VI – 12 Chefarztverträge - bedenkliche finanzielle Anreize vermeiden

Entschließung

Auf Antrag von Herrn Henke, Herrn Dr. Botzlar, Herrn Dr. Emminger, Herrn Dr. Gehle, Herrn Dr. Reuther und Herrn PD Dr. Scholz (Drucksache V I - 12) fasst der 115. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Mit Sorge sieht der 115. Deutsche Ärztetag, dass immer mehr Chefarztverträge variable Einkommensbestandteile vorsehen, die primär an das Erreichen ökonomisch orientierter Ziele (Fallzahlen/Deckungsbeiträge/Personalkosten etc.) gekoppelt sind.

Abgesehen davon, dass damit den Chefärztinnen/Chefärzten als Arbeitnehmern ein Teil des Betriebs- und Wirtschaftsrisikos des Arbeitgebers übertragen wird, sind derartige Regelungen auch aus ärztlich ethischer Sicht nicht akzeptabel.

Der 115. Deutsche Ärztetag fordert die Krankenhausträger deshalb auf, rein ökonomisch orientierte Anreizmechanismen zu vermeiden und die berufsrechtlich gebotene ärztliche Unabhängigkeit von medizinischen Entscheidungen nicht zu gefährden.

Bonuszahlungen sollten sich deshalb vor allem an medizinisch-qualitativen Kriterien (z. B Einführung von Qualitätskennzahlen bzw. Patientensicherheitssystemen/Aufgaben der Aus- und Weiterbildung/Mitarbeiterzufriedenheit etc.) orientieren.

Auch in Zielvereinbarungen für Krankenhausgeschäftsführungen müssen derartige Kriterien konsequenterweise breiten Raum einnehmen.