Statistik 2014 „Arbeitsmedizinische Fachkunde“

Stand 31.12.2014

Tabellen und Diagramme 2014 [PDF]

Aktuell haben 12.489 Ärztinnen und Ärzte eine arbeitsmedizinische Fachkunde. Damit ist deren Anzahl gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent angestiegen. Die Tabelle 1 und die Abbildung 1 führen Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gegliedert nach Landesärztekammern auf. Der Anteil der 5.202 Ärztinnen mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gegenüber der Gesamtzahl an Ärztinnen und Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde liegt bei 41,7 Prozent. Insgesamt ist die Anzahl der Ärztinnen gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent angestiegen (s. Anlagen 1 bis 4). Die Analyse nach Altersgruppen im Jahr 2014 zeigt (siehe Tabelle 2, Abbildung 2), dass 7.394 Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde bereits 60 Jahre alt und älter sind (59,2 Prozent). Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr moderat angestiegen (1,4 Prozent). Von diesen sind viele zwar noch betriebsärztlich tätig, jedoch ist abzusehen, dass sie mittelfristig dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Die Zahl der unter 35- bis 39-Jährigen beträgt 287 und hat sich damit um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert (s. Anlagen 3 und 4). Die Entwicklung der Zahl der Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß §§ 3 und 6 UVV „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV V2) im Zeitverlauf von 1988 bis 2014 stellt die Abbildung 3 dar (s. Anlage 5).

Zur näheren Interpretation dieser Statistik geben wir Ihnen folgende weitere Hinweise: Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß §§ 3, 6 DGUV V2 in den Jahren 2000 bis 2002 um 10,5 Prozent ist vor allem durch die umfassende EDV-Umstellung und Neuausrichtung der Erhebungsgrundlagen in den Landesärztekammern zu erklären. Es erfolgten insbesondere Bereinigungen von Doppel- und Mehrfachnennungen unterschiedlicher Stufen der arbeitsmedizinischen Fachkunde gemäß §§ 3 und 6 DGUV V2 und damit einhergehend die Erfassung nur der jeweils höchsten betriebsärztlichen Qualifikation eines Arztes/einer Ärztin im Bereich sämtlicher Ärztekammern. Eine weitere EDV-Umstellung einiger Landesärztekammern im Jahr 2011 bewirkte, dass viele Ärztinnen/Ärzte von der Statistik „Arbeitsmedizinische Fachkunde“ mit Stand vom 31.12.2011 nicht erfasst wurden. Diese wurden aber im Erfassungsjahr 2012 wieder auf­geführt und erklären die Steigerung der Gesamtanzahl um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Werden die Zahlen zum Stichtag 31.12.1010 herangezogen, so ist die Gesamtanzahl der Ärztinnen und Ärzte mit der arbeitsmedizinischen Fachkunde nahezu konstant geblieben (-0,1 Prozent).

Gegliedert nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst auf Bundesebene er­folgt die Angabe der Zahl der Ärzte mit den nach §§ 3 und 6 DGUV V2 Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ in der Fassung vom 01.01.2011 möglichen betriebsärztlichen Qualifikationen. Ausgewiesen wird somit nicht nur die Zahl der Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder die Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu führen berechtigt sind (§ 3 Nr. 1 und DGUV V2), sondern auch die Zahl derjenigen Ärzte, die nach Erfüllung der Voraussetzungen die Übergangsre­gelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2a sowie Nr. 1 und 2b DGUV V2 weiterhin über die ar­beitsmedizinische Fachkunde verfügen. Die Zahl dieser Ärzte nimmt entsprechend der Konstruktion dieser Vorschriften als Übergangsregelungen seit 1988 ständig ab.

Die Ergebnisse der Statistik zeigen also weiterhin einen – wenn auch nur geringfügigen – Aufwärtstrend im Hinblick auf die Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde. Anlass zur Hoffnung auf eine weitere Verbesserung der Situation gibt der Hinweis der Weiterbildungsakademien, dass seit einigen Jahren die Weiterbildungskurse gefüllt sind. Dennoch wachsen immer noch zu wenig Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde nach.

Seit Jahren wird gefordert, dass die Arbeitsmedizin für den Nachwuchs attraktiver gemacht werden muss, insbesondere müssten die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Hierzu wurde am 14.01.2013 eine Konferenz zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuch­ses vom Ausschuss für Arbeitsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales veranstaltet. Dabei wurde deutlich, dass das präventivmedizinisch ausgerichtete Fach Ar­beitsmedizin und die Zusatzqualifikation Betriebsmedizin einen wichtigen Platz in der Arbeitswelt einnehmen und weiter einnehmen müssen. Aus dieser Konferenz entstand eine konzertierte Aktion zur Nachwuchssicherung in der Arbeitsmedizin aller am Arbeitsschutz beteiligter Institutionen. Ferner zeigt sich, dass zwischenzeitlich überbetriebliche Dienste sich nunmehr darauf eingestellt haben, dem Nachwuchs Weiterbildungsstellen anzubieten, die attraktiv sind und auf einem wertschätzenden Kontext aufbauen.