit kleinen Wirbelgelenken regionabhängig einsehbar und abgrenzbar
  • Darstellung der Dornfortsätze
  • Darstellung der Transversal- und Kostotransversalfortsätze
  • Visuell scharfe Darstellung der regionaltypischen Kortikalis und Spongiosa
  • Darstellung der paraspinalen Weichteile

1.2 Wichtige Bilddetails: 0,5 mm

1.3 Kritische Strukturen

  • Konturen der Wirbelkörper, der Dorn- und Querfortsätze und die Strukturen der regional­typischen Spongiosa

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmeart:

  • Rastertisch oder Rasterwandgerät. Zentrierung abhängig von der Fragestellung. Schräg- und Funktionsaufnahmen exakt beschriften und kennzeichnen

2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Wirbelsäulenganzaufnahmen nur bei strenger Indi­kation. Verlaufskontrollen auch ohne Raster. Bei Mädchen pa Strahlenrichtung vorzuziehen, bei seitlicher Darstellung strenge Ausblendung und/ oder Bleiabdeckung der Mammae bzw. der Brustanlagen

Halswirbelsäule ap/seitlich

2.3.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rastertisch, Rasterwandgerät, Spezialgerät
  • Aufnahme seitlich in Rückenlage bei angestellter Rasterkassette
  • Aufnahmespannung: 65 – 75  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 (seitlich 150) cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400

2.3.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch
  • Aufnahmespannung: 60 – 75  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Streustrahlenraster: r 8 , kein Raster bei Säuglingen
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar
  • anschließenden Abschnitte des Körperstamms

Brustwirbelsäule ap/seitlich

2.4.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmespannung: 70 – 85  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 (150) cm
  • Belichtungsautomatik: in der Regel mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 200 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • evtl. Keilfilter

2.4.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch, Rasterwandgerät im Stehen
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Aufnahmespannung: 65  kV bei Säuglingen unter 6 Monaten
  • Streustrahlenraster: r 8 , kein Raster bei Säuglingen unter 6 Monaten und bei digitaler Radiographie
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)

Lendenwirbelsäule ap

2.5.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmespannung: 75 – 85  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 (150) cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 500 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • bei spezieller Fragestellung unter Einbeziehung des Kreuzbeins
    Strahlenschutz: Ovarialabdeckung, wenn diagnostisch möglich, Hodenkapsel

2.5.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch, Rasterwandgerät im Stehen
  • Aufnahmespannung: 70 – 85  kV, bei Säuglingen unter 6 Monaten 65  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Streustrahlenraster: r 8 , kein Raster bei Säuglingen unter 6 Monaten
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: Ovarialabdeckung wenn diagnostisch möglich, Hodenkapsel, Bleiabdeckung der unmittelbar angrenzenden Abschnitte des Körperstamms

Lendenwirbelsäule seitlich

2.6.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmespannung: 85 – 95  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 (150) cm
  • Belichtungsautomatik: in der Regel mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 1,0 s
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • evtl. Keilfilter

2.6.3 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch
  • Aufnahmespannung: 70 – 85  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Streustrahlenraster: r 8 , kein Raster bei Säuglingen
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: Ovarialabdeckung wenn diagnostisch möglich, Hodenkapsel, Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Abschnitte des Körperstamms

Wirbelsäulenganzaufnahme anterior-posterior

2.7.1 Ärztliche Qualitätsanforderungen

  • Darstellung der Wirbelsäule fragestellungsabhängig vom occipito-cervicalen oder cervico-thorakalen bis lumbosacralen Übergang im Stehen, evtl. einschließlich Schultergürtel und Beckenkamm
  • Darstellung der Bogenwurzeln, der Dorn- und Querfortsätze

2.7.2 Wichtige Bilddetails: 1 mm

2.7.3 Kritische Strukturen:

  • Darstellung der ganzen Wirbelsäule, insbesondere auch
    des lumbo-sacralen Übergangs (Wirbelsäulenstatik)
  • Form und Stellung der Wirbel mit Bögen und Dornfortsätzen

2.7.4 Aufnahmetechnik

  • Aufnahme ap im Stehen, Stellung des Rückens zum Stativ, Beine gestreckt (evtl. Beinlängenausgleich durch Unterlage)
  • Bildempfängerformat 20/60, 30/90, bei Teilaufnahmen lückenlose Darstellung, inclusive Skalierung
  • Aufnahmespannung: mit Raster 90 – 100  kV, ohne Raster 80 – 85  kV
  • Brennflecknennwert ≤ 1,3
  • Fokus-Detektor-Abstand: 300 cm, bei Durchleuchtungstechnik 100 cm
  • Zentralstahl senkrecht auf Kassettenmitte/Feldmitte
  • Streustrahlenraster: Rasterkassette (Viellinienraster), Kontrollaufnahmen fragestellungsabhängig auch ohne Raster
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400 bei Einzelaufnahmen, ≤ 1,0  µGy bei Durchleuchtung
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel, bei Frauen focusnaher Ovarienschutz, Mammaabdeckung

2.7.5 Pädiatrische Besonderheiten:

  • Aufnahmespannung 70 – 90  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5  µGy, SC 800
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel, focusnaher Ovarienschutz, Abdeckung der Brustdrüsenanlage/Mamma, alternativ pa Strahlengang, bei LBH-Aufnahmen (LWS-Becken-Hüftgelenk-Aufnahme) Abdeckung der diagnostisch nicht interessierenden Teile des Abdomens

