Notarzt

Notärzte versorgen im Rahmen der Notfallrettung (Präklinik), gemeinsam mit dem nichtärztlichen Rettungsfachpersonal, akut erkrankte oder verletzte Menschen mit oder ohne gestörten Vitalfunktionen am Einsatzort. Ihre Aufgabe ist es, die lebenswichtigen Funktionen des Patienten wiederherzustellen oder aufrecht zu erhalten, Folgeschäden zu vermeiden sowie die Transportfähigkeit der Patienten in die nächstgelegene und geeignete Weiterversorgungseinheit aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Patienten werden dazu von Notärzten beim Transport begleitet, überwacht und therapiert.

Zur Erfüllung dieser komplexen differentialdiagnostischen und therapeutischen Aufgaben, ist eine besondere Qualifikation notwendig:

Nach mehreren Konsensuskonferenzen der Landesärztekammern Ende der ’90er Jahre sowie im Rahmen der Diskussion um die (Muster-)Weiterbildungsordnung 2003 (MWBO) gibt es heute weder in den Rettungsdienstgesetzen der Länder noch in den Weiterbildungsordnungen der Länder bundesweit einheitliche Qualifikationsanforderungen für Notärzte.

Folgende Qualifikationsanforderungen sind bundesweit anzutreffen:

  • Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin
  • Fachkundenachweis Rettungsdienst (oder analoge Bezeichnung)
  • Andere Anforderungen.


Notärzte werden beim Vorliegen bestimmter Meldebilder eingesetzt.

Die Bundesärztekammer hat als Handreichung für das Leitstellenpersonal einen Notarztindikationskatalog erstellt:

Bei Großschadenslagen oder Katastrophen, aber auch bei Einsätzen mit mehreren Verletzten, müssen die Notärzte schnell die medizinische Lage beurteilen. Dazu gehört die Beurteilung der Situation der Betroffenen im Sinne der Erfassung der Erkrankungs- oder Verletzungsmuster durch eine differentialdiagnostische schnelle Einschätzung.

Anhand dieser Beurteilung = Sichtung, werden Betroffene bestimmten Sichtungskategorien und deren Dokumentation  zugeordnet.

In der Regel stehen zu Beginn eines Schadensereignisses für eine erste und kurze Zeit nicht genügend ärztliche Kapazitäten zur Sichtung zur Verfügung. Das nichtärztliche Rettungsdienstfachpersonal wird in einer solchen Situation gezwungen sein, eine erste Zustandsbeurteilung vorzunehmen.

Die Bundesärztekammer hat zur Verdeutlichung des Verhältnisses der ärztlichen Sichtung zu einer nichtärztlichen „Vorsichtung“ eine Stellungnahme der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sichtung Verletzter/Erkrankter bei Großschadenslagen/Katastrophen (24.04.2009) [PDF] verabschiedet.