IV – 10 Evaluation der Weiterbildung institutionalisieren

Beschluss

Auf Antrag von Herrn Dr. Lutz, Herrn Dr. Reinhardt, Frau Haus, Herrn Dr. Lipp, Herrn Dr. Lücke, Frau Köhler, Frau Dr. Friedländer und Herrn Dr. Baier (Drucksache IV - 10) beschließt der 115. Deutsche Ärztetag:

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 fordert die Bundesärztekammer auf, die Evaluation der Weiterbildung fortzuführen und zielorientiert weiterzuentwickeln. Folgende Anforderungen sind dabei zu übernehmen:

  • Die Evaluation der Weiterbildung ist nicht als zeitlich befristete Befragung, sondern als ständige Erhebung zu konzipieren. Die Ergebnisse werden zu festgelegten Stichtagen (zum Beispiel 31.12.) erhoben und ausgewertet.
  • Die Bewertung der Arbeit der zuständigen Landesärztekammer ist als separater Fragenkomplex in die Evaluation aufzunehmen.

Begründung :

Die bisherigen Befragungsrunden haben wesentliche Erkenntnisse über die Qualität der fachärztlichen Ausbildung in Deutschland geliefert und dienen somit der gezielten Verbesserung der Weiterbildung. Die Evaluation muss daher auch künftig mit dem Ziel, die ärztliche Weiterbildung als Kernaufgabe der Kammern zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten, erhalten bleiben. Um die Rücklaufquoten deutlich zu erhöhen und somit eine aussagekräftige Datenbasis zu erhalten, ist eine strukturelle Anpassung jedoch unerlässlich.

Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung befinden sich in einer sie zeitlich stark in Anspruch nehmenden Lebensphase (Berufsstart, Schichtsystem, Familiengründung). Die Wahrscheinlichkeit, in einem begrenzten Zeitfenster eine hohe Anzahl dieser Ärztinnen und Ärzte zur Beantwortung von bis zu einhundert Fragen zu bewegen, ist damit gering. Hinzu kommt deren Sorge vor möglichen Nachteilen für ihre Weiterbildung für den Fall, dass die Bewertung einer Weiterbildungsstätte Rückschlüsse zulässt. Daher sollte die Evaluation künftig als ständige Erhebung angelegt werden.