VI – 31 Durch bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung die Attrakti ität für den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) steigern!

Entschließung

Auf Antrag von Herrn Dr. Lipp, Herrn Dr. Reinhardt, Frau Haus, Herrn Dr. Lutz, Herrn Dr. Lücke, Frau Köhler, Frau Dr. Friedländer und Herrn Dr. Baier (Drucksache V I - 31) fasst der 115. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 115. Deutsche Ärztetag 2012 fordert die Träger des ÖGD im Land auf, organisatorische Abläufe, finanzielle Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen im ÖGD zu schaffen, die für hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte wieder interessant sind.

Der ÖGD hat in der Betreuung der Schwachen in der Gesellschaft, der psychisch Kranken, der Behinderten oder auch dementen Patienten eine herausfordernde Daueraufgabe, der er auf Dauer nur dann noch gerecht werden kann, wenn Ärztinnen und Ärzten wieder berufliche und finanzielle Perspektiven eröffnet werden.

Begründung :

Schon heute können Facharztstellen für einige Fachgebiete nicht besetzt werden. Mindestens 150 erforderliche Planstellen sind bundesweit unbesetzt. Der ÖGD kann ureigenste Aufgaben wie etwa Einschulungs- oder Schulentlassungsuntersuchungen nur noch lückenhaft bewältigen - ganz zu schweigen von der Umsetzung präventiver oder sozialpolitischer Zielsetzungen.

Die Ursache dieser Entwicklung liegt nicht nur im allgemeinen Ärztemangel, sondern vor allem auch in der zunehmenden Auseinanderentwicklung der Gehaltssituation der Ärzte an Kliniken und beim ÖGD. Deutlich weniger verdient ein vergleichbar qualifizierter Kollege im öffentlichen Gesundheitsdienst. Erschwerend kommt hinzu, dass den Ärztinnen und Ärzten beim ÖGD perspektivische Entwicklungsmöglichkeiten oft verbaut sind, da ein Aufstieg in Führungspositionen der Verwaltung fast unmöglich ist.