Alkoholaufklärung als Teil der Schwangerenvorsorge:

Mütterlicher Alkoholkonsum während einer Schwangerschaft kann zu massiven Schäden beim ungeborenen Kind führen. Der Oberbegriff Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen (FASD - fetal alcohol spectrum disorders) fasst alle Schädigungen, die durch intrauterine Alkoholexposition hervorgerufen werden, zusammen. Typische Symptome sind Auffälligkeiten des Wachstums, cranio-faciale, kardiale, renale, ossäre und okuläre Fehlentwicklungen, Störungen der Entwicklung, der Kognition und des Verhaltens sowie Einschränkungen in Teilleistungen.

Laut der KIGGS-Studie des Robert Koch-Instituts konsumieren etwa 14 % der werdenden Mütter in ihrer Schwangerschaft Alkohol. Zwischen 4 bis 6 Kinder von 1.000 Geburten in Deutschland kommen mit fetalen Alkohol-Spektrum Störungen auf die Welt, womit diese eine der häufigsten angeborenen Erkrankungen darstellen. Das Vollbild eines Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) tritt nach Schätzungen in 0,2 bis 0,8 von 1.000 Geburten auf. Andere Studien gehen beim Vollbild für Deutschland von 600 bis 1.200 Neugeborenen pro Jahr aus. Offensichtlich werden die Gefahren des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft weiterhin weitgehend unterschätzt.

Schwangere und Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollen daher dringend im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen auf einen konsequenten Alkoholverzicht hingewiesen werden.

2011 nahm der G-BA eine entsprechende Änderung der Anlage 3 der Mutterschafts-Richtlinien vor. Demnach sollen Ärzte Schwangere bei der Beratung über Genussmittel ausdrücklich auf „Alkohol, Tabak und andere Drogen“ hinweisen. Im Mutterpass ist zu vermerken, dass die schwangere Frau explizit auf dieses Thema angesprochen wurde.

Mehr Informationen:

Beratungsmanual für die Schwangerenvorsorge zum Thema Alkohol der BZgA

S-3 Leitlinie – Diagnostik des Fetalen Alkoholsyndroms