Tabak

Laut Drogen- und Suchtbericht 2009 [PDF] rauchen in Deutschland 16 Millionen Erwachsene. Das Ausmaß einer Abhängigkeitserkrankung gemäß ICD-10 kann aufgrund geringer Datenlage - mit einer Schwankung zwischen 30% und 80% - auf etwa 60% tabakabhängige Raucher geschätzt werden. 3,8 Millionen Menschen sind von einer DSM-IV Abhängigkeit betroffen, so die Daten des epidemiologischen Suchtsurvey 2006. Die Bundesärztekammer hielt in ihrer Stellungnahme vom 5.9.2008 zu den Empfehlungen des Drogen- und Suchtrates an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung für ein Nationales Aktionsprogramm zur Tabakprävention fest, dass es sich bei Vorliegen der Kriterien einer Tabakabhängigkeit gemäß ICD-10, F 17 um eine  behandlungswürdige Krankheit handelt, die auch im Rahmen der Leistungen des GKV behandelt werden muss. Entsprechende vergütungsrechtliche Rahmenbedingungen sind vom Gemeinsamen Bundesausschuss zu schaffen.

Erfolge sind inzwischen hinsichtlich des Rauchverhaltens Jugendlicher zu vermelden: Hier zeigen die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass der Raucheranteil bei den 12- bis 17-Jährigen in den letzten Jahren von 27,6% (2001) auf 15,4% (2008) gesunken ist. Dafür entwickeln sich neue Trends im Rauchverhalten. So gaben im Jahr 2008 39,7%  der Jugendlichen aus dieser Altersgruppe an, bereits mindestens einmal eine Wasserpfeife (Shisha) geraucht zu haben.

Die Einstellung der Bevölkerung zum Rauchen hat sich ebenso deutlich verändert: 65% der Nichtraucherinnen und Nichtraucher fühlen sich laut einer Umfrage der BZgA durch Tabakrauch stark gestört, und 60% der Befragten vermeiden inzwischen Orte, an denen viel geraucht werde – dies trifft auch für jeden vierten Raucher zu.

Rauchen zählt aber weiterhin zu dem größten vermeidbaren Gesundheitsrisiko unserer Zeit. Als Ärztin oder Arzt verfügen Sie über ausgezeichnete Möglichkeiten, Patienten auf Ihren Tabakkonsum anzusprechen und sie erfolgreich zu einem Verzicht zu motivieren. Unter der Rubrik Raucherberatung und Behandlung durch den Arzt finden Sie daher zahlreiche Hinweise zu einer wirksamen Raucherberatung in Praxis und Klinik.