Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Ärztetag: Kosten-Nutzen-Bewertung durch das IQWiG unzureichend

Ulm, 23.05.2008

„Die Kosten-Nutzen-Bewertung darf nicht als willfähriges Instrument einer bloßen Kostensenkung missbraucht werden“, warnte der 111. Deutsche Ärztetag in Ulm in einem Beschluss zur Kosten-Nutzen-Bewertung von medizinischen Leistungen durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). „Der Begriff des Nutzens muss sich an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten.“ Der bisherige Ansatz des IQWiG sei unzureichend. Deshalb forderten die Delegierten, die Methodik zur Kosten-Nutzen-Bewertung transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. Ein unparteilicher wissen­schaftlicher Bericht sollte unter Beteiligung von in Deutschland tätigen Ärzten und Gesundheitsökonomen erstellt werden.

Statt wie bisher die gesundheitsökonomische Betrachtung nur aus der Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung vorzunehmen, sollte das IQWiG eine gesamtgesellschaftliche Perspektive wählen und alle relevanten Kosten berücksichtigen. Dazu müssten Vertreter von Patienten, Ärzten und weiteren Betroffenen fair und angemessen beteiligt werden, Stellungnahmen abgeben und an Anhörungen teilnehmen können, so der Ärztetag.