Wirbelsäulenganzaufnahme seitlich

  • Nur bei entsprechender Indikation als Ergänzung
  • Allgemein rechtsanliegende Stellung, bei starker Linkskonvexität linke Seite anliegend
  • Aufnahmespannung: 80 – 110  kV
  • Ausblendung und/oder Bleiabdeckung der Mamma bzw. der Brustdrüsenanlage des Mädchens

Spinalkanal (Myelographie)

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

  • Darstellung des Spinalkanals und dessen Inhaltes
  • Darstellung des Rückenmarks in mindestens zwei Projektionen
  • Darstellung der Wurzeln in zusätzlich zwei Schrägprojektionen
  • Nachvollziehbare Angabe der Seite und Segmenthöhe pathologischer Prozesse

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 2 mm

1.3 Kritische Strukturen:

  • Visuell scharfe Darstellung der Konturen des Rückenmarks, des Duralsackes, der Wurzeln und Wurzeltaschen

1.4 Myelographie darf in der Regel nur in Kombination mit einer CT- Myelographie erfolgen

2. Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Durchleuchtungsgerät
  • Zentrierung abhängig von der Fragestellung
  • Einblenden auf die Wirbelsäule
  • Bei Funktionsaufnahmen eingeschränkte Qualitätsanforderungen
  • Aufnahmespannung: ap in Abhängigkeit von der Körperregion 65 – 85  kV, seitlich 65 – 95  kV
  • Brennflecknennwert: 0,6 – 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 70 – 100 cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: je nach Körperregion 100 – 1000 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5  µGy, SC 800, bei Indirekttechnik ≤ 1,0  µGy

Becken und Sacrum

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Symmetrische Darstellung beider Beckenhälften und Schenkelhälse
  • Seitengleiche Darstellung der Hüftpfannenkonturen
  • Symmetrische Darstellung der Foramina des Sacrums
  • Darstellung der regionaltypischen Spongiosa und Kortikalis mit Begrenzung der großen und kleinen Trochanteren
  • tief eingestellte Übersichtsaufnahme bei Hüftimplantaten
  • Trochanteren randständig

1.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Vollständige Darstellung der Y-Fuge (Vermeidung von Beckenkippung und -drehung um eine Quer- und/oder Längsachse)
  • Symmetrische Lagerung der Oberschenkel in stan­dardisierter Mittelposition oder bei Funktions­aufnahmen in standardisierten Positionen
  • Darstellung der periartikulären Weichteile

1.3 Wichtige Bilddetails: 0,5 mm

1.4 Kritische Strukturen

  • Konturen der Beckenknochen, der Femurköpfe und der Iliosakralgelenke,, Strukturen der regionaltypischen Spongiosa

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

Becken

2.1.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rastertisch
  • Aufnahmespannung: 75 – 90  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: ³ 115 cm (150 cm)
  • Belichtungsautomatik: mittleres oder beide seitlichen Messfelder
  • Expositionszeit: < 200 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel, bei Frauen in gebärfähigem Alter und abh. von Fragestellung direkten Ovarienschutz oder indirekten Ovarienschutz durch Bleieinschub in Tiefenblende. Nach Möglichkeit Kompression des Abdomens

2.1.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: bei Säuglingen und Kleinkindern Auf-nahmetisch, bei Körperdurchmesser größer 12-15 cm Rastertisch
  • Aufnahmespannung: 70 – 80  kV, bei Säuglingen unter 6 Monaten 65  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1mm Cu
  • Streustrahlenraster: r 8, kein Raster bei Säuglingen
  • Darmreinigung durch Klistir/Einlauf, nicht bei Säuglingen unter 6 Monaten
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel bzw. Ovarienschutz oder indirekter Ovarienschutz durch Bleieinschub in Tiefenblende

Sacrum seitlich

2.2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmespannung: 80 – 90  kV
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • 2.2.2 Pädiatrische Besonderheiten
  • Aufnahmespannung: 70 – 90  kV, bei Säuglingen unter 6 Monaten 65 – 70  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Streustrahlenraster: r 8, kein Raster bei
  • Bildempfängerdosis ≤ 2,5  µGy, SC 800
  • Strahlenschutz: bei Knaben Hodenkapsel

Abdomen

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Darstellung des Abdomens vom Zwerchfell bis zum Beckenboden, evtl. in zwei Aufnahmen
  • Darstellung der Weichteilschatten und lumbalen Fettlinien.
  • Darstellung des seitlichen Psoasrandes
  • Darstellung der Nierenkonturen
  • Darstellung des unteren Leberrandes
  • Darstellung der Verteilung von Gas und Flüssigkeit im Magen-Darmkanal inclusive der Darmwand, Peritonealraum sowie retro- und extraperitoneal
  • Darstellung von verkalkten Strukturen
  • Ausreichende Darstellung der mitabgebildeten Knochen

1.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Darstellung der Fettlinien, Nierenkonturen und der Psoaskonturen je nach Alter und Darmgasverteilung

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

2.1.1 Aufnahmeart: Übersichtsaufnahme in Rückenlage, Rastertisch,

  • Aufnahmespannung: 80 – 100  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 cm
  • Belichtungsautomatik: mittleres oder beide seitlichen Messfelder
  • Expositionszeit: ≤ 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400

