Statistik 2007 "Arbeitsmedizinische Fachkunde"

Stand: 31.12.2007

Statistik "Arbeitsmedizinische Fachkunde 2007" [PDF]

Anhand der vorliegenden Statistik ist festzustellen, dass sich die Anzahl al­ ler Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde mit 0,1 % ge­ genüber dem Vorjahr nur gering verringert hat. Die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte mit der Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin"  ist hingegen um 1,7 % gestiegen. Der Rückgang  der Ärztinnen/Ärzte  mit der Fachkunde nach § 6 Abs. 2 BGV A2 "Betriebsärzte  und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit" um 26,0 % ist als Auswirkung der Novellierung  der (Muster-)Weiter­bildungsordnung 2003/2004 zu interpretieren. Mit dieser Novellierung  ist der Qualifizierungsweg nach § 6 Abs. 2 BGV A2 von allen Ärztekammern abgeschafft worden. Sie darf somit nicht mehr erteilt werden.

Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte  mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß §§ 3, 6 BGV A2 in den Jahren 2000 bis 2002 um 10,5 % ist vor al­ lem durch die umfassende EDV-Umstellung  und Neuausrichtung der Erhe­ bungsgrundlage in den Landesärztekammern zu erklären. Es erfolgten insbesondere Bereinigungen  von Doppel- und Mehrfachnennungen unter­ schiedlicher  Stufen der arbeitsmedizinischen Fachkunde gemäß §§ 3 und 6 BGV A2 und damit einhergehend  die Erfassung nur der jeweils höchsten betriebsärztlichen Qualifikation eines Arztes/einerÄrztin im Bereich sämtli­cher Ärztekammern.Zur näheren Interpretation folgende Hinweise:

1. Gegliedert  nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst auf Bundesebene erfolgt die Angabe der Zahl der Ärzte mit den nach §§ 3 und 6 BGV A2 "Betriebsärzte  und Fachkräfte für Arbeitssicherheit"  in der Fassung vom 01.10.2005 möglichen  betriebsärztlichen Qualifikationen. Ausgewiesen  wird somit nicht nur die Zahl der Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin"  oder die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin"  zu führen berechtigt sind, sondern auch die Zahl derjenigen Ärzte, die nach Erfüllung der Voraussetzungen die Über­gangsregelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2a) sowie Nr. 1 und 2b) BGV A2 weiterhin über die arbeitsmedizinische Fachkunde verfügen. Die Zahl dieser Ärzte nimmt entsprechend  der Konstruktion  dieser Vorschriften als Übergangsregelungen seit 1988 ständig ab.

Darüber  hinaus ist die Zahl derjenigen  Ärzte ausgewiesen, welche noch die nach § 6 Abs. 2 BGV A2 "Betriebsärzte  und Fachkräfte für Arbeits­ sicherheit" erforderlichen  Voraussetzungen erfüllen, um - befristet in der Regel auf 3 Jahre - im Rahmen einer 2-jährigen selbständigen betriebs­ärztlichen Tätigkeit in einem "geeigneten Betrieb" die Zusatzbezeich­nung "Betriebsmedizin" erwerben zu können. Auch diese Zahl wird sich kontinuierlich verringern, da diese Qualifizierungsmöglichkeit von den Weiterbildungsordnungen der Kammern nicht mehr vorgesehen wird. Zudem haben einige Landesärztekammern die Weiterbildung zur Zu­satzbezeichnung "Betriebsmedizin" nach § 3 Nr. 2 und § 6 Abs. 2 BGV A2 (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen) vollständig abgeschafft.

2. Auf Grund der schon Ende 1987 erfolgten Fristenabläufe für die Erfül­lung der entsprechenden Voraussetzungen entfallen für die neuen Bun­ desländer zwar Angaben über die Zahl der Ärzte mit einer Fachkunde gemäß der o. g. Übergangsregelung, die in den neuen Bundesländern früher erteilten sogenannten staatlichen Anerkennungen als Betriebsarzt sind nur in einigen Kammerbereichen - und dort auch nur teilweise - in Anerkennung für die Berechtigung zur Führung der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" umgewandelt  und somit in dieser Statistik berücksich­ tigt worden. Sofern keine Umwandlung in die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" erfolgte, ist dennoch auch wiederum nur in einigen Kammerbereichen diese nach den Bestimmungen des Einigungsvertra­ ges für eine betriebsärztliche Tätigkeit ebenso ausreichende Qualifikati­on bzw. die Zahl der so qualifizierten Ärzte unter dieser Rubrik ausgewiesen worden. ln dieser Statistik nicht enthalten ist die Zahl derjenigen Ärzte, die in den Bereichen einiger Landesärztekammern über die nach §§ 3 und 6 BGV A2 vorgegebenen Fachkunde-Varianten hi­nausgehend eine sogenannte unternehmensbezogene Fachkunde ge­mäß länderindividueller und im Einvernehmen  mit den Landesverbänden der gewerblichen Berufsgenossenschaften und den zuständigen Sozi­alministerien getroffenen Regelungen  besitzen und auf dieser Grundlage in ihren langjährigen betreuten Betrieben ebenso noch betriebsärztlich tätig sind.