Kategorie 6: Management von Informationen, Wissen und Kompetenzen

Qualitätskriterien:

Es existieren Regelungen inkl. Verantwortlichkeiten und Dokumentation, die folgende Anforderungen berücksichtigen. Die Regelungen werden regelmäßig auf ihre Aktualität und Wirksamkeit hin überprüft.

6.1 Dokumentation

6.1.1 Dokumentation im Zentrum

6.1.1.1 (Elektronische) Patientenakte im Zentrum

Das Zentrum verfügt über eine systematische Dokumentation des Behandlungsverlaufs und der Behandlungsergebnisse. Die Dokumentation umfasst alle Kern- und Unterstützungsprozesse.

Als Medium kommt eine elektronische Patientenakte zum Einsatz. Datenschutz und rechtliche Grundlagen, z. B. zur Archivierung, werden beachtet. Einzelne Schritte der Behandlung und Planung, Therapieentscheidungen (z. B. nach Tumorkonferenzen oder nach Patientenaufklärungsgesprächen) und während der Behandlung auftretende Ereignisse werden eindeutig und nachvollziehbar aufgezeichnet.

Die adäquate Durchführung gesetzlicher Dokumentationen (z. B. DMP) wird gewährleistet.

Alle notwendigen Daten stehen auch über längere Zeiträume zur Behandlung der Patienten zur Verfügung. Für Langzeitverlaufsbeobachtungen kommt ein Konzept zur Erfassung von Nachbeobachtungs-/Nachsorge-/Follow-Up-Daten zum Einsatz.

6.1.1.2 Spezialdokumentation und wissenschaftliche Dokumentation

Das Zentrum gewährleistet neben der Basisdokumentation zur Patientenbehandlung die Integration aller für die jeweilige Erkrankung notwendigen Spezialdokumentationen in den Behandlungsprozess. Beispiele für diese Spezialdokumentationen sind

  • Tumordokumentation
  • Dokumentation der Pathologie
  • Bildgebungsverfahren oder apparative oder labortechnische Analyseverfahren
  • Arzneimitteltherapieschemata, z. B. Chemotherapie
  • Radiologische und strahlentherapeutische Dokumentation

Sofern sich das Zentrum an Wissenschaft, Lehre und Forschung beteiligt, verfügt es ein Konzept zur Einbindung der jeweiligen wissenschaftlichen Dokumentation in den Behandlungsprozess. Beispiele für diese wissenschaftliche Dokumentation sind

  • klinische Register
  • epidemiologische Register, z. B. Krebsregister
  • Studiendokumentation

6.1.2 Zentrumsübergreifende Dokumentation

Beteiligt sich das Zentrum an zentrumsübergreifenden Dokumentationen, z. B. einer sektorenübergreifenden Patientenfallakte, so regelt z. B. ein Dokumentationskonzept z. B.

  • die Schnittstellen zur internen Zentrumsdokumentation
  • die Gewährung des Datenschutzes
  • die organisatorische und technische Abstimmung mit externen Partnern

6.2 Informations- und Wissensmanagement

Das Zentrum verfügt über ein Konzept des Informations- und Wissensmanagements. Ziel ist es, das Expertenwissen seiner Mitarbeiter, das zum Teil implizit, d. h. aufgrund von Erfahrungen und praktischen Fähigkeiten im Sinne eines persönlichen Know-hows vorliegt, in kollektives Wissen des Zentrums umzuwandeln und für Prozesse im Praxisbetrieb des Zentrums verfügbar zu machen.

Methoden des Wissensmanagements sind z. B.

  • kollegialer Diskurs in Form von Qualitätszirkeln
  • Mortalitäts- und Morbiditätskonferenzen
  • wissenschaftliche Symposien/Kongresse
  • IT-gestützte Expertensysteme

6.3 Kompetenzentwicklung

6.3.1 Mitarbeiter

6.3.1.1 Ärzte

Das Zentrum verfügt über ein strukturiertes Qualifizierungskonzept seiner ärztlichen Mitarbeiter. Ziel ist die stetige Förderung und Weiterentwicklung des Wissens und der Kompetenzen der Mitarbeiter zur Aufgabenerfüllung des Zentrums.

6.3.1.1.1 Ärztliche Weiterbildung

Je nach betroffenem Fachbereich sind die unterschiedlichen Anforderungen an die ärztliche Weiterbildung, die zur Aufgabenerfüllung benötigt wird, festgelegt, z. B. zentrumsspezifische

  • Tätigkeitskataloge für Gebietsbezeichnungen
  • Zusatzbezeichnungen.

Die Ausgestaltung der Weiterbildung, z. B. in Form von Vereinbarungen und Zeitplänen, wird mit den Mitarbeitern gemeinsam entwickelt.

6.3.1.1.2 Ärztliche Fortbildung

Das Zentrum verfügt über strukturierte Fortbildungspläne für das ärztliche Personal. Das Fortbildungskonzept enthält Regelungen zu internen und externen Fortbildungen (z. B. je Mitarbeiter X Tage pro Jahr). Die Inhalte der Fortbildungen und die Teilnahme der Ärzte sind dokumentiert. Die gesetzlich vorgeschriebene Teilnahme aller angestellten Ärzte an Fortbildungen ist sichergestellt. Beispiele für Fortbildungsveranstaltungen, an der die Ärzte des Zentrums teilnehmen, sind

  • Trainingskurse für ärztliche Skills
  • Curricula der Ärztekammern
  • interdisziplinäre Workshops

6.3.1.2 Pflege/andere Berufsgruppen

Das Zentrum verfügt über strukturierte Qualifikations- und Fortbildungspläne für das pflegerische und für anderes medizinisches Zentrumspersonal. Das Konzept enthält Regelungen zu internen und externen Aus- und Fortbildungen (z. B. je Mitarbeiter X Tage pro Jahr). Die Inhalte der Aus- und Fortbildungen und die Teilnahme der Mitarbeiter sind dokumentiert.

Für bestimmte Berufsgruppen können berufsspezifische Maßnahmen festgelegt, z. B. regelmäßige Supervision bei Psychologen.

6.3.2 Patienten

Das Zentrum bietet regelmäßig den Patienten und ggf. auch den Angehörigen krankheitsspezifische Schulungen mit dem Ziel an, deren Kompetenzen im Umgang mit der Erkrankung zu erhöhen.

6.4 Fortbildungsveranstaltungen

6.4.1 Innerhalb des Zentrums

Das Zentrum führt regelmäßig (z. B. zwei- bis viermal pro Jahr) Veranstaltungen durch, die der Fortbildung des ärztlichen und/oder des nichtärztlichen Personals dienen. Inhalte der Veranstaltungen und Teilnahme sind zu protokollieren.

Beispiele sind

  • interdisziplinäre Qualitätszirkel
  • Workshops, Journal Clubs
  • Informationsveranstaltungen/Seminare  für Patienten und Angehörige

6.4.2 Außerhalb des Zentrums

Das Zentrum bietet regelmäßig auch für externe (Netzwerks-)Partner Veranstaltungen zum Austausch von Erfahrungen und zur Fortbildung an. Beispiele sind

  • Fortbildungsveranstaltungen von Klinikern und Niedergelassenen
  • interdisziplinäre Veranstaltungen
  • regionale Qualitätszirkel
  • wissenschaftliche Seminare
  • Informationsveranstaltungen