VI – 47 Strukturwandel des ärztlichen Berufsbildes: eine Aufgabe für die Kammern

Beschluss

Auf Antrag von Frau Dr. Wulff, Herrn Dr. Ramm, Herrn Schäfer, Frau Bischoff, Frau Dr. Groß M.A., Herrn Dr. Köhne und Herrn Dr. Wesiack (Drucksache VI - 47) beschließt der 115. Deutsche Ärztetag:

Im Rahmen der veränderten Anforderungen und Wünsche junger Ärztinnen und Ärzte an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ei n Strukturwandel i n der Organisationskultur ärztlicher Tätigkeit erforderlich: Dies betrifft nicht nur die Weiterbildung und die anstehende Bewertung ihrer Qualitätsindikatoren, sondern in entscheidender Weise einen Wandel im Verständnis des Berufsbildes und der Personalentwicklung von Ärztinnen und Ärzten. Hierbei sind auch die Kammern gefragt, ihre Mitglieder repräsentativ zu vertreten. Vor allem sie sind in der Lage, den verschiedenen Akteuren (Politik, Krankenhausträger usw.) Beratung zu Richtpunkten anzubieten, die aus Sicht der Ärztinnen und Ärzte (entwickelt z. B in Qualitätszirkeln, Weiterbildungsumfragen, Fortbildungsveranstaltungen) eine Weichenstellung zur größeren Berufs- und Karrierezufriedenheit bewirken. Damit Ärztinnen und Ärzte leisten können, was alle von ihnen wollen.

Begründung :

Impulse aus der Ärzteschaft im Sinne der vielzitierten Life-Domain-Balance existieren bereits: Unterschwellig wirksame Stereotypien und verkrustete Strukturen in Institutionen, Personalabteilungen und auch in der ärztlichen Leitungsebene können nur durch die Benennung konkreter Maßnahmen verändert werden, z. B Entzerrung der unterschiedlichen Erwartungen an Ziel- und Leistungsvereinbarungen, planbare Arbeitszeiten, länger laufende Arbeitsverträge, Mentoringprogramme, Karrierebüros, Abbau von Bürokratieroutine, verbindliche Verpflichtung leitender Ärzte zu mitarbeiterorientiertem Arbeiten. Die Kammern sind aufgerufen, diese Forderungen weiterzuentwickeln und öffentlich zu vertreten.