IV – 15 Angemessene Anreize statt weiterer Zwang n der Weiterbildung

Beschluss

Auf Antrag von Frau Dr. Gitter, Herrn Dr. Fabian, Frau Wagner, Herrn Henke und Herrn Dr. Crusius (Drucksache IV - 15) beschließt der 115. Deutsche Ärztetag:

Die Weiterbildungsmöglichkeiten in der Vertragsarztpraxis müssen verbessert werden. Dies sollte nicht durch Zwang geschehen, der nur Engpässe und negative Anreize bewirken würde.

Es mangelt nicht an Weiterbildungswilligen. Aber die angemessene Vergütung der Ärztin/des Arztes, die/der eine Weiterbildung in der ambulanten Versorgung abschließen möchte, ist nicht gewährleistet, wenn die Leistungen, die diese/r Ärztin/Arzt erbringt, keine eigenen Erlöse erzielen. Auch eine Ärztin/ein Arzt, die/der eine Weiterbildung absolviert, ist verantwortlich ärztlich tätig und daher unabhängig von dem Ort, an dem diese Leistung erbracht wird, so zu vergüten. Deshalb müssen die von diesen Ärztinnen und Ärzten erbrachten Leistungen auch entsprechende Erlöse erzielen können und Praxisbudgets im gleichen Umfang gesteigert werden.

Zugleich muss aber auch die Gesamtvergütung für den ambulanten Bereich entsprechend erhöht werden, denn die Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe und im allgemeinen Interesse und darf mit ihren finanziellen Lasten nicht den Ärztinnen und Ärzten aufgebürdet werden. Die erzielbaren Erlöse in Klinik und Praxis müssen so sein, dass auch die Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte unter guter Anleitung und Supervision möglich ist.