114. Deutscher Ärztetag

Ärztetag fordert Zulassung zum Medizinstudium flexibler zu gestalten

Kiel, 03.06.2011

Die Auswahl der Studienbewerber im Fach Medizin muss flexibler gestaltet werden. Dies forderten die Delegierten des 114. Deutschen Ärztetages in Kiel. Die Bundesärztekammer solle zudem die medizinischen Fakultäten in die Pflicht nehmen, ihre jetzt schon vorhandenen Möglichkeiten bei der Vergabe der Studienplätze sinnvoller zu nutzen als bisher. Bis zu 60 Prozent der Studienplätze in der Medizin könnten direkt über die Universitäten vergeben werden. Von dieser Möglichkeit machten die Fakultäten bisher jedoch nur unzureichend Gebrauch.

Die Delegierten begründeten ihren Beschluss damit, dass ein formalisiertes Verfahren, wie es von der Stiftung für Hochschulzulassung durchgeführt wird, den individuellen Fähigkeiten eines Bewerbers nicht gerecht werden könne. Die Fokussierung auf Schulnoten sei zu einseitig und sollte nicht das einzige Merkmal für die Eignung zum Arztberuf darstellen. Neben kognitiven Fähigkeiten seien in besonderer Weise auch soziale und empathische Kompetenzen notwendig. Bei der Studienplatzvergabe sollten auch vor Studienbeginn abgeleistete Praktika, ein freiwilliges soziales Engagement oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung viel stärker als bisher berücksichtigt werden. Über individuelle Eignungsgespräche könnten die Universitäten Zugangskriterien über die Abiturnote und die Wartezeit hinaus berücksichtigen.