Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Ärztetag: Nachwuchsmediziner nicht als billige Arbeitskräfte missbrauchen

Mainz, 22.05.2009

Die Ausbildungsbedingungen und –qualität im Praktischen Jahr muss dringend verbessert werden, hat der 112. Deutschen Ärztetag angemahnt. Es sei nicht mehr hinnehmbar, dass Medizinstudierende nach fünf Jahren intensivem Studium als billige Arbeitskräfte für ausbildungsfremde Tätigkeiten herangezogen und mangelhaft angeleitet würden. Vor allem die geringe Anerkennung und Wertschätzung während dieses wichtigen Ausbildungsabschnitts veranlasse immer mehr Nachwuchsärzte dazu, sich am Ende des Studiums von der kurativen Medizin abzuwenden.

Deshalb müsse die praktische Ausbildung am Patienten im Zentrum des Parktischen Jahres (PJ) stehen. Studierende dürften nicht für ausbildungsfremde Tätigkeiten missbraucht werden, da das Praktische Jahr der letzte berufsvorbereitende Abschnitt des Medizinstudiums sei, erklärte der Ärztetag. Auch dürften Medizinstudenten des PJ nicht als Ersatz für fehlende Ärztinnen und Ärzte in unterbesetzten Abteilungen eingesetzt werden. Die Ärzteschaft fordert darüber hinaus, die regionale Bindung aufzuheben, die Ausbildungsinhalte und die zu erlernenden praktischen Fähigkeiten im PJ bundeseinheitlich zu definieren sowie den Medizinstudenten in diesem Ausbildungsabschnitt eine angemessene Ausbildungspauschale zu zahlen.