Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Hoppe: Mangelversorgung ist in Deutschland leider Realität

Eröffnung des 112. Deutschen Ärztetages in Mainz

Mainz, 19.05.2009

„Wir Ärztinnen und Ärzte in Deutschland wollen keine Rationierung, keine Streichung von medizinischen Leistungen, aber wir wollen auch nicht weiter für den staatlich verordneten Mangel in den Praxen und den Kliniken verantwortlich gemacht werden“, bekräftigte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, bei der heutigen Eröffnung des 112. Deutschen Ärztetages in Mainz. „Mangelversorgung ist in Deutschland leider Realität. Nun müssen wir es endlich schaffen, dass sich Politik und Gesellschaft mit diesem Thema auch ernsthaft auseinandersetzen“, sagte Hoppe unter dem Beifall der Delegierten.

Würden künftig nicht ausreichende finanzielle Mittel in die Versorgung der Patienten fließen, müsse die Gesellschaft offen und ehrlich über gerechte Verteilungsmechanismen wie beispielsweise eine Priorisierung medizinischer Leistungen diskutieren. „Im Prinzip bedeutet Priorisierung, dass ärztliches Handeln in Diagnostik und Therapie im Rahmen der zur Verfügung stehenden Leistungsmöglichkeiten eine Auswahl trifft, welche Therapiemöglichkeiten für welche Patienten in Zukunft zur Verfügung stehen und worauf unter Umständen verzichtet werden muss“, so Hoppe. Priorisierung könne dazu beitragen, die knappen Mittel nach gesellschaftlich konsentrierten Kriterien möglichst gerecht zu verteilen.

Noch bis zum kommenden Freitag (22.05.2008) werden die 250 Delegierten des Deutschen Ärztetages in Mainz über gesundheits- und berufspolitische Themen diskutieren.

Rede von Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe zur Eröffnung des 112. Deutschen Ärztetages in Mainz