VI – 55 Die arbeitsmedizinische Ausbildung für Studenten der Humanmedizin an den Universitäten muss gestärkt werden

Entschließung

Auf Antrag von Herrn MR Dr. Groß, Herrn Dr. Dipl. -C hem. Nowak und Herrn Dr. Wolter (Drucksache V I - 55) fasst der 115. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Die arbeitsmedizinische Ausbildung für Studenten der Humanmedizin an den Universitäten muss gestärkt werden.

Begründung :

  • Unter anderem Sparzwänge an Universitäten führen immer wieder dazu, dass Lehrstühle für Arbeitsmedizin nicht bzw. nicht wieder besetzt werden.
  • Von 36 medizinischen Fakultäten in Deutschland sind zurzeit 14 nicht bzw. nicht mehr mit arbeitsmedizinischen Universitätsinstituten besetzt. Zudem droht derzeit die Schließung mehrerer arbeitsmedizinischer Universitätsinstitute nach altersbedingtem Ausscheiden des/der aktuellen Amtsinhabers/Amtsinhaberin.
  • Folglich erhalten viele Medizinstudenten keine qualitätsgesicherte Ausbildung zu den Wechselbeziehungen von Arbeit, Gesundheit und Krankheit. Eine präventivmedizinische Ausbildung jedes/jeder Arztes/Ärztin ist jedoch unerlässlich. 
  • Erfahrungen in der betriebsärztlichen Praxis zeigen, dass im kurativen Bereich entsprechende Überlegungen zu Ansätzen der betrieblichen Primär- (Schadensverhütung), Sekundär- (Früherkennung) und Tertiärprävention (berufliche Wiedereingliederung) häufig nicht ausreichend in die ärztliche Betreuung der Bevölkerung einfließen.
  • Eine Stärkung der universitären Arbeitsmedizin ist daher für das Gesundheitssystem in Deutschland dringend erforderlich.