Statistik 2005 "Arbeitsmedizinische Fachkunde"

Stand: 31.12.2005

Statistik "Arbeitsmedizinische Fachkunde 2005" [PDF]

Anhand der vorliegenden  Statistik ist festzustellen, dass die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gegenüber der zu­ letzt mit Stand vom 31.12.2004 ermittelten Gesamtzahl von 12.430 auf 12.267 um 1,3 % moderat gesunken ist. Die Anzahl der Ärztinnen und Ärz­te mit der Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" ist um 3,8 % hingegen deutlich gestiegen. Der Rückgang derjenigen Ärztinnen/Ärzte mit der Fach­ kunde nach § 6 Abs. 2 um 26 % kann als Auswirkung der Novellierung  der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2003/2004 interpretiert werden. Nach die­ ser (Muster-)Weiterbildungsordnung wurde die Weiterbildung zur Zusatz­ bezeichnung "Betriebsmedizin" deutlich inhaltlich und zeitlich erweitert. Zudem haben sich einige Ärztekammern dazu entschlossen, diesen Weiterbildungsgang  abzuschaffen.

 

Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäߧ§ 3, 6 BGV A2 "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" zwischen den Jahren 2000-2002 um 10,5 % ist vor allem durch die umfas­ sende EDV-Umstellung  und Neuausrichtung  der Erhebungsgrundlage in den Landesärztekammern zu erklären (s. Pfeil). Es erfolgten insbesondere Bereinigungen von Doppel- und Mehrfachnennungen unterschiedlicher  Stu­fen der arbeitsmedizinischen Fachkunde gemäß §§ 3, 6 BGV A2 und damit einhergehend  die Erfassung nur der jeweils höchsten betriebsärztlichen Qualifikationen  im Bereich sämtlicher Ärztekammern.

 

Zur näheren Interpretation dieser Statistik folgende Hinweise:

1.  Gegliedert nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst auf Bundesebene  erfolgt die Angabe der Zahl der Ärzte mit den nach §§ 3, 6 BGV A2 "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit"  in der Fassung vom 01.10.2005 möglichen betriebsärztlichen Qualifikationen. Ausgewiesen wird somit nicht nur die Zahl der Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder die Zusatzbezeich­ nung "Betriebsmedizin"  zu führen berechtigt sind, sondern auch die Zahl derjenigen Ärzte, die nach Erfüllung der Voraussetzungen  die Übergangsregelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2a) sowie Nr. 1 und 2b) BGV A2 weiterhin über die arbeitsmedizinische  Fachkunde verfügen. Die Zahl dieser Ärzte nimmt entsprechend dieser Konstruktion dieser Vorschriften als Übergangsregelungen seit 1988 ständig ab. Darüber hinaus ist die Zahl derjenigen Ärzte ausgewiesen,  welche die nach § 6 Abs. 2 BGV A2  "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssi­cherheit" erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, um - befristet in der Regel auf 3 Jahre - im Rahmen einer 2-jährigen selbständigen betriebsärztlichen  Tätigkeit in einem "geeigneten Betrieb" die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin"  erwerben zu können. Auch diese Zahl wird kontinuierlich zurückgehen, da dieser Qualifizierungsgang von den Kammern nicht mehr angeboten wird.

2.  Auf Grund der schon Ende 1987 erfolgten Fristenabläufe für die Erfül­ lung der entsprechenden  Voraussetzungen entfallen für die neuen Bundesländer zwar Angaben über die Zahl der Ärzte mit einer Fach­ kunde gemäß der o. g. Übergangsregelung, die in den neuen Bundesländern früher erteilten so genannten staatlichen Anerkennungen als Betriebsarzt sind nur in einigen Kammerbereichen - und dort auch nur teilweise - in Anerkennung für die Berechtigung zur Führung der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" umgewandelt und somit in die­ser Statistik berücksichtigt worden. Sofern keine Umwandlung in die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" erfolgte, ist dennoch auch wiederum nur in einigen Kammerbereichen, diese nach den Bestimmun­gen des Einigungsvertrages für eine betriebsärztliche Tätigkeit ebenso ausreichende  Qualifikation bzw. die Zahl der so qualifizierten Ärzte unter dieser Rubrik ausgewiesen worden. ln dieser Statistik nicht enthalten ist die Zahl derjenigen Ärzte, die in den Bereichen ei­niger Landesärztekammern über die nach §§ 3, 6 BGV A2 "Betriebs­ärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" vorgegebenen Fachkunde­ Varianten hinausgehend  eine so genannte unternehmensbezogene Fachkunde gemäß länderindividueller  und dem Einvernehmen mit den Landesverbänden der gewerblichen Berufsgenossenschaften und den zuständigen Sozialministerien getroffenen Regelungen  besit­ zen und auf dieser Grundlage in ihren langjährigen betreuten Betrie­ben ebenso noch betriebsärztlich tätig sind.