2.1.2 Aufnahmeart: Aufnahme in linker Seitenlage auf Aufnahmetisch mit horizontalem Strahlengang vor Rasterstativ oder angestellter Rasterkassette

  • Aufnahmespannung: 100 – 125  kV
  • sonst wie 2.1.1

2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Zusätzliche Aufnahme in Bauchlage/Bauchhängelage bei anorektalen Malformationen
  • Aufnahmespannung: 65 – 85  kV (Seitenlage 100  kV)
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: ≤ 0,6 (1,3)
  • Expositionszeit: 20 (40) ms
  • Streustrahlenraster: r 8, ab dem 8. Lebensjahr
  • Bildempfängerdosis: 2,5 (5)  µGy, SC 800 (400)
  • Strahlenschutz: angrenzenden Thorax mit Bleigummiabdeckung, Hodenkapsel

Gallenwege und Pankreas

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

Gallenwege

Die invasive Untersuchung der Gallenwege mittels Kontrastmittelinjektion in die Gallenwege kann durch endoskopisch-retrograde Cholangiographie (ERC) oder durch perkutan-transhepatische Cholangiographie (PTC) erfolgen. Planung und Durchführung dieser Untersuchungen sollte in Kenntnis von vorhergehenden Gallengangsdarstellungen erfolgen, welche durch Sonographie, CT, MRT, MRCP oder vorhergehende ERC durchgeführt worden sein können.

1.1 Bildmerkmale des biliären Systems nach Kontrastmittelgabe:

  • Selektive Darstellung der extrahepatischen Gallenwege (Ductus hepatocholedochus, Hilusbifurkation, D. hepaticus major beidseits) und der intrahepatischen Gallenwege bis zu den Segmentgallenwegen in ihrer Kontinuität
  • Scharfe Begrenzung der Gallenwege zur Umgebung
  • Anflutung und Ablaufdynamik des Kontrastmittels schrittweise beobachten
  • Darstellung kritischer Strukturen in einer zweiten Ebene
  • Darstellung der Gallenblase nicht regelmäßig erforderlich

1.2 Wichtige Bilddetails:

  • Darstellung von Gallenwegen ab 0,9 mm Gangdurchmesser

1.3 Kritische Strukturen

  • Erkennbarkeit schwacher intraduktaler Kontraste und von Kontrastmittelaussparungen
  • Darstellung der Hilusbifurkation in der planaren Ebene
  • Ablauf des Kontrastmittels aus dem Ductus hepatocholedochus über die Papille in den Dünndarm
  • Abgrenzung des Ductus hepatocholedochus, Ductus zysticus und des Ductus hepaticus major beidseits

Pankreas

Die invasive Untersuchung der Pankreasgänge mittels direkter Kontrastmittelinjektion (ERP) kann durch die endoskopisch-retrograde Pankreatikographie (ERP) erfolgen. Planung und Durchführung dieser Untersuchungen sollte in Kenntnis von vorhergehenden Pankreasgangdarstellungen erfolgen, welche durch Sonographie, CT, MRT, MRCP oder vorhergehende ERP durchgeführt worden sein können.

1.1 Bildmerkmale des Gangsystems nach Kontrastmittelgabe:

  • Selektive Darstellung des Pankreashauptgangs in seiner Kontinuität bis in die Schwanzregion
  • Scharfe Begrenzung der Pankreasgänge zur Umgebung
  • Anflutung und Ablaufdynamik des Kontrastmittels schrittweise beobachten
  • Darstellung kritischer Strukturen in einer zweiten Ebene
  • Vermeidung eines Kontrastmittelübertritts in das Pankreasparenchym bzw. Vermeidung einer Parenchymographie

1.2 Wichtige Bilddetails

  • Darstellung von Pankreasgängen ab 0,9 mm Durchmesser

1.3 Kritische Strukturen

  • Erkennbarkeit schwacher intraduktaler Kontraste und von Kontrastmittelaussparungen
  • Darstellung der Pankreashauptgangs in der planaren Ebene
  • Ablauf des Kontrastmittels aus dem Pankreashauptgang über die Papille in den Dünndarm
  • Abgrenzung des D. wirsungianus im Bereich des Pankreaskopfes, -corpus und des Schwanzbereichs
  • Bei Pankreas divisum Darstellung des Ductus santorini

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmespannung: 70 – 80  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Objekt- Detektor-Abstand: möglichst gering
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 8
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400, bei Indirekttechnik ≤ 1,0  µGy

Ösophagus, Magen und Duodenum

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

1.1.1. Doppelkontrast

  • Ausreichend dichter, noch transparenter Kontrastmittelbeschlag.
  • Darstellung aller Abschnitte in unterschiedlichen Projektionen einschließlich der Kardia, des Pylorus und des Bulbus duodeni
  • Visuell scharfe Darstellung feiner Details und der Randkonturen
  • Darstellung des gesamten Duodenums bei entsprechender
    Fragestellung
  • Darstellung des gesamten Ösophagus einschließlich des
    gastroösophagealen Übergangs bei entsprechender
    Fragestellung

1.1.2. Monokontrast

  • Darstellung von Form, Lage, Größe und Entleerungsfunktion des Ösophagus und Magens sowie überlagerungsfreie Darstellung des gesamten Duodenums in zwei Ebenen

