Ärztetag: Kliniken sind keine Warenhäuser

Münster, 18.05.2007

Der 110. Deutsche Ärztetag hat vor einer zunehmenden Kommerzialisierung an deutschen Krankenhäusern gewarnt. Der Wettbewerb um die niedrigsten Kosten führe bei steigenden Fallzahlen, verkürzter Liegedauer und sinkenden Beschäftigungszahlen zu einer Arbeitsverdichtung und erhöhter Ausbeutung der Arbeitskraft der Beschäftigten. Die notwendige Zuwendung für eine menschliche Patientenversorgung könne unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht immer gewährleistet werden, heißt es in dem Ärztetagsbeschluss. Patienten dürften keine Kunden und die Beschäftigten keine Anbieter auf dem Warenmarkt sein, forderte der Ärztetag.

Die zunehmende Bürokratie verhindere die Ausübung der eigentlichen ärztlichen Tätigkeiten. Eine patientengerechte Versorgung müsse aber wieder im Mittelpunkt der ärztlichen Tätigkeit im Krankenhaus stehen, forderten die Delegierten. Die schlechten Arbeitsbedingungen und die unzureichende Bezahlung insbesondere der jungen Ärztinnen und Ärzte an den Krankenhäusern hätten bereits dazu geführt, dass viele Mediziner ins Ausland gingen. Die Finanzierung über Fallpauschalen stelle zudem für die Klinikbetreiber einen Anreiz dar, die ärztliche Weiterbildung einzuschränken.