VI – 26 Keine gezielte Abwerbung ausländischer Ärzte zu Lasten der Versorgung in deren Heimatland

Entschließung

Auf Antrag von Frau Köhler, Herrn Dr. Reinhardt, F rau Haus, Herrn Dr. Lipp, Herrn Dr. Lutz, Herrn Dr. Lücke, Frau Dr. Friedländer und Herrn Dr. Baier (Drucksache V I - 26) fasst der 115. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 lehnt gezielte Abwerbeprogramme für ausländische Ärzte zur Deckung des Ärztemangels in Deutschland ab, die geeignet sind, die Versorgung in den jeweiligen Heimatländern zu verschlechtern.

Begründung :

Die vermehrt zu beobachtende Anwerbung von ausländischen Ärzten durch kommerziell orientierte Vermittlungsagenturen muss unterbunden werden. Über Leistungsanreize, die in den Herkunftsländern nicht ansatzweise realisierbar sind, werden die Ärzte aus den Ländern abgezogen und reißen dort entsprechende Versorgungslücken auf. Die Intention solcher Praktiken dient hauptsächlich der Profiterzielung und nicht dazu, die Versorgung in Deutschland zu verbessern.

Es ist primär die Aufgabe der deutschen Gesundheitspolitik, dem Ärztemangel in Deutschland nachhaltig entgegenzuwirken und den Arztberuf attraktiver zu gestalten.