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 2 mm

1.3 Kritische Strukturen, Doppelkontrast

  • Schleimhautoberfläche mit Einsenkungen und Erhabenheiten

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Durchleuchtungsgezielte Aufnahmen
  • Aufnahmespannung: ≥ 100  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3 (0,6)
  • Objekt- Detektor-Abstand: möglichst gering
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: 50 (100) ms
  • Streustrahlenraster: r 8
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400

2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Vermeidung von Bildserien bei Untersuchungen des Schluckaktes, Ersatz durch digitale Videoloops mit gepulster Durchleuchtung
  • Bei nicht kooperierenden Kindern ausreichende Immobilisation
  • Einführung des Kontrastmittels falls erforderlich mit besonderen Hilfsmitteln (Spezialsauger, -sonde)
  • Aufnahmespannung: 70 – 90  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld, dabei Vermeidung größerer Überdeckungen der Dominante durch Kontrastmittel.
  • Streustrahlenraster: keines
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5  µGy, SC 800, bei Indirekttechnik ≤ 1,0  µGy

Dünndarm

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

1.1.1. Doppelkontrast

  • Gute Entfaltung und Füllung aller Dünndarmabschnitte
  • Ausreichend dichter, noch transparenter Kontrastmittelbeschlag
  • Scharfe Darstellung feiner Details und der Randkonturen
  • Scharfe Darstellung der Kontrastmittelpassage der letzten Ileumschlinge und des Übertrittes ins Coecum

1.1.2. Monokontrast

  • Darstellung von Form, Lage, Größe und Transportfunktion des Dünndarms sowie überlagerungsfreie Darstellung des terminalen Ileums und des Übertrittes ins Coecum

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 3 mm

1.3 Kritische Strukturen: Doppelkontrast

  • Schleimhautoberfläche mit Einsenkungen und Erhabenheiten
    (Stenosen und Fisteln)

2. Aufnahmetechnik

  • Verfolgung der Dünndarmpassage mit intermittierender Durchleuchtung und Dokumentation
  • Aufnahmespannung: ≥ 100  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Belichtungsautomatik: mittlere Kammer, KM-Überlagerung berücksichtigen
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 8
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel

Kolon, Rektum

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale, Doppelkontrast

  • Entfaltung aller Dickdarmabschnitte
  • Ausreichend dichter, gleichmäßiger Kontrastmittelbeschlag
  • Darstellung aller Abschnitte in unterschiedlichen Projektionen
  • Scharfe Darstellung der Konturen und feinen Details

1.2 Bildmerkmale, Monokontrast

  • Darstellung von Form, Lage und Größe des gesamten Kolons

1.3 Wichtige Bilddetails: 1 – 3 mm

1.4 Kritische Strukturen, Doppelkontrast

  • Schleimhautoberfläche mit Einsenkungen und Erhabenheiten (Polypen, Divertikel, Fisteln und Stenosen)

1.5 Pädiatrische Besonderheiten:

  • Nachweis des Lumensprunges bei M. Hirschsprung
  • Darstellung von Fisteln bei anorektalen Malformationen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Durchleuchtungsgezielte Aufnahmen und Übersichtsaufnahmen
  • Aufnahmespannung: ≥ 100  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Objekt-Detektor-Abstand: möglichst gering
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 8
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel

2.2 Pädiatrische Besonderheiten

  • Keine Abführmaßnahmen bei Säuglingen unter 6 Monaten
  • Bei nicht-kooperierenden Kindern ausreichende Immobilisation
  • Aufnahmespannung: 70 – 90  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Belichtungsautomatik: mittleres Messfeld, dabei Vermeidung größerer Überdeckungen der Dominante durch Kontrastmittel
  • Streustrahlenraster: keins
  • Bildempfängerdosis: 2,5  µGy, SC 800
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel

Harntrakt, Nieren und ableitende Harnwege

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

Festlegung der zeitlichen Abfolge der Aufnahmen nach Kontrastmittelgabe und Lagerung des Patienten nur nach Auswertung der vorausgehenden Leeraufnahme durch Anordnung des die Untersuchung beaufsichtigenden Arztes.

1.1 Bildmerkmale ohne Kontrastmittelgabe:

  • Darstellung des gesamten Bereichs der Nieren und ableitenden Harnwege vom oberen Nierenpol bis zum Perineum
  • Abgrenzbare Nierenkonturen
  • Abgrenzung der seitlichen Psoasränder
  • Darstellung von verkalkten Strukturen
  • Darstellung der regionaltypischen Morphologie und Kontraste, einschließlich der ossären Strukturen

1.2 Bildmerkmale nach Kontrastmittelgabe:

  • Dichtezunahme des Nierenparenchyms durch nephrographischen Effekt
  • Lage, Konfiguration und Anzahl der Nieren sowie der kontrastmittelgefüllten Harnblase und des harnableitenden Systems
  • Darstellung des zeitlichen Verlaufs von Ausscheidung und Abfluss (Spätaufnahmen)
  • Darstellung der Harnblase und distalen Harnleiterregion nach Entleerung

1.3 Wichtige Bilddetails: 1 mm

1.4 Kritische Strukturen

  • Verkalkungen in Größe, Form und Anordnung sowie Abgrenzung der Nierenkonturen und Abgrenzung der Fornices

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Rastertisch, (Rasterwandgerät bei spezieller Fragestellung)
  • Aufnahmespannung: 70 – 90  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,3
  • Fokus- Detektor-Abstand: 115 cm
  • Belichtungsautomatik: Messfelder je nach Fragestellung
  • Expositionszeit: < 100 ms
  • Streustrahlenraster: r 12 (8)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel

