Statistik 2016 „Arbeitsmedizinische Fachkunde“

Stand: 31.12.2016

Tabellen und Diagramme 2016 [PDF]

Aktuell haben 12.466 Ärztinnen und Ärzte eine arbeitsmedizinische Fachkunde. Damit ist deren Anzahl gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent moderat gestiegen. Die Tabelle 1 und die Abbildung 1 führen Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gegliedert nach Landesärztekammern auf (s. Anlage 1 und 2).

Der Anteil der 5.552 Ärztinnen mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gegenüber der Gesamtzahl an Ärztinnen und Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde liegt bei 44,5 Prozent und hat sich damit um 2,7 Prozent erhöht. Ebenso ist insgesamt die Anzahl der Ärztinnen gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen (7,4 Prozent) (s. Anlagen 1 bis 4).

Die Analyse nach Altersgruppen zeigt (siehe Tabelle 2, Abbildung 2), dass 6.032 Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde bereits 65 Jahre alt und älter sind (48,4 Prozent). Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen (3,8 Prozent). Von diesen sind viele zwar noch betriebsärztlich tätig, jedoch ist abzusehen, dass sie mittelfristig dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Die Anzahl der unter 35bis 44-Jährigen beträgt 763 und ist damit um 2,4 Prozent angestiegen (s. Anlagen 3 und 4). Die Entwicklung der Zahl der Ärztinnen und Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß §§ 3 und 6 UVV „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV V2) im Zeitverlauf von 2000 bis 2016 stellt die Abbildung 3 dar (s. Anlage 5).

Der Rückgang der Ärztinnen/Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß §§ 3 und 6 DGUV V2 in den Jahren 2000 bis 2002 um 10,5 Prozent ist vor allem durch die umfassende EDV-Umstellung und Neuausrichtung der Erhebungsgrundlagen in den Landesärztekammern zu erklären.

Es erfolgten insbesondere Bereinigungen von Doppelund Mehrfachnennungen unterschiedlicher Stufen der arbeitsmedizinischen Fachkunde gemäß §§ 3 und 6 DGUV V2 und damit einhergehend die Erfassung nur der jeweils höchsten betriebsärztlichen Qualifikation eines Arztes/einer Ärztin im Bereich sämtlicher Ärztekammern.

Eine weitere EDV-Umstellung einiger Landesärztekammern im Jahr 2011 bewirkte, dass viele Ärztinnen und Ärzte von der Statistik „Arbeitsmedizinische Fachkunde“ mit Stand vom 31.12.2011 nicht erfasst wurden. Diese wurden aber im Erfassungsjahr 2012 wieder aufgeführt und erklären die Steigerung der Gesamtanzahl um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Werden die Zahlen zum Stichtag 31.12.2010 herangezogen, so ist die Gesamtanzahl der Ärztinnen und Ärzte mit der arbeitsmedizinischen Fachkunde nahezu konstant geblieben (-0,1 Prozent).

Gegliedert nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst auf Bundesebene erfolgt die Angabe der Zahl der Ärztinnen und Ärzten mit den nach §§ 3 und 6 DGUV V2 in der Fassung vom 01.01.2011 möglichen betriebsärztlichen Qualifikationen. Ausgewiesen wird somit nicht nur die Zahl der Ärztinnen und Ärzten, welche die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder die Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu führen berechtigt sind (§ 3 Nr. 1 und Nr. 2 DGUV V2), sondern auch die Zahl derjenigen Ärztinnen und Ärzten, die nach Erfüllung der Voraussetzungen die Übergangsregelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2a sowie Nr. 1 und 2b DGUV V2 weiterhin über die arbeitsmedizinische Fachkunde verfügen. Die Zahl dieser Ärztinnen und Ärzten nimmt entsprechend der Konstruktion dieser Vorschriften als Übergangsregelungen seit 1988 ständig ab.

Die Ergebnisse der Statistik zeigen im Erhebungszeitraum 2016 einen moderaten Anstieg der Anzahl an Ärztinnen und Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde. Es zeigt sich nach wie vor eine sich einstellende Überalterung. Anlass zur Hoffnung auf eine weitere Verbesserung der Situation gibt der Hinweis der Weiterbildungsakademien, dass seit einigen Jahren die Weiterbildungskurse gefüllt sind.

Seit Jahren wird gefordert, dass die Arbeitsmedizin für den Nachwuchs attraktiver gemacht werden muss, insbesondere müssten die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Hierzu wurde am 14.01.2013 eine Konferenz zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses vom Ausschuss für Arbeitsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales veranstaltet. Dabei wurde deutlich, dass das präventivmedizinisch ausgerichtete Fach Arbeitsmedizin und die Zusatzqualifikation Betriebsmedizin einen wichtigen Platz in der Arbeitswelt einnehmen und weiter einnehmen müssen. Aus dieser Konferenz entstand eine konzertierte Aktion zur Nachwuchssicherung in der Arbeitsmedizin aller am Arbeitsschutz beteiligter Institutionen. Ferner wird von der Bundesärztekammer derzeit eine berufsbegleitende Zusatz-Weiterentwicklung Betriebsmedizin konzipiert, die die Erlangung dieser Qualifikation erleichtern soll, wobei die Qualität der Weiterbildung gewährleistet bleibt.