IV – 07 Modul-Diskussion in der (Muster-)Weiterbildungsordnung

Beschluss

Auf Antrag von Herrn Henke, Herrn Dr. Botzlar, Herrn Dr. Emminger, Herrn Dr. Gehle, Herrn Dr. Reuther und Herrn PD Dr. Scholz (Drucksache IV - 07) unter Berücksichtigung des Antrags von Herrn Werner und Herrn Dr. Lenhard (Drucksache IV - 07a) beschließt der 115. Deutsche Ärztetag:

Grundlage der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) ist der Anspruch, Strukturen für eine qualifizierte medizinische Versorgung der Bevölkerung zu schaffen.

Mit dem kontinuierlichen Fortschritt in der Medizin verändern sic h auch die Anforderungen an die Versorgung und damit an die Ordnung der Weiterbildung.

Neue Elemente und Regularien machen nur dann einen Sinn, wenn die notwendigen Änderungen der MWBO nicht im Rahmen der vorhandenen Regularien gelöst werden können und das neu einzuführende Element (z. B. Modul) die beste mögliche Lösung ist.

Gleichzeitig ist die klare fachärztliche Identität Voraussetzung für jede qualifizierte Versorgungsstruktur und muss erhalten bleiben.

Daher fordert der 115. Deutsche Ärztetag 2012 die Bundesärztekammer  auf, bei der Diskussion um die Einführung neuer Elemente in die MWBO Folgendes zu berücksichtigen.

  1. Evidenz – Neue Elemente sollen nur eingeführt werden, wenn klar ist, welches Problem damit gelöst werden soll. Vor ihrer Einführung müssen diese klar definiert und von anderen Bestandteilen der MWBO abzugrenzen sein.
  2. Kohärenz – Neue Elemente sollen nur aufgenommen werden, wenn sie die Facharztidentität stärken und keine neuen Qualifikationsanforderungen außerhalb der Weiterbildung schaffen.
  3. Flexibilität – Neue Elemente sollen das Gesamtregelwerk flexibel für die Integration von Neuerungen machen und die Orientierung an Inhalten statt an starren Zeiten stärken. Die Übertragung erbrachter Weiterbildungsinhalte, ohne die Fachgebietsgrenzen aufzulösen, muss möglich sein.
  4. Modalität – Neue Elemente sollen im Rahmen vergüteter Tätigkeit zu erwerben sein, die Möglichkeit der Teilzeitqualifikation bieten und nebenberufliche Nachqualifikation ermöglichen.

Eine Weiterbildung, die im Wesentlichen nur aus Modulen besteht, ist nach Auffassung des 115. Deutschen Ärztetages nicht möglich.

Auch für Niedergelassene müssen die neuen Elemente berufsbegleitend zu erwerben sein, ohne dass der Praxisbetrieb dadurch unzumutbar beeinträchtigt wird.