2.2 Bemerkungen:

  • Aufnahme im Stehen: Aufnahmespannung: 80 – 100  kV
  • Bei Schwangeren: Aufnahme nur bei unabweisbarer Indikation,
    Zusatzfilterung: zusätzlich mindestens 0,1 mm Cu
  • Aufnahmespannung: > 100  kV
  • Retrograde und antegrade Darstellung – auch intraoperativ und interventionell – von Harnröhre, Blase, Harnleiter und Nierenbecken sowie Miktionscysturethrographie mit durchleuchtungsgezielter Untersuchung, auch Aufnahmen mit Indirekttechnik und digitaler Bildverstärker-Radiographie

2.3 Pädiatrische Besonderheiten

  • Aufnahmeart: Aufnahmetisch, Rastertisch
  • Aufnahmespannung: 70 – 80  kV
  • Zusatzfilterung: 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu
  • Brennflecknennwert: 0,6 (≤ 1,3)
  • Belichtungsautomatik: Messfelder je nach Größe der Patienten
  • Streustrahlenraster: r 8
  • Bildempfängerdosis: ≤ 2,5 µ Gy, SC 800
  • Strahlenschutz: Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Körperabschnitte, vor allem des Sternums und der Rippen, bei Frühaufnahmen der Nieren nach Kontrastmittelgabe auch Bleigummiabdeckung des Unterbauchs, bei Knaben Hodenkapsel

2.4 Pädiatrische Besonderheiten bei der Miktionscysturethrographie (MCU)

  • Aufnahmeart: Untersuchung an einem kippbaren Durchleuchtungsgerät
  • Aufnahmespannung: 70 – 90  kV für Zielaufnahmen
  • Zusatzfilterung: mindestens 0,1 mm Cu
  • Gepulste Durchleuchtung: Pulsraten 3 – 15 Pulse/s
  • Speicherung von Last-image-hold-Bildern aus dem Durchleuchtungsbetrieb
  • Eingeblendete Zielaufnahmen zur Darstellung pathologischer Befunde
  • Streustrahlenraster: ohne; nur in Einzelfällen und bei Kindern
    > 8 Jahre
  • Einblendung je Befund auf die Harnleitermündung, Blasenhals/Urethra, Nierenregion
  • Füllungsphase gewöhnlich in Rückenlage
  • Miktion bei kooperierenden männlichen Patienten stehend oder wie bei Mädchen im Sitzen auf dem Miktionsstuhl
  • Strahlenfeld (FOV) abhängig vom Lebensalter (möglichst keine elektronische Vergrößerung)
  • Vermeidung von unnötigen Schräg- und Lateralprojektionen
  • Enge Einblendung während der Untersuchung
  • Strahlenschutz: bei Knaben Hodenkapsel (nicht möglich bei Anomalien der Urethra)

Mamma

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale
Darstellung in zwei Ebenen
Medio-lateral-oblique Aufnahme:

  • Brust einschließlich Cutis, Subcutis, Parenchym und Fettgewebe vollständig abgebildet
  • Pectoralismuskel relaxiert und bis in Höhe der Mamille abgebildet
  • Inframammäre Falte dargestellt
  • Mamille im Profil abgebildet

Cranio-caudale Aufnahme:

  • Brust einschließlich Cutis, Subcutis, Parenchym und Fettgewebe vollständig abgebildet
  • Pectoralismuskel relaxiert und am Bildrand abgebildet
  • Mamille im Profil abgebildet
  • Mamille mittig oder leicht nach medial oder lateral zeigend
  • Axillärer Drüsenkörperanteil bis auf weit laterale Anteile vollständig abgebildet

Gute Kompression
Kontrastreiche Darstellung der Drüsenkörperstrukturen
Adäquates Aufspreizen des Drüsengewebes
Scharfe Darstellung feiner linearer Strukturen
Begrenzung rundlicher Details
Erkennbarkeit von Mikroverkalkungen

1.2 Wichtige Bilddetails: 0,2 mm

1.3 Kritische Strukturen

  • Mikroverkalkungen in Größe, Form und Anordnung
  • Rundliche Details und Art ihrer Begrenzung
  • Schärfe und Gestalt linearer Strukturen

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Spezialeinrichtung
  • Aufnahmespannung: 25 – 35  kV bezogen auf Dicke und Dichte
  • Wahl verschiedener Anodentarget- und Filterkombinationen in Abhängigkeit von Dicke und Dichte
  • Brennflecknennwert: FFS ≤ 0,3, digital ≤ 0,4
  • Fokus-Detektor-Abstand: ≥ 60 cm, bei Spezialeinrichtung ≥ 55 cm
  • Kompression ≥ 10 kp
  • Vergrößerungstechnik zur Klärung spezieller Fragestellungen (z. B. Mikrokalk)
  • Belichtungsautomatik: Messfeldlage speziell einstellbar, gute Anpassung an Dicke, Dichte und Röhrenspannung
  • Mittlere optische Bruttodichte D= 1,2 bis 1,6 bei Film-Folien-System
  • Expositionszeit: < 2 s
  • Streustrahlenraster: bewegtes Spezialraster r 4, 27 L/cm; r 5,
    30 L/cm
  • Nenndosis: analog KN ≤ 100  µGy,
  • digital werden Grenzwerte für die mittlere Parenchymdosis (DPD) in Abhängigkeit von der Kompressionsdicke der Brust festgelegt
  • Bei Film-Folien-Radiographie separate Konstanzprüfung der Filmverarbeitung der Mammographie-Filme

