Ärztetag fordert neues Konzept zur Gesundheitskarte

Münster, 18.05.2007

Der 110. Deutsche Ärztetag in Münster hat heute die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in der bisher vorgestellten Form abgelehnt. Die Delegierten warnten davor, dass das Patient-Arzt-Verhältnis durch die Speicherung sensibler Patientendaten auf zentralen Rechnern schwer beschädigt werde.

„Der Zugriff auf die Daten und deren Missbrauch durch Dritte sind nicht sicher zu verhindern“, heißt es in dem Beschluss des Ärztetages. Zudem werde die Handhabung der Praxisabläufe durch die elektronische Gesundheitskarte erheblich behindert. Schließlich würden die Kosten dieser milliardenschweren Entwicklung auf Patienten und Ärzte abgewälzt.

Die Delegierten stellten klar, dass es den Ärztinnen und Ärzten bei ihrem Widerstand gegen die Einführung der Gesundheitskarte nicht um materielle Interessen gehe, sondern um die Sicherung ihres ärztlichen Entscheidens und Handelns in einem von Vertrauen geprägten Verhältnis zu ihren Patientinnen und Patienten.

Auf dem nächsten Deutschen Ärztetag in Ulm sollen die Einflüsse der Telematik auf die ärztliche Berufstätigkeit in einem eigenen Tagesordnungspunkt eingehend geprüft werden.