Ärztetag: Nur Ärzte sind fachlich qualifizierte Ansprechpartner bei Fragen der Organspende

Nürnberg, 23.05.2012

Der 115. Deutsche Ärztetag hat die geplante sogenannte Entscheidungslösung bei der Organspende begrüßt. „Aus ärztlicher Sicht soll eine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende – wie im Gesetzentwurf vorgesehen – freiwillig bleiben“, heißt es in einer Entschließung des Ärzteparlaments. Die geplanten Neuregelungen stimmten in zahlreichen Punkten mit einem von der Bundesärztekammer (BÄK) entwickelten Konzept überein, das die BÄK in den vergangenen Monaten in den politischen Entscheidungsbildungsprozess eingebracht hat.


Der Ärztetag forderte jedoch den Gesetzgeber auf, Ärzte gesetzlich als fachlich qualifizierte Ansprechpartner für Fragen der Organspende vorzusehen. Dies dürfe nicht in das Belieben der Kassen gestellt werden. Außerdem sei auszuschließen, dass gesetzliche und private Krankenversicherungen Kenntnis über den Inhalt eine Spendeerklärung erlangen können. „Eine solche Erklärung muss besonders geschützt bleiben; sie darf nur im Kontext einer ärztlich geleiteten Klärung der Voraussetzungen einer Organ- und Gewebespende zugänglich gemacht werden“, so das Ärzteparlament.


Die Delegierten des Ärztetages forderten zudem, dass die Bundesärztekammer auch weiterhin ihrer Richtlinientätigkeit nach § 16 Transplantationsgesetz uneingeschränkt nachkommen kann. Diesen Richtlinien würden sehr differenzierte medizinische Sachverhalte zugrunde liegen, dazu zählten Regelungen zur Hirntodfeststellung oder zur Wartelistenführung von Patienten zur Organtransplantation. „Woher ein Regierungsressort die notwendige Sachkompetenz zur Beurteilung medizinischer Sachfragen nehmen soll, bleibt unklar“, so der Ärztetag.


Der 115. Deutsche Ärztetag tagt vom 22. Bis 25. Mai 2012 in Nürnberg. Weitere Informationen und Videos zu den Beratungen unter www.bundesaerztekammer.de.