VI - 18 Keine Verdichtung der ärztlichen Grundausbildung

Entschließung

Auf Antrag von Herrn Henke, Herrn Dr. Botzlar, Herrn Dr. Emminger, Herrn Dr. Gehle, Herrn Dr. Reuther und Herrn PD Dr. Scholz (Drucksache V I - 18) fasst der 115. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 lehnt eine weitere Verdichtung des Medizinstudiums durch eine Verkürzung der Studiendauer ab.

Der Richtlinienvorschlag der Kommission zur Revision der Richtlinie 2005/36/EG sieht vor, die Mindestdauer des Medizinstudiums von sechs auf fünf Jahre bei gleichbleibender Mindeststundenzahl (5.500 Stunden) zu verkürzen. Eine weitere Verdichtung des Medizinstudiums ist aus Sicht des 115. Deutschen Ärztetages weder umsetzbar noch wünschenswert. Der wöchentliche Lernaufwand für die Studierenden würde deutlich steigen und wäre nicht mehr zu bewältigen. Die Ausbildungsqualität würde sich zwangläufig verschlechtern, ebenso wie die Flexibilität der Studierenden, z. B . bei der Famulaturplanung.

Das Gleiche gilt für Forderungen nach neu in das Curriculum aufzunehmenden Fächern. Das Curriculum sollte selbstverständlich den Entwicklungen der Wissenschaft und der Versorgungslandschaft angepasst werden, allerdings muss dann im gleichen Schritt auch überlegt werden, welche Fächer oder Teilaspekte der ärztlichen Grundausbildung nicht mehr benötigt werden. Um die hohe Qualität der Ausbildung zu erhalten, muss einer Verdichtung des Studi ums entgegengewirkt werden.