Titel: I – 17 Zügige und faire Umsetzung der neuen Approbationsordnung

Entschließung

Auf Antrag von Frau Haus, Herrn Dr. Reinhardt, Herrn Dr. Lipp, Herrn Dr. Lutz, Herrn Dr. Lücke, Frau Dr. Friedländer, Frau Köhler und Herrn Dr. Baier (Drucksache I - 17) fasst der 115. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 fordert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf, die – auf Grundlage des entsprechenden Regierungsentwurfes – vom Bundesrat beschlossene Fassung der Ersten Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte rasch zu erlassen und somit in Kraft treten zu lassen. Die Länder und medizinischen Fakultäten sind aufgefordert, diese im Sinne der Medizinstudierenden umzusetzen und vor allem das Recht der Medizinstudierenden, die Lehrkrankenhäuser für die Ausbildungsabschnitte im Praktischen Jahr (PJ) frei zu wählen, nicht durch kleinstaatlich fokussierte Regelungen zu blockieren oder gar auszuhebeln.

Begründung :

Die Erste Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte korrigiert Fehlentwicklungen in der ärztlichen Ausbildung, die seit Jahren maßgeblich zur mangelnden Attraktivität des Medizinstudiums beigetragen haben. Sie macht endlich den Weg für eine Splittung des sogenannten Hammerexamens und für eine bundesweite PJ- Mobilität frei. Der Bundesratsbeschluss zieht auch unter den ideologisch motivierten und gesundheitspolitisch wie medizinisch unsinnigen Bestrebungen, einen PJ-Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin in die Approbationsordnung (ÄAppO) zu implementieren, einen Schlussstrich. Die Medizinstudierenden haben lange für diese Änderungen gekämpft, sie sollten nun möglichst bald davon profitieren können. Dies trägt nicht nur zu einer Steigerung der Attraktivität des Medizinstudiums bei, sondern erhöht vor allem auch die Glaubwürdigkeit nicht nur der politisch Verantwortlichen, sondern auch die Glaubwürdigkeit der medizinischen Fakultäten, die mit ihren partikularistischen Forderungen bislang nicht als Interessenvertreter der Medizinstudierenden auffallen konnten.