Statistik 2006 "Arbeitsmedizinische Fachkunde"

 Stand: 31.12.2006

Statistik "Arbeitsmedizinische Fachkunde 2006" [PDF]

Anhand der vorliegenden Statistik ist festzustellen, dass die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer  Fachkunde mit 0,1 % gegen­ über dem Vorjahr nur gering angestiegen ist. Die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte mit der Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" ist um 2,4 % hingegen deutlicher gestiegen. Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte mit der Fachkunde nach § 6 Abs. 2 BGV A2 "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­ heit" um 17,5% kann als Auswirkung der Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2003/2004 interpretiert werden. Mit dieser Novelle wurde die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" inhaltlich und zeitlich deutlich erweitert.

Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte mit arbeitsmedizinischer  Fachkunde gemäß §§ 3, 6 BGV A2 zwischen den Jahren 2000-2002 um 10,5 % ist vor allem durch die umfassende EDV-Umstellung  und Neuausrichtung  der Er­ hebungsgrundlage in den Landesärztekammern zu erklären (s. Pfeil). Es erfolgten insbesondere  Bereinigungen von Doppel- und Mehrfachnennun­ gen unterschiedlicher  Stufen der arbeitsmedizinischen Fachkunde gemäß §§ 3, 6 BGV A2 und damit einhergehend die Erfassung nur der jeweils höchsten betriebsärztlichen  Qualifikationen im Bereich sämtlicher Ärzte­kammern.

Zur näheren Interpretation dieser Statistik folgende Hinweise:

1.  Gegliedert nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst  auf Bundesebene  erfolgt die Angabe der Zahl der Ärzte mit den nach §§ 3, 6 BGV A2 "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit"  in der Fassung vom 01.10.2005 möglichen betriebsärztlichen  Qualifika­ tionen. Ausgewiesen wird somit nicht nur die Zahl der Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder die Zusatzbezeich­ nung "Betriebsmedizin" zu führen berechtigt sind, sondern auch die Zahl derjenigen Ärzte, die nach Erfüllung der Voraussetzungen die Übergangsregelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2a) sowie Nr. 1 und 2b) BGV A2 weiterhin über die arbeitsmedizinische Fachkunde verfü­gen. Die Zahl dieser Ärzte nimmt entsprechend dieser Konstruktion dieser Vorschriften als Übergangsregelungen seit 1988 ständig ab. Darüber hinaus ist die Zahl derjenigen Ärzte ausgewiesen, welche die nach § 6 Abs. 2 BGV A2  "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssi­ cherheit" erforderlichen Voraussetzungen  erfüllen, um - befristet in der Regel auf 3 Jahre - im Rahmen einer 2-jährigen selbständigen betriebsärztlichen Tätigkeit in einem "geeigneten Betrieb" die Zusatz­ bezeichnung "Betriebsmedizin" erwerben zu können. Auch diese Zahl wird kontinuierlich zurückgehen, da dieser Qualifizierungsgang von den Kammern nicht mehr angeboten wird. Zudem haben einige Lan­ desärztekammern die Weiterbildung  zur Zusatzbezeichnung  "Betriebsmedizin" vollständig abgeschafft.

2.  Auf Grund der schon Ende 1987 erfolgten Fristenabläufe für die Erfül­ lung der entsprechenden Voraussetzungen  entfallen für die neuen Bundesländer zwar Angaben über die Zahl der Ärzte mit einer Fach­ kunde gemäß der o. g. Übergangsregelung, die in den neuen Bundesländern früher erteilten so genannten staatlichen Anerkennungen als Betriebsarzt sind nur in einigen Kammerbereichen - und dort auch nur teilweise - in Anerkennung für die Berechtigung zur Führung der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" umgewandelt und somit in die­ ser Statistik berücksichtigt worden. Sofern keine Umwandlung in die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" erfolgte, ist dennoch auch wie­ derum nur in einigen Kammerbereichen  diese nach den Bestimmun­gen des Einigungsvertrages für eine betriebsärztliche Tätigkeit ebenso ausreichende Qualifikation bzw. die Zahl der so qualifizierten Ärzte unter dieser Rubrik ausgewiesen worden. ln dieser Statistik nicht enthalten ist die Zahl derjenigen Ärzte, die in den Bereichen ei­ niger Landesärztekammern über die nach §§ 3, 6 BGV A2 vorgege­ benen Fachkunde-Varianten hinausgehend  eine so genannte unternehmensbezogene Fachkunde gemäß länderindividueller und dem Einvernehmen mit den Landesverbänden der gewerblichen Berufsgenossenschaften und den zuständigen Sozialministerien ge­troffenen Regelungen besitzen und auf dieser Grundlage in ihren langjährigen  betreuten Betrieben ebenso noch betriebsärztlich tätig sind.