Zähne

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale

  • Intraorale Aufnahme eines oder mehrerer Zähne
  • Vollständige Abbildung der einzelnen Zähne mit Krone und apikaler Region
  • Größengerechte und überlagerungsfreie Darstellung
  • Visuell scharfe Grenze der Alveoleninnencorticalis
  • Darstellung der regionaltypischen Knochenstruktur des Kiefers

1.2 Wichtige Bilddetails: 0,3 – 0,8 mm

1.3 Kritische Strukturen

  • Apikale Region, Approximalwände der Zahnkrone, Alveolenrand, interdentales Septum, Knochenstruktur des Kiefers

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Aufnahmeart: Intraorale Aufnahme
  • Aufnahmespannung: ≥ 60  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,5
  • Fokus- Detektor-Abstand: ≥ 20 cm
  • Nenn- bzw. Bildempfänger-Dosis:
    Analog KN ≤ 360  µGy bzw. digital KB ≤ 200  µGy

Es sind ferner die „Durchführungsempfehlungen zur Qualitätssicherung in der Zahnärztlichen Radiologie“ der Bundeszahnärztekammer in der jeweils gelten Fassung zu beachten!

Gefäße, allgemeine Kriterien

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

  • Übersichtliche Darstellung der Gefäße des untersuchten Stromgebietes, bei parenchymatösen Organen, (z. B. Gehirn) und Eingeweiden in der Regel mit Abbildung der arteriellen, kapillaren und venösen Phase
  • Kontrastreiche Darstellung des Gefäßverlaufes
  • Darstellung der Gefäßverzweigungen in geeigneten Projektionen
  • Visuell scharfe Darstellung von Gefäßkonturen, Stenosen und umschriebenen Ausweitungen in der Regel in zwei Projektionen
  • Darstellung des anatomischen Hintergrunds in mindestens einem Bild pro Aufnahmeserie

Eine spezielle Fragestellung bei der Arteriographie kann methodische Erweiterungen oder Vereinfachungen bedingen.

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 2 mm (im Hochkontrast bzw. bei selektiver Angiographie 0,3 mm)

1.3 Kritische Strukturen:

  • gesamter Gefäßverlauf
  • Konturen der Gefäße, Weite der Gefäße, Aufzweigungsverhalten, Kurzschlüsse, Kollateralen

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik:

  • Digitale Durchleuchtungssysteme mit Subtraktionsmöglichkeit
  • Aufnahmetisch, Tischtransport, Einrichtung mit verfahrbarem C/U-Bogen, Digitale Durchleuchtungs- und Aufnahmetechnik, Matrix ≥ 1024² mit Eingangsdurchmesser ≥ 33  cm (Bildfeld umschaltbar auf kleinere Durchmesser)
  • Aufnahmespannung: 65 – 85  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,2
  • Fokus-Detektor-Abstand: ≥ 70 cm
  • Expositionszeit: ≤ 150 ms (DSA ≤ 300 ms)
  • Streustrahlenraster: Viellinienraster z. B. r 17
  • Zahl der Bilder: 1 – 8 B/s, gefäßregion-, fragestellungs- und befundbezogene Frequenzvariation
  • Szenendauer: In Abhängigkeit von der Fragestellung so kurz wie möglich
  • Gepulste Durchleuchtung
  • Last-image-hold
  • Röhrenstromsteuerung in Abhängigkeit vom Fokus-Detektor-Abstand
  • Bildempfängerdosis pro Bild /Dosisleistung:
    Einzelbild: ≤ 2  µGy
    Bildserie: ≤ 0,2  µGy/B
    DSA: ≤ 5  µGy
    (Dosiswerte immer bezogen auf Bildverstärker- Eingangsnenndurchmesser ≤ 25 cm.)
  • Dosisflächenproduktanzeige bei allen Angiographien und Interventionen erforderlich, bei Interventionen gem. IEC 60601-2-43
    alternativ Anzeige der Einfalldosis
  • Strahlenschutz: Hodenkapsel bzw. Ovarienschutz oder Beckenabdeckung

Bemerkungen:

  • Wahl geeigneter Katheter und Katheterpositionen angepasst an Fragestellung und Gefäßge­biet mit Möglichkeit zur selektiven Darstellung
  • Ausreichende Kontrastmittelmenge und KM-Konzentration sowie geeigneter KM-Flow
  • Einblenden auf die diagnostisch interessierenden Abschnitte
  • Verwendung von Dichteausgleich, halbtransparenten Blenden und Filtern
    Vermeidung von Peristaltikartefakten (Gabe von Anticholinergica o. ä.)

Aortenbogen, supraaortale Äste und Hirngefäße

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

1.1.1 Aortenbogen und supraaortale Äste in DSA-Technik:

  • Aortenbogen in LAO aufgedreht und übersichtlich dargestellt
  • Überlagerungsfreie Darstellung von Tr. brachiocephalicus, A. carotis communis, A. subclavia, A. vertebralis
  • Übersichtliche Darstellung der Carotisbifurkation beiderseits und A. carotis interna und externa mit ihren Ästen in mindestens zwei Projektionen
  • Darstellung der A. vertebralis beiderseits mit der A. basilaris.

