IV – 04 Evaluation der Weiterbildungsergebnisse und Konsequenzen

Beschluss

Auf Antrag von Herrn Henke, Herrn Dr. Botzlar, Herrn Dr. Emminger, Herrn Dr. Gehle, Herrn Dr. Reuther und Herrn PD Dr. Scholz (Drucksache IV - 04) beschließt der 115. Deutsche Ärztetag einstimmig:

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 begrüßt die nun zum zweiten Mal vorgenommene Veröffentlichung der - damit erstmals im Verlauf vorliegenden - Ergebnisse der Evaluation der Weiterbildung. Er fordert ausdrücklich, die Evaluation in verbesserter Form fortzusetzen.

Der 115. Deutsche Ärztetag fordert Bundesärztekammer und Landesärztekammern auf, die aus den Ergebnissen zu ziehenden Schlussfolgerungen konsequent umzusetzen.

  1. Die von vielen Landesärztekammern bereits begonnene Veröffentlichung von individuellen Ergebnissen der einzelnen Weiterbildungsstätten ist zu begrüßen, aber nur ein erster Schritt. Geeignete Weiterbilder und geeignete Weiterzubildende könnten so besser zueinander finden.
  2. Der 115. Deutsche Ärztetag fordert die Landesärztekammern auf, Weiterbildungsstätten mit Problemen zu identifizieren, damit sie von den Landesärztekammern die dringend notwendige Unterstützung vor Ort bekommen. Hierzu sollten die Beteiligten vor Ort die Ergebnisse i n einem strukturierten Dialog mit den Landesärztekammern besprechen. Ei nige Landesärztekammern haben schon mit einer Umsetzung begonnen. Patenschaften für Weiterbildungsstätten, Tutorien, Beratungen der Ergebnisse in Fachgruppen, Schulungen, Visitationen durch die Ärztekammern sind dabei sinnvolle Instrumente.
    Die Bundesärztekammer wird aufgefordert, in ihren Gremien einen Austausch über die Umsetzung i n den Landesärztekammern herbeizuführen und auf dem nächsten Deutschen Ärztetag darüber zu berichten.
  3. Die unzureichende Umsetzung fest geregelter Bestandteile der (Muster-)Weiterbildungsordnung (strukturierter Weiterbildungsplan, Vereinbarung von Weiterbildungszielen, jährliches Weiterbildungsgespräch) muss überprüft und mit Konsequenzen belegt werden. Förderprogramme für die persönliche Eignung des Weiterbilders und Weiterbildungsverträge mit verabredeter Zeit, Struktur und Inhalt könnten die Situation vor Ort verbessern.
    Die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern werden aufgefordert, hierzu zum nächsten Deutschen Ärztetag ei n verbindliches Verfahren vorzubereiten.
  4. Wie die Ergebnisse der Weiterbildungsbefragung zeigen, wird die direkte Weiterbildung i n der Regel durch die Oberärzte und Fachärzte einer Weiterbildungsstätte durchgeführt. Weiterzubildende aus kleineren Weiterbildungsstätten beurteilen ihre Weiterbildung positiver.
    Die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern werden daher aufgefordert, die Möglichkeit einer Befugnis im Team zu überprüfen und dem nächsten Deutschen Ärztetag darüber zu berichten.
  5. Trotz hoher Beteiligung der Weiterbilder in einigen Ländern war ein direkter Zugang zu den Weiterzubildenden schwierig.
    Daher werden die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern aufgefordert, eine bundesei nheitliche Meldepflicht der sich i n Weiterbildung befindlichen Assistenzärztinnen und -ärzte mit Erhebung der vier "W" (wer, welche, wie viele Jahre, wo - wie schon auf dem 112. Deutschen Ärztetag i n Mai nz 2009 beschlossen) einzuführen.
  6. Die Situation nicht nur der Weiterzubildenden, sondern auch der Weiterbildungsbefugten wird immer schwieriger.

Daher wird die Bundesärztekammer aufgefordert, die Situation der Weiterbildungsbefugten bei der nächsten Evaluation gesondert auszuwerten.