Statistik 2013 „Arbeitsmedizinische Fachkunde“

Stand 31.12.2013

Tabellen und Diagramme 2013 [PDF]

Aktuell haben 12.430 Ärztinnen und Ärzte eine arbeitsmedizinische Fachkunde. Damit ist die Anzahl dieser Ärztinnen und Ärzte gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent angestiegen. Der Anteil der 5.122 Ärztinnen mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gegenüber der Gesamtzahl an Ärztinnen und Ärzten liegt bei 41,2 Prozent und bleibt damit konstant gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt aber ist die Anzahl der Ärztinnen gegenüber dem  Vorjahr um 1,8 Prozent angestiegen.

Die Analyse nach Altersgruppen im Jahr 2013 zeigt, dass 7.180 Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde bereits 60 Jahre alt und  älter sind (57,8 Prozent). Diese Zahl ist nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr geblieben. Von diesen sind viele zwar noch betriebsärztlich tätig, jedoch ist abzusehen, dass sie mittelfristig dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Die Zahl der unter 35- bis 39-Jährigen  beträgt 279 und hat sich damit um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die Zahl der 50- bis 54-Jährigen liegt bei 1.572 und ist damit  erstmals gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent angestiegen.

Zur näheren Interpretation dieser Statistik folgende Hinweise:

Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß §§ 3, 6 BGV A2 in den Jahren 2000 bis 2002 um 10,5 Prozent ist vor allem durch die umfassende EDV-Umstellung und Neuausrichtung der Erhebungsgrundlagen in den Landesärztekammern zu erklären. Es  erfolgten insbesondere Bereinigungen von Doppel- und Mehrfachnennungen unterschiedlicher Stufen der arbeitsmedizinischen Fachkunde  gemäß §§ 3 und 6 BGV A2 und damit einhergehend die Erfassung nur der jeweils höchsten betriebsärztlichen Qualifikation eines Arztes/einer  Ärztin im Bereich sämtlicher Ärztekammern. Eine weitere EDV Umstellung einiger Landesärztekammern im Jahr 2011 bewirkte, dass viele  Ärztinnen/Ärzte von der Statistik „Arbeitsmedizinische Fachkunde“ mit Stand vom 31.12.2011 nicht erfasst wurden. Diese wurden aber im  Erfassungsjahr 2012 wieder aufgeführt und erklärt die Steigerung der Gesamtanzahl um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Werden die Zahlen  zum Stichtag 31.12.1010 herangezogen, so ist die Gesamtanzahl der Ärztinnen und Ärzte mit der arbeitsmedizinischen Fachkunde nahezu  konstant geblieben (-0,1 Prozent).

Gegliedert nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst auf Bundesebene erfolgt die Angabe der Zahl der Ärzte mit den nach §§ 3 und 6 DGUV V2 Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ in der Fassung vom 01.01.2011 möglichen  betriebsärztlichen Qualifikationen. Ausgewiesen wird somit nicht nur die Zahl der Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder die  Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu führen berechtigt sind (§ 3 Nr. 1 und DGUV V2), sondern auch die Zahl derjenigen Ärzte, die nach  Erfüllung der Voraussetzungen die Übergangsregelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2a sowie Nr. 1 und 2b DGUV V2 weiterhin über die  arbeitsmedizinische Fachkunde verfügen. Die Zahl dieser Ärzte nimmt entsprechend der Konstruktion dieser Vorschriften als  Übergangsregelungen seit 1988 ständig ab.

Bewertung:

Insgesamt zeigt die Statistik erfreulicherweise erstmalig einen Aufwärtstrend im Hinblick auf die Anzahl der Ärztinnen und Ärzten mit  arbeitsmedizinischer Fachkunde. Zwar werden in den nächsten Jahren mehr Betriebsärztinnen und Betriebsärzte aus der betriebsärztlichen  Tätigkeit ausscheiden als nachfolgend weitergebildet werden, aber dennoch wird kein eklatanter Mangel an Betriebsärztinnen und -ärzten zu  erwarten sein. Es zeigt sich zum einen, dass viele Betriebsärztinnen und Betriebsärzte auch über das 65. Lebensjahr hinaus betriebsärztlich tätig  sind und damit nicht der betriebsärztlichen Betreuung verloren gehen, zum anderen steigt die Zahl der jungen Ärztinnen und Ärzte unter 35 –  39-jährigen mit arbeitsmedizinische Fachkunde im Jahr 2013 deutlich – und zwar um 19 Prozent. Viele Anzeichen sprechend dafür, dass sich der  Aufwärtstrend fortsetzt.

Seit Jahren wird gefordert, dass die Arbeitsmedizin für den Nachwuchs attraktiver gemacht werden muss, insbesondere müssten die  Arbeitsbedingungen verbessert werden. Hierzu wurde am 14.01.2013 eine Konferenz zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses vom  Ausschuss für Arbeitsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales veranstaltet. Dabei wurde deutlich, dass das  präventivmedizinisch ausgerichtete Fach Arbeitsmedizin und die Zusatzqualifikation Betriebsmedizin – als die unabdingbare Kompetenz in der  Primär-, Sekundär- und Terziärprävention – einen wichtigen Platz im Arbeitsschutz und im Gesundheitssystem einnehmen und weiter einnehmen  müssen.

Aus dieser Konferenz entstand eine konzertierte Aktion zur Nachwuchssicherung in der Arbeitsmedizin aller am Arbeitsschutz beteiligter  Institutionen. Zwischenzeitlich zeigt sich vor allem, dass sich überbetriebliche Dienste nunmehr darauf eingestellt haben, dem Nachwuchs  Weiterbildungsstellen anzubieten, die attraktiv sind und auf einen wertschätzenden Kontext aufbauen. Diese Trendwende wird von der  Bundesärztekammer ausdrücklich begrüßt: Betriebsärztlicher Nachwuchs stellt sich wieder verstärkt ein.