1.1.2 Hirngefäße in DSA-Technik:

  • Darstellung der intracraniellen Arterien, Kapillaren und Venen, ihres Verlaufs und ihrer Verzweigungen in mindestens 2 Projektionen
  • Selektive Darstellung diagnostisch relevanter Gefäße und Gefäßprovinzen in Abhängigkeit von Fragestellung (Voruntersuchungen: Doppler/Duplexsono, CT, MRT)

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 2 mm (in Hochkontrast bzw. bei selektiver

Angiographie 0,3 mm)

1.3 Kritische Strukturen

  • Darstellung des gesamten Gefäßverlaufs, Gefäßkonturen, Erweiterungen, Einengungen und Verschlüsse,
  • zeitliche Änderungen der Kontrastmittelpassage,
  • Kollateralgefäße und ihre Haemodynamik,
  • pathologische Gefäße

Arterien des Beckens und der unteren Extremitäten

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

  • Darstellung der Bauchaorta (mit Nierenhauptarterien), der Arterien des Beckens und der Beine einschl. der Füße
  • Überlagerungsfreie Darstellung der Iliaca-Gabel und der Femoralisverzweigung mit adäquaten Schrägprojektionen
  • Kontrastreiche Darstellung der Hauptarterien mit ihren Ästen einschließlich vorhandener Kollateralen
  • Visuell scharfe Darstellung der Gefäßkonturen mit Erweiterungen und Stenosen
  • Bei spezieller insbesondere praeoperativer Fragestellung selektive Darstellung der diagnostisch wichtigen Arterienabschnitte ggf. einschl. des Vorfußes

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 2 mm (im Hochkontrast bzw. bei selektiver Angiographie 0,3 mm)

1.3 Kritische Strukturen:

  • Darstellung des gesamten Gefäßverlaufes,
  • übersichtliche Darstellung der Gefäßverzweigungen, Gefäßkonturen und Erweiterungen sowie Kollateralen

Bauchaorta und ihre Äste

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

  • Darstellung der Aorta von BWK 10 bis unterhalb der Aortenbifurkation
  • Möglichst überlagerungsfreie Darstellung der Abgänge des Truncus coeliacus, der Aa. mesentericae und der Aa. renales einschließlich der erforderlichen Spezialprojektionen
  • Visuell scharfe Darstellung der visceralen und renalen Arterien und ihrer Verzweigungen bis in den Parenchymbereich
  • Darstellung des venösen Rückflusses bis in die V. cava inferior bzw. der visceralen Venen und V. portae
  • Erfassung der Kollateralgefäße, Kurzschlüsse, Stromumkehr und pathologischen Gefäße
  • Selektive Darstellung der diagnostisch wichtigen Äste der visceralen und renalen Arterien sowie der übrigen Äste der Bauchaorta und Abbildung der visceralen Venen und der V. portae
  • Reduktion von Peristaltikartefakten (Gabe von Anticholinergica o. ä.)

1.2 Wichtige Bilddetails: 1 – 2 mm (Hochkontrast bzw. bei selektiver Angiographie 0,3 mm)

1.3 Kritische Strukturen:

  • Darstellung des gesamten Gefäßverlaufes der diagnostisch interessierenden Gefäße,
  • Gefäßwandveränderungen, Stenosen, Erweiterungen, Aneurysmen,
  • pathologische Gefäße, Kollateralen sowie Änderungen der Stromrichtung
  • Beurteilung des Gesamtorgans je nach Fragestellung (Leber, Pankreas, Niere u. a.)

Venen der Beine und des Beckens

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

  • Möglichst überlagerungsfreie Darstellung der Leitvenen des Unterschenkels, der Vena poplitea, V. femoralis superficialis in zwei Projektionen
  • Darstellung der Venen vom Knöchel bis zur Vena cava inferior
  • Übersichtliche Darstellung des Beckenvenenabflusses
  • Verhalten der Klappen der Leitvenen, der Venae perforantes und der Crossen der Saphena-Stammvenen im Valsalva- Preßversuch
  • Darstellung der Mündungsklappen der V. saphena magna
  • Darstellung der Perforansinsuffizienzen, epifascialen Venen und ihrer varikösen Erweiterung
  • Restfüllung der Leitvenen, Muskelvenen und epifascialen Venen und Varizen
  • Differenzierung von Flußartefakten und Thrombosezeichen
  • Erfassung thrombotischer Veränderungen und des post- thrombotischen Syndroms
  • Indikationsabhängig können bestimmte Venenregionen gezielt dargestellt werden

1.2 Wichtige Bilddetails: 2 – 3 mm

1.3 Kritische Strukturen:

  • Darstellung der tiefen Venen und ihres Zu- und Abflusses sowie der Venae perforantes,
  • Venenwand, Venenweite, Perforansinsuffizienzen,
  • Mündungsklappen der V. saphena magna, veränderte Blutflußrichtung

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik

  • Kipptischlagerung in 30 – 50°
  • Durchleuchtung mit Zielaufnahmen oder Kassettentechnik mit Formatunterteilung, digitale Radiographie
  • Überlappende Bilddokumentation
  • Aufnahmespannung: 70 – 80  kV
  • Fokus- Detektor-Abstand bei Übertischanordnung 1,0 – 1,5 m, bei Untertischanordnung 0,75 m (kleiner Brennfleck 0,6)
  • Bildempfängerdosis: ≤ 5  µGy, SC 400
  • Kompression oberhalb des Knöchels mit Stauschlauch und kontinuierliche Kontrastmittelinjektion in eine Fußvene
  • Darstellung der tiefen Unterschenkelvenen in Innenrotation oder verschiedene Projektionen, der V. poplitea seitlich, der Venen des Oberschenkels in Außenrotation oder sagittal
  • Kontrolle der Abflußverhältnisse und Abflußrichtung der oberflächlichen Venen (Flußartefakte)
  • Gezielte Darstellung von Perforansinsuffizienzen
  • Kontrolle der Klappenfunktion des V. Saphena-magna-Systems im Valsalva-Preßversuch
  • gezielte ergänzende Varikographie nach Fragestellung.
  • Strahlenschutz: Männer: Hodenkapsel. Frauen: Ovarienschutz oder Beckenabdeckung

Herz

1. Ärztliche Qualitätsanforderungen

1.1 Bildmerkmale:

1.1.1 Linker Ventrikel

  • Die Lävokardiographie sollte in RAO-Projektion (30°), ggf. zusätzlich simultan in LAO (60°) erfolgen
  • Eine zweite LAO-Projektion ist bei echokardio­graphisch unklaren Verhältnissen, lateralen und/oder anteroseptalen Hypo- und Akinesien, subvalvulären hypertrophisch obstruktiven Kardiomyopathien und Septumdefekten sinnvoll
  • RAO-Projektion (30°/0°) mit längeren Sequenzen bei echokardiographischer Mitralinsuffizienz ³ II°
  • Darstellung der linksventrikulären Globalfunktion (zur Quantifizierung des enddiastolischen Volumens und der linksventrikulären Ejektionsfraktion)
  • Darstellung des aortalen Ausflusstrakts

1.1.2 Koronararterien, Bypassgrafts und A. mammaria

  • Mindestens 3 Projektionen für die linke und zwei für die rechte Kranzarterie
  • Überlagerungen durch die Wirbelsäule und das Zwerchfell sollten vermieden werden
  • Aufnahme vor und nach Nitro-Gabe

1.2 Bildmerkmale :

  • Wichtige Bilddetails: 0,2 – 0,5 mm

1.3 Kritische Strukturen:

1.1.1 Linker Ventrikel

  • Vollständige Darstellung aller Abschnitte des linken Ventrikels, der Aortenwurzel und der Aorta ascendens
  • Darstellung und Quantifizierung einer Mitral- und Aorteninsuffizienz
  • Erkennung von Kontrastmittelaussparungen (Thrombus)

1.1.2 Koronararterien, Bypassgrafts und A. mammaria

  • Darstellung der Gefäße in ihrem gesamten Verlauf
  • Verlaufscharakteristik (geschlängelt, gerade verlaufend)
  • Weite der Gefäße
  • Vorhandensein von Kollateralen
  • Darstellung von Stenosen, Erkennung des Stenosetyps und Quantifizierung des Stenosegrades
  • Darstellung der Geschwindigkeit des Kontrastmittelabflusses („slow flow“ Phänomen, ‚blush grade’ oder TIMI-I-III)
  • Darstellung von Kalzifikationen, Thromben, Dissektionen, Spasmen, Aneurysmen und Muskelbrücken

2. Aufnahmetechnische Qualitätsanforderungen

2.1 Aufnahmetechnik:

  • Digitale Durchleuchtungssysteme mit Aufnahmebetrieb („Cine-Modus)
  • Aufnahmetisch mit schwimmender Tischplatte, Tischtransport
  • Einrichtung mit verfahrbarem C/U-Bogen (Projektionen)
  • Digitale Durchleuchtungs- und Aufnahmetechnik,
  • Bildmatrix ≥ 512² mit Eingangsdurchmesser von mindestens 23 cm (BV) und 25 cm Flachdetektor (Bildfeld umschaltbar auf kleinere Durchmesser)
  • Aufnahmespannung: 65 – 125  kV
  • Brennflecknennwert: ≤ 1,2
  • Fokus-Detektor-Abstand: ≥ 70 cm
  • Expositionszeit: ≤ 10 ms
  • Streustrahlenraster: Viellinienraster z. B. r 10/60 L/cm
  • Aufnahme-Bildfrequenz: 15 B/s (Coronarien) – 30 B/s (Ventrikel)
  • befundbezogene Frequenzvariation
  • Szenendauer: In Abhängigkeit von der Fragestellung so kurz wie möglich
  • Gepulste Durchleuchtung
  • Zusatzfilterung: 0,2 mm Cu (0,4 mm Cu)
  • Last-image-hold
  • Röhrenstromsteuerung in Abhängigkeit vom Fokus-Detektor-Abstand
  • Dosis pro Bild /Dosisleistung:
    Digitaler Aufnahmebetrieb (Cine): ≤ 0,2  µGy/B
    Durchleuchtung: ≤ 0,6  µGy/s
    (Dosiswerte immer bezogen auf Bildverstärker- Eingangsnenndurchmesser ≤ 25 cm.)
  • Bildspeicherung: komplette Untersuchungen eines Tages, circa 30 000 Bilder
  • Dosisflächenproduktanzeige bei allen Angiographien und Interventionen, möglichst im Sichtfeld des Untersuchers

2.2 Pädiatrische Besonderheiten:

  • Subtraktionsmöglichkeit
  • Aufnahmespannung: 65 